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Einerseits ein exotischer Mix mit osteuropäischer Färbung von alten polnischen Volksliedern, byzantinischen und jiddischen Klängen und andererseits Tanzrhythmen, die zu einem höchst originellem Porträt der alternativen polnischen Musikszene zusammenfinden. Kein Wunder, dass es das am meisten verkaufte Album aller Zeiten in Polen geworden ist. Es strahlt die eindringliche Düsternis Osteuropas aus mit Violine, Gitarre, Ud und Tuba und geht dabei bis an die Grenzen der heutigen Welt der Popmusik.
Bregovic siedelt gekonnt die kräftigen Schläge rund um die Geiger und die Finger-Glocken aus dem Nahen Osten an bei "Spij Kochanie, Spij" und ebenso gelingt es ihm irgendwie, seiner Tuba bei "100 Lat." einen schwerfälligen Tanz-Groove zu entlocken, der einem in die Beine geht. Bei dem dramatisch kühnen "Jesli Bóg Istnieje" erhält Ofra Haza aus dem Jemen die Gelegenheit, ein leidenschaftlich melancholisches Lied zu singen, das die Würde und das Leid des bäuerlichen Europa besingt.
Kayahs Stimme ist kraftvoll und bewegend -- mühelos kann sie Zärtlichkeit ausdrücken wie bei "Ta-Bakiera", kann spielerisch energisch werden bei "Prawy do Lewego" und klagend, mystisch und leidenschaftlich bei fast allen anderen Melodien. Ein wundersames Album, das man nicht verpassen sollte. --Karen Karleski
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Auch wenn man Bregovic's Musik nur sehr eingeschränkt in den Bereich der Folklore einordnen kann, so greift er mit seiner Methode doch gerade ein wesentliches Merkmal der lebendigen Folklore auf: bekannte Lieder und Melodien werden mit neuen Texten bedacht, in andere Sprachen übersetzt oder auch in freierer Form transferiert, mit neuem Charakter von anderen Musikern neu interpretiert. Ich bin der Auffassung, dass Bregovic damit sehr gekonnt Brücken zwischen zwischen Völkern und Kulturen schlägt. Das geschieht bei ihm weniger auf der globalen Ebene. Aber wenn man sich die Differenzen und Konflikte zwischen benachbarten Staaten und Völkern ansieht, dann erscheint es mir umso sinnvoller, auch auf dieser Ebene diesen Brückenschlag zu wagen. Und mit den Erfahrungen aus seiner multiethnischen Heimat hat Bregovic sicherlich mehr als ausreichend "Stoff" und Erfahrung; gewissermaßen einen "Heimvorteil", den er im östlichen und südöstlichen Europa hervorragend umzusetzen weiß.
Was mich in meinem persönlichen Erlebnis besonders an diesen Variationen fasziniert: hier bildet sich nicht wie bei Pop-Cover-Versionen eine Lieblingsversion heraus, die sich irgendwie gegenüber den anderen auszeichnet. Jede dieser Variationen Bregovic's hat einen so faszinierend eigenständigen Charakter, dass ich keine einzige von ihnen vermissen möchte.
Meine vorher gehenden Ausführungen treffen eigentlich auch auf andere Werke Bregovic's zu, auf dieses Album aber mit Sicherheit ganz besonders. Ich möchte aber noch ein paar Worte speziell hierzu verlieren.
Mit Kayah hat Bregovic nicht nur eine hervorragende Interpretin seiner Lieder gefunden. Sie schrieb auch die meisten der polnischen Texte dazu. Ihre charakteristische Stimme verleiht den bekannten Liedern eine neue Dimension. Die Zusammenarbeit dieser beiden erstklassigen Musiker war sichtlich produktiv. Persönlich haben mir die Versionen von "Elo Hi" und "Ederlezi" besonders gut gefallen.
Das Beiheft ist wirklich musterhaft ausgefallen, mit allen Texten und etlichen schmückenden Fotos der beiden Künstler. Besonders bemerkenswert ist, dass neben dem (goldenen) Heftchen in polnischer Sprache noch ein zweites (silbernes) mit den kompletten Übersetzungen in Deutsch und Italienisch beiliegt.
Fazit: ein rundum gelungenes Album, erstklassige Musik und gute Ausstattung der CD.
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