Gemeinsamkeit und Geborgenheit fanden die 3 unterschiedlichen Freundinnen Nora, Dodo und Claire anscheinend nur in ihrer Jugendzeit. Spätestens nach dem Abi-Ball beginnen die Lügen, Feindschaften und Gemeinheiten untereinander. Diese werden jedoch aus "Freundschaftlichkeit" nie wirklich bereinigt. Jahrelang ist es Nora, die die jährlichen gemeinsamen Treffen organisiert, die aber oberflächlich bleiben. Bei diesem letzten Treffen kommt es langsam, aber sicher zum Eklat. Die finale Frage und Einsicht "Kennt überhaupt irgend jemand einen anderen Menschen wirklich?" kommt zu spät für die Freundinnen: sie haben sich viel zu lange etwas vorgemacht.
Die abwechselnden Gedanken und Dialoge der 3 Freundinnen sind geschickt und spannend hintereinandergefädelt, so dass man das Buch bis zur letzten Seite nicht aus der Hand legen möchte. Es gibt gleichzeitig drei Ich-Erzähler, jeder kennt aber vom anderen nur ein Stück aus seiner persönlichen Sicht. Zum Austausch der Gedanken untereinander kommt es fatalerweise erst beim schockierenden Schluss, bis dahin wird ständig Spannung aufgebaut.
Ein rundum gelungenes Buch über Freundschaft, Lebenslüge und sogenannter Liebe!