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Der Autor scheint das eigentliche Prinzip der Zeiten und Zeitfürwörter im Wolof überhaupt nicht begriffen zu haben und stellt diese in einem vollkommen falschen Kontext dar. Fatalerweise bilden diese Zeitfürwörter aber das eigentliche Rückgrat der gesamten Sprache. Bereits der Begriff "Zeitfürwort" ist vom Autor falsch gewählt und missweisend und müßte besser "Aspektfürwort" oder "Fokusfürwort" lauten: Im Wolof spielen nämlich Zeiten wie Präsens (Gegenwart), Präteritum (Vergangenheit) und Futur (Zukunft) eine untergeordnete Rolle, ja haben sogar fast keine Bedeutung. Dagegen sind Aspekt und Fokus einer Handlung aus Sicht des Sprechers von entscheidender Bedeutung.
Der wichtigste Aspekt ist, ob eine Handlung aus Sicht des Sprechers abgeschlossen oder noch nicht abgeschlossen ist, unabhängig davon, ob sie in der Gegenwart, Vergangenheit oder Zukunft stattfindet (der Autor spricht hier fälschlicherweise nur von "Gegenwart"). Zu dem Aspekt tritt nun aber der Fokus, der angibt, ob der Sprecher das Subjekt, Prädikat oder Objekt eines Satzes, oder den gesamten Satz/Sachverhalt betonen möchte (Subjektiv, Terminativ, Objektiv, Situativ/Präsentativ), etc. Dieser Fokus differenziert die gesamte Formenvielfalt im Wolof und ohne ihre Einführung bleibt die Wolof-Sprache schlicht unverständlich. Hätte der Autor dieses einfache Prinzip der Betonung in seinem Buch eingeführt, würde das gesamte System seiner "Zeitfürwörter" sofort begreifbar werden. Statt dessen versucht er, alle Formen in ein unpassendes Zeit- und Aspektkorsett einzupassen und handelt sich dadurch Doppeldeutigkeiten, Einordungsschwierigkeiten und Fehldeutungen seitens des Lernenden ein. Auch nach meiner intensiven Erörterung mit Muttersprachlern bleibt festzustellen, dass das Buch nicht geeignet ist, die Sprache Wolof zu vermitteln und zu lehren, lediglich Teilaspekte des Buches können ganz hilfreich im gelegentlichen Gebrauch sein.
Ferner benutzt der Autor eine von Malherbes Buch "abgeschaute" vereinfachte Rechtschreibung statt der offiziellen vom CLAD-Institut vorgeschlagenen, was das Nachschlagen der Wörter in anderen Lexikas, Lehrbüchern und Grammatikwerken nicht gerade vereinfacht.
Abschließend sei noch erwähnt, dass der Verlag auch zu diesem Wolof-Buch die Audioaufnahmen endlich mal auf CD (statt nur auf Audiokassette) anbieten sollte.
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