Ich muß vorweg zugeben, dass ich mir das Album nur aus purer Solidarität gegenüber Dream Theater bei einem lokalen CD-Laden bestellt habe. Ich habe nicht so sonderlich viel davon erwartet, da ich James LaBrie immer für die zu kitschigen Elemente bei DT für verantwortlich hielt. Nachdem ich mit dem CD-Verkäufer über den Projektnamen gescherzt habe, der deutsch ausgesprochen etwas strange klingt, erstarrte ich jedoch zu Hause vor meinem CD-Spieler sitzend erfurchtsvoll und kam nach und nach aus dem Staunen nicht mehr heraus; der Anfang von "His voice" klingt ziemlich metallig und kommt dann mit einem genialen, pathetischen Refrain; der zweite Track schließt sich dem an. "Belzebubba" klingt, zugegeben, beim ersten Mal so strange wie der Projektname auf deutsch, wenn man sich den Song aber öfter anhört und auch auf den zynischen Text achtet, bei dem er auch heikle Themen wie "Arafat and Albright" anspricht (bzw. singt), erkannt man, dass er mit der genialste auf der CD ist. Unübertroffen ist aber "Guardian angels", der mit fantastischen Metallriffs, zwei harmonisch fantastischen Refrains, genialen Instrumentalsolos und teils mehrstimmigen, experimentierfreudigen Gesangsarrangements kommt. Dass LaBrie in erster Linie Sänger ist, beweist er beim letzten, 9minütigen Oberhammer, der mit einem acapellaartigem Part beginnt und später wie ein total abgespacter Genesis-Song aus deren frühen Phase mit Phil Collins, als sie Songs wie "Mama" geschrieben haben, daherkommt. So viel Freiraum für Gesangsexperimente wäre ihm auch mal bei DT zu wünschen!
Ich bin, ehrlich, absolut überrascht von der Vielfältigkeit des Albums. Ich habe erwartet, dass alle Songs im Stile der Balladen "Sacrifice" und "Slow burn", nur schlechter sind (So ungefähr wie "Anna Lee vom DT-"Falling..."-Album). Aber auch diese beiden Lieder, vor allem das wunderbare "Slow burn", überzeugen voll. Voll Respekt.
(Fränky E., Hobby-Rezensionateur)