Es ist zwar schön gedacht, ein Buch über Plattdeutsch in die Kauderwelsch-Reihe einzubringen, allerdings happert es gewaltig an der Umsetzung.
Das Plattdeutsch der Sprecher ist ziemlich fehlerhaft. Der hochdeutsche Einfluss ist nicht von der Hand zu weisen, was vor allem am Satzbau und des unzählbaren hochdeutschen Entlehnungen. Um wirklich einen Einblick in's Plattdeutsche zu bekommen, sollte man sich nicht auf ein solches durch Hochdeutsch durchwaschenes Plattdeutsch verlassen.
Die Grammatik ist unzureichend erklärt, mitunter sogar falsch.
Die Orthographie ist zwischenzeitig ebenfalls fehlerhaft. Es gibt zwar keine offizielle Standardschreibweise (nur die inoffizielle Saß'sche Schreibweise, die vor allem in einem solch allgemeinen Buch Anwendung finden sollte), aber wenn jemand schon so schreibt, wie er will, dann sollte das ganze auch ein System haben und nicht hier und da wieder anders sein.
Ich begrüße wie gesagt die Idee ein Buch darüber zu schreiben, aber als spontane Idee zweier (Verzeihung) Bauern, ohne redaktionelles, linguistisches, sprachrelevantes Wissen, hilft einem das wohl kaum.
Kulturrelevantes können sie daher sicherlich umsomehr vermitteln, da sie eben aus diesem Gebiet kommen. Aber ein allgemeines Buch über Plattdeutsch zu schreiben, ist ebenso schwierig, wie es auch eine allgemeine Bildung über die Niederdeutsche Sprache erfordert. Es muss daher ein standartisiertes Niederdeutsch vermittelt werden, was sonst auch Usus ist.
Daher kann ich das Buch nur mit großer Vorsicht empfehlen. Man sollte sich weder auf die Sprachformen, Umschrift, Grammatik etc. verlassen. Die niederdeutschen Ausdrücke sind natürlich aufschlussreich, wenn auch nur für die Region, aus der die Autoren kommen. Die Umgangssprache mit ihren zahlreichen Spezialwörtern ist von Dorf zu Dorf verschiedenen, bes. von Dialekt zu Dialekt.
Daher nur zum Nebenbeilesen, nicht zum Erwerb grundlegender Plattdeutschkenntnisse!