Ich kann mich dem positiven Vorgängerurteil überhaupt nicht anschließen. Allzu viele Falschinformationen finden sich im Buch. So soll die Besitzanzeige z.B. durch Anfügung von la ausgedrückt werden. Tatsächlich ist es ein eigenständiges Wort und wird für nicht aktive Besitzbeziehungen auch nicht verwendet (z.B. n bulu = meine Hand). Kein Hinweis darauf. Schwachsinn ist, wenn die Autorin sagt, dass die Vergangenheitsform mit Verbstamm und der Endung le gebildet wird. Tatsächlich gibt es ein eigenes Hilfszeitwort ye dafür, die Endung le ist keine Verbalendung, sondern ein satzfinales Element, welches die Ausführung der Handlung betont (es ist wirklich geschehen). Überhaupt nicht eingegangen wird auch auch die Töne, dabei spielen diese im Mandinka eine große Rolle: je nach Ton kann /a/ 'er' oder 'Ihr', /i/ 'du' oder 'sie, 3. Ps. Pl.', /n/ 'ich' oder 'wir' bedeuten. Kein Wort dazu. Dazu kommt eine äußerst gewöhnungsbedürftige Schreibweise der lokalen Sprache, die schon längst in einer Reihe von Handbüchern verwendet wird. Die Autorin schreibt, da Deutschsprechende, für ein Wort wie /hani/ 'nein' z.B. /hanni/, weil /a/ kurz gesprochen wird. In der Lautlehre wird hingegen ein doppelt geschriebenes /n/ tatsächlich auch länger ausgesprochen.
Alles zusammen, ein in sich oft widersprüchliches Buch mit einer Reihe fehlerhafter und zweifelhafter Informationen. Ich habe es gekauft, weil es klein und handlich ist, aber praktisch nie benutzt.