Seit langem habe ich nicht mehr eine solch skurrile Geschichte gelesen! Robert Pucher präsentiert uns in seinem Roman "Kater Frühstück" eigentlich ein ganz normales Kriminalstück: Ermordete, ermittelnde Beamte und Verdächtige. So weit so gut; doch, was uns der Autor hier wirklich offeriert, lässt den Leser schon ab dem ersten Kapitel still vor sich hinschmunzeln: ein Sammelsurium an wirklich schrägen Charakteren, als da wären: Herr Wosczynski, Obmann der "Bürgerwehr gegen Drogen, Kriminalität und Kulturschande", der bereit ist, ein ganzes Haus mit Sprengstoff in die Luft zu jagen, nur weil ihm der Besitzer vermeintlich seinen Autospiegel abgerissen hat. Bezirksinspektor Doppler, ein Splatterfilme liebender, selten duschender, ekeliger Kriminalbeamter, der mal eben eine Frau vergewaltigt. Dessen Vorgesetzte, Dr. Simone Reichenbach, die Schwester des hauptverdächtigen Mörders, die des nächtens mit sadistischen Sexpraktiken über ihren Untergebenen Doppler herfällt. Und Daniel, erfolgsloser Schriftsteller, der in seiner Badewanne eine Frauenleiche findet und statt die Polizei zu rufen, diese lieber heimlich entsorgt. Wenn Sie als Leser jetzt den Kopf schütteln und sich fragen, wie geht das alles zusammengeht, sollten Sie die Geschichte, die in Wien spielt, einfach zur Hand nehmen und sich ein Wochenende auf ihre Couch begeben, ich verspreche Ihnen, Sie werden mächtig viel Spaß dabei haben.
Robert Pucher versteht sein Handwerk. Mitreißend führt er durch den 240 Seiten starken, außergewöhnlichen Roman und erstaunt mit der Gabe, Spannung und Neugier zu erzeugen, ohne dass er dem Leser auch nur einen Sympathieträger schenken würde.
Eine Empfehlung für die Liebhaber von schrägen, skurrilen Geschichten mit einer starken Affinität zum Englischen Humor.