Geschichtsbücher sind in der Regel höchst einseitig, konzentrieren sie sich doch in erster Linie auf das Wirken der Herrscher und der Mächtigen. Vergessen wird dabei das Leben der Bevölkerung, besonders der »Unterschicht«. Jahreszahlen, Verträge, Beschlüsse, Fakten... werden im Überfluss geboten. Wie aber sah das Leben der Menschen aus? Welche Hoffnungen, Ängste und Chancen hatten sie?
Daniela Mattes bringt ihren Leserinnen und Lesern auch in ihrem Roman »Katharina - Mord unterm Baldenberg« Historie auf spannende und im besten Sinne unterhaltsame Weise näher. Historisch korrekt entwirft sie so etwas wie ein Sittengemälde einer schlimmen Zeit, gruselig und realistisch.
Daniela Mattes gelingt es, in ihrem Roman »Katharina« das ausgehende 17. Jahrhundert der Leserschaft näher zu bringen: nicht aus Sicht der mächtigen Elite. Sie schildert ein dunkles, grausames Zeitalter voller Ungerechtigkeit, Not und Entbehrung für Menschen wie Katharina. Sie setzt den vergessenen Menschen, den »kleinen Leuten«, die in Geschichtsbüchern nicht vorkommen, ein Denkmal: nicht romantisierend, sondern packend und erschütternd.
Daniela Mattes verleiht jenen Menschen, die bislang ungehört blieben, Stimmen... und diese Stimmen rühren unser Herz. Sie beschreibt, wie das Leben einst war - für die Menschen, die in den Geschichtsbüchern allenfalls als gesichtslose Masse auftreten. Sie holt einige Menschen aus ihrer Anonymität und ehrt sie als Individuen: und das auf packende, spannende Art und Weise!
Walter-Jörg Langbein