Pressestimmen
„Saehrendt ist ein kenntnisreiches, flüssig und unterhaltsam geschriebenes, aber trotzdem auch ernsthaftes Buch geglückt, in dem documenta-Fans manche neue Facette und unbekannte Anekdote sowie Gäste handfeste Tipps finden können. […] Dieses bebilderte und wunderbar illustrierte Buch hat gefehlt und macht Lust auf den Sommer.“ HESSISCHE/ NIEDERSÄCHSISCHE ALLGEMEINE
Pressestimmen
Christian Saehrendt nähert sich in seinem gerade erschienenen „Führer zur documenta-Stadt“ der Weltkunstschau in Kassel auf einem ungewöhnlichen Weg: „Durch verwunschene Landstriche, durch dunkle Wälder, mitten hinein in das finstere Herz Deutschlands.“ Der Kunstwissenschaftler bewegt sich vom hessischen Bergland und von der Weser auf Kassel zu - und schließt die documenta mit den Grimm’schen Märchen kurz. Die schaurig-schönen, im Hessischen angesiedelten und gesammelten Geschichten sind für ihn Ausgangspunkt für eine Parallelisierung von Kunstgeschichtsschreibung und Märchenwelt. Standen in der beginnenden, rationalen Industrialisierung Märchen für ein romantisch-düsteres Paralleluniversum und „für eine Sehnsucht nach Ursprünglichkeit, Heimat, Wunder und Zauber“, hat für Saehrendt heute die moderne Kunst den Platz dieser Sagenwelt eingenommen: Künstler sehen sich als Aschenputtel und Knechte, die im Tiefsten überzeugt sind, vertauschte Prinzen oder Prinzessinnen zu sein. Sehnsüchtig warten sie darauf, dass ein Galerist, Sammler und Kurator in einer goldenen Kutsche vor der bescheidenen Atelierhütte hält und sie zum großen Ball der Kunst mitnimmt, der alle fünf Jahre in Kassel stattfindet. „Wie viele Magier des Kunstmarktes gibt es, die Stroh zu Gold spinnen können?“, fragt Saehrendt. Der Vergleich von Kunst- und Märchenwelt mag auf den ersten Blick bemüht erscheinen, und dass der aus Kassel stammende Saehrendt die jüngsten spektakulären Verbrechen in der Region ebenfalls mit der „schaurigen Aura Hessens“ begründet, ist zu viel des Düsteren. Doch sein Zugang entpuppt sich doch immer wieder als originell. Die documenta-Gründer Arnold Bode und Werner Haftmann etwa beschreibt er als „Märchenonkel“, die „die Sage vom zwingenden Siegeszug der abstrakten Kunst“ erzählten. Überhaupt seien die documenta-Chefkuratoren alle Märchenerzähler, Zauberer und weise Frauen, die die Ausstellungsbesucher „mit einer bunten Mischung aus Bildern und Thesen, aus Poesie und Theorie in staunende Kinder verwandeln“ und ihre persönliche Kunstgeschichte, ihr eigenes Märchen erzählen wollten. Saehrendt ist ein kenntnisreiches, flüssig und unterhaltsam geschriebenes, aber trotzdem auch ernsthaftes Buch geglückt, in dem documenta-Fans manche neue Facette und unbekannte Anekdote sowie Gäste handfeste Tipps finden können. Ein paar Flüchtigkeitsfehler fallen nicht ins Gewicht - dieses bebilderte und von Carmen Strzelecki wunderbar illustrierte Buch hat gefehlt und macht Lust auf den Sommer. Hessisch-Niedersächsische Allgemeine