Das Gute an diesem Buch ist, dass man es problemlos an einem Abend herunterlesen kann. Das liegt allerdings vor allem daran, dass die Einfachheit der Sprache keine allzu große Herausforderung darstellt. Jürgen Kehrer versteht es leider nicht, durch den Gebrauch eines abwechslungsreichen oder überraschenden Wortschatzes soetwas wie Lesevergnügen zu erzeugen. Sein Versuch, durch einen punktuellen Gebrauch fremder oder "alter" Wortformen soetwas wie Historizität aufzubauen, wirkt ebenso naiv wie der Versuch, Spannung zu erzeugen. Dass eine Mordserie Münster "erschüttert" (Klappentext), lässt sich durch den Text nicht nachvollziehen, der sich zu sehr auf die Hauptpersonen beschränkt und das Umfeld praktisch nicht berücksichtigt. Die Handlung ist außerdem so durchsichtig, dass man bereits nach wenigen Kapiteln genau weiß, wer für die Morde verantwortlich ist. Das liegt auch daran, dass Kehrer keine plausiblen Alternativen anbietet. Ein so konstruierter Kriminalroman kann einfach nicht überzeugend sein. Deshalb das Gesamturteil: Hände weg von diesem Buch!