Katharina (1783 - 1835) war die Tochter des Herzogs (1797), dann Kurfürsten (1803) und schließlich ersten Königs von Württemberg (1806), Friedrich I., und dessen erster Ehefrau, Prinzessin Auguste Karoline von Braunschweig-Wolfenbüttel. Sie war eine typische deutsche Prinzessin aus souveränen Hauses und weder besonders schön oder intelligent. Aber wie so oft zählte bei den prinzlichen Bräuten vor allem ihre Abstammung - blaues Blut. Und das zählte für den neuen französischen Kaiser Napoleon und seine neue Dynastie mehr als alles andere. Er wollte die Anerkennung und Akzeptanz der alten Dynastien. Also mussten hochadelige Bräute für die neuen Bonparte-Prinzen her: so bekam z.B. Stief-und Adoptivsohn Eugene bekam eine Prinzessin von Bayern, der Kaiser selbst nahm sich eine Erzherzogin von Österreich zur Gemahlin, die Adoptivtochter Stefanie bekam den künftrigen Großherzog von Baden und für Bruder Jerome durfte es eine Prinzessin von Württemberg sein. Die alten Dynastien versprachen sich das Wohlwollen des mächtigen Mannes Europas und auch die Königskrone. Brüderchen Jerome wurde kurzerhand zum König des neu geschaffenen Reiches Westphalen gemacht. Knapp 7 Jahre herrschte er dort als franzöischer Marionetten König und ging in die Geschichte als "König Lustik" ein. Obwohl Jerome alles andere als ein guter Ehemann war, sogar ernsthaft erwogt sich wegen einer seiner Mätressen von Katharina scheiden zu lassen, blieb Katharina an seiner Seite, lehnte nach dem Sturz der Bonapartes ihrerseits eine Scheidung ab. Dies sicherte Jerome die finanzielle Grundlage, da sie eine Apanage des Hauses Württemberg bezog. Sie erhielten sogar den wüttembergischen Titel Fürst und Fürstin Montfort. 3 Kinder gebar sie Jerome. Der jünste Sohn, Prinz Napoléon Joseph Bonaparte (1822-1891), genannt Plon-Plon, wurde nach dem Tode des Prince Imperial Chef des Hauses Bonaparte. Katharina ist somit die direkte Vorfahrin des heutigen bonapartistischen Thronprätendenten.
Das Buch ist nicht umfänglich, sehr anschaulich beschrieben und sehr gut bebildert. Es gibt einen guten Einblick in das Leben von Katharina und ihres Gemahls. Ich finde das reicht auch. Katharina war eine nette, aber unbedeutende Persönlichkeit. Wie ihr Gemahl ist sie lediglich eine Fußnote in der Geschichte: ihre Abstammung ist wichtiger als sie selbst. Mir hat das Buch aber sehr gefallen, auch wenn ich nicht immer sicher bin, ob alles so stimmt (z.B. die Aussage, dass der Gemahl der Geliebten des Königs zum Fürst gemacht wurde, obwohl dies dessen Vater war). Nun denn, im Endeffekt aber auch nicht wirklich wichtig. Kurz udn gut: ein wirklich nettes Buch.