Ich bin ein wenig vorbelastet an diesen Krimi her ran gegangen. Da ich die Katzenromane von Andrea Schacht sehr liebe, war ich skeptisch ob mich dieser Roman überzeugen kann. Aber ich habe sehr schnell gemerkt:
Er kann!
Das liegt zum einen an dem sehr erfrischenden und leicht verständlichen Schreibstil der Autorin, und zum anderen an der wundervollen Atmosphäre, die vor dem inneren Auge des Lesers erscheint.
Der Kater Serrano und der Komissar Liebermann sind beide etwas eigenwillig und misstrauisch. Na ja und dieser neue Mensch im Revier des Katers mischt sich in eine eingeschworene Vorstadtgemeinschaft ein. Das alleine ist schon sehr Verdächtig, aber obendrein geschehen auch noch seltsame Dinge im Revier des Katers, Menschen und auch Katzen verschwinden. Hängt das vielleicht mit diesem neuen Menschen zusammen?
Es macht sehr viel Spaß, den Komissar und auch den Kater bei ihren Ermittlungen zu begleiten. Zumal sie sich dabei erst einmal misstrauisch, quasi aus der Deckung heraus, beobachten.
Der Kriminalfall tritt fast etwas in den Hintergrund, da man sich in dem Vorstadt-viertel mit der Kneipe, dem Tante Emma Laden, den Spielplatz und den vielen Katzen wie zu Hause fühlt. Man beobachtet mit den Augen der Katzen die etwas bunt gemischte Nachbarschaft in der Straße und wundert sich mit Liebermann, wie oft ihm dieser Kater über den Weg läuft.
Die kleinen Puzzle-Teile, die am Ende zur Aufklärung aller geheimnisvollen Vorgänge führen, hat Frau Anlauff sehr geschickt in der Handlung versteckt.
Die Autorin zeichnet ein sehr liebevolles Bild von den Menschen und ihren persönlichen Schicksalen. Man mag sich als Leser am Ende gar nicht von ihnen verabschieden, weil sie einem wirklich ans Herz gewachsen sind.
Zum Glück ist dieses Buch der erste Band einer Serie und ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung.
Da ich ein furchtbar schlechtes Gedächnis für Namen (egal ob von Katzen oder Menschen) habe, hätte ich mir am Anfang eine Übersicht der Katzen - und Menschen Namen gewünscht, denn es war zunächst etwas verwirrend die Protagonisten kennen zu lernen. Das ist aber auch der einzige Kritikpunkt den ich zu diesem Buch überhaupt habe.