Auf dem Flughafen von Sioux City, einer Provinzstadt in Iowa, üben Feuerwehr und Rettungsteams den Notfall. Zwei Jahre später wird's ernst. Als auf dem Flug von Denver nach Chicago ein Triebwerk explodiert, muss Kapitän Haynes (Charlton Heston) notlanden. Dabei fängt die Maschine Feuer. Den Rettern bleibt nur wenig Zeit, die 296 Passagiere aus dem brennenden Flugzeug zu bergen.
Im Sog der ganzen Katastrophenfilme, die im Moment wie eine wahre Flut über uns hereinbrechen, hat es nun auch dieser TV-Film aus dem Jahre 1992 zu einer DVD-Veröffentlichung gebracht und das ist auch gut so. Wird hier doch eine Geschichte erzählt, die auf einer wahren Begebenheit beruht und in der insbesondere der fast schon heldenhafte Einsatz der Hilfskräfte honoriert wird, die bei der damaligen Katastrophe im Einsatz waren. So schwingt dann auch ein für amerikanische Produktionen heroischer Hauch durch den Film, der aber erstaunlicherweise recht nüchtern in Szene gesetzt wurde und keinesfalls übertrieben erscheint, wie man es aus etlichen anderen Genre-Vertretern her kennt. Ganz im Gegenteil, die vielmehr nüchterne und realistische Handhabung dieses Aspektes verleiht dem ganzen ein hohes Maß an Authenzität, was auch gleichzeitig die große Stärke dieses Werkes ist, das keinerlei Wert auf übertriebenes Schauspiel oder zu stark in Szene gesetzte Emotionen legt.
Insbesondere das dargebotene Schauspiel trägt viel dazu bei, das der Zuschauer sich jederzeit mit dem Geschehen identifizieren kann, denn agieren die Darsteller, unter denen sich übrigens etliche alte Bekannte befinden (Charlton Heston, James Coburn usw.) sehr glaubwürdig, so das die Ereignisse fast schon zwangsläufig extrem real wirken und so auch einen äusserst intensiven Eindruck auf den Betrachter hinterlassen, der ganzzeitig mitfiebert und sich sogar phasenweise als Teil des Szenarios ansieht, in dem man am liebsten seinen Teil zur Rettung der Überlebenden leisten möchte. Gerade die Tatsache, das überhaupt ein solches Gefühl entstehen kann, ist im Prinzip das größte Kompliment, das man einem Film dieser Art machen kann, denn zeigt es doch eindrucksvoll auf, welch authentischen Eindruck dieser Film beim Zuschauer hinterlässt.
In der großen Masse der Katastrophenfilme ist es gar nicht einmal so leicht, sich die Rosinen herauszupicken, zumeist erwartet man ja herausragende Effekte, wie man sie kürzlich bei "2012" bewundern durfte, der Popcorn-Kino der besten Art bietet. Wenn man aber weiss, das eine erzählte Geschichte auf einer wahren Begebenheit basiert, ist das immer noch eine ganz andere Kategorie und man legt sein Hauptaugenmerk doch viel eher auf eine glaubwürdige Verfilmung, die das Gefühl vermittelt, das sich alles so abgespielt haben könnte. Und genau dieser Punkt ist bei vorliegendem Film meiner Meinung nach hervorragend gelungen, denn insbesondere die eher nüchterne Verfilmung der Ereignisse scheint sorgt für ein äusserst authentischen Seh-Vergnügen, das seine Wirkung auf den Betrachter keinesfalls verfehlt und durch seinen dokumentarisch erscheinenden Erzählstil ein hohes Maß an Intensität entfaltet. Diese entsteht vor allem nach dem Absturz des Flugzeugs, denn das unglaubliche Glück, das die Mehrheit der Passagiere hier gehabt haben, ist schon etwas, was einem sehr unter die Haut geht. Man kann es eigentlich gar nicht glauben, das doch so viele menschen diesen furchtbaren Crash überlebt haben, der kurz zuvor gezeigt wurde.
Letztendlich bietet "Katastrophenflug 232" wirklich einen fantastischen und realistischen Einblick in ein Schreckens-Szenario, bearbeitet aber dabei nicht nur den Vorfall an sich, sondern gewährt auch einen tiefen Einblick in die Abläufe, die für eine Rettungsaktion dieser Größenordnung notwendig sind. Es werden die Vorbereitungen gezeigt, in denen insbesondere die Koordinations-Maschinerie beleuchtet wird und es werden auch Schwierigkeiten aufgezeigt, die dabei entstehen können. Desweiteren steht natürlich der aufopferungsvolle Einsatz der Hilskräfte im Focus der Geschichte, die über ihre eigenen Grenzen gehen, um anderen menschen das Leben zu retten. Insgesamt gesehen bekommt man also ein mehr als nur gelungenes Gesamt-Paket serviert, das keine Wünsche offen lässt und vor allem durch seine realistische Inszenierung jederzeit überzeugen kann.
Fazit:
Im Gegensatz zu den üblichen Hollywood-Blockbuster des Katastrophenfilms bekommt es der Zuschauer bei "Katastrophenflug 232" nicht mit sagenhaften Effekten zu tun, sondern wird mit einer authentischen Verfilmung eines echten Unglücks konfrontiert, das auch ohne den ansonsten vorhandenen und oft übertriebenen Helden-Pathos auskommt. Glaubwürdige und sehr gut agierende Schauspieler tun ihr Übriges, um dem Geschehen einen sehr glaubwürdigen Stempel aufzudrücken, was im Endeffekt auch gänzlich gelingt und diese Verfilmung so besonders symphatisch macht. Ein Film, den man gesehen haben sollte, denn hier wird ohne große Übertreibung das reale Grauen gezeigt, das durch einen solchen Unglücksfall entsteht.