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Kassandra. SZ-Bibliothek Band 59 [Gebundene Ausgabe]

Christa Wolf
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (19 Kundenrezensionen)

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Kurzbeschreibung

26. Mai 2007
"Ich komme immer wieder in dieses Dukla zurück, um es bei unterschiedlichem Licht, zu unterschiedlichen Tageszeiten anzusehen", schreibt Andrzej Stasiuk, der keine Handlung erzählen will, nur Ereignisse.So kehrt er stets wieder in dieses Dorf am Rande der Karpaten zurück, in dem sommers wie winters "immer etwas los ist". Schon der Knabe folgt den Spuren von Licht und Nacht, lässt sich treiben durch das Dickicht der Nachmittage, an denen eigentlich nichts passiert, die aber gleichwohl dicht angefüllt sind mit Gerüchen und Geräuschen, mit Lichteindrücken und kleinen Abenteuern der Entdeckung. Eines Tages taucht ein braunes Mädchen in weißem Kleid beim Tanzen auf. Der dreizehnjährige Junge verfällt ihrem Bann, er versucht, gleichsam in sie hineinzuschlüpfen, sie sozusagen von innen zu berühren. Doch aller Beobachtungsanstrengungen zum Trotz kommt es nur zu flüchtigen, plötzlichen Begegnungen. Stasiuks Streifzüge durch Dukla folgen unsichtbaren Wegen und Pfaden durch Atmosphären und Stimmungen, er sammelt Erlebnissplitter, in denen er zugleich sich selbst auf die Spur kommt. Es entsteht das vielfarbig schillernde Kaleidoskop eines so flüchtigen wie einprägsamen poetischen Bilderreigens: "Das Bild, der Zwillingsbruder unseres Verstandes, wird uns überleben."


Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 155 Seiten
  • Verlag: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek; Auflage: 1., Aufl. (26. Mai 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3866155093
  • ISBN-13: 978-3866155091
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 12,8 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (19 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 97.722 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Christa Wolf hat die Figur Kassandra lebendig phantasiert und sie aus dem Mythos in ein utopisches Einst als ihren Ort eingeschrieben - ein Einst, das die Vergangenheit und zugleich die Zukunft meint. Es war einst und wird einst sein eine Frau namens Kassandra, eine exemplarische Dissidentin, eine Frau am Schnittpunkt zwischen Patriarchat und Matriarchat, eine Frau, die für sich und ihresgleichen eine lebbare Alternative zum (männlichen) Gewalt- und Herrschaftsdenken sucht, eine Frau, die auf dem rechten Weg scheitert, aber dadurch ihn beglaubigt. Eine Erzählung von klassischer Wucht und Schwere, fast einschüchternd vollkommen" (profil, Wien)

Über den Autor

Bernd Matzkowski ist 1952 geboren. Er ist verheiratet und hat vier Kinder. Lehrer (Oberstudienrat) am Heisenberg Gymnasium Gladbeck. Fächer: Deutsch, Sozialwissenschaften, Politik, Literatur/Theater. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

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22 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Perspektivwechsel 10. April 2008
Von David S.
Format:Taschenbuch
Über den Mythos Troja muss man wohl keine Worte verlieren - er ist hinlänglich bekannt. Christa Wolf verarbeitet diesen Mythos, indem sie die trojanische Seherin und Königstochter zur Erzählerin werden lässt. Diese schildert ihre ganz persönliche Sicht auf ihr Leben in der Retrospektive. Dies beinhaltet zwei (vielleicht von einander stark abhängige) neue Sichtweisen. Ersten wird durch die moderne Erzählung der trojanische Krieg seiner heldenhaftigkeit beraubt, indem der Krieg in seiner Grauenhaftigkeit und Sinnlosigkeit entlarvt wird und zweitens ist die Erzählerin in ihrer Betrachtungsweise konsequent weiblich. Letzteres will heißen, dass die Protagonisten und ihre Handlungen auf ihr Geschlecht zurück geführt werden. Den Vorwurf allerdings das Buch sei Männerfeindlich kann ich nicht teilen. Zwar wird hier animalisch-männliches Verhalten verurteilt (personizifiert durch den Griechenheld Achill), aber Männer kaum pauschal verurteilt. Es gibt durchaus 'positive' Männergestalten.
Die Erzählung ist, fast ausschließlich, als innerer Monolog von Kassandra verfasst, ein Umstand der dazu führt, dass, ins Besondere zu Beginn der Lektüre, wenig klarheit über Chronologie und Wirkungszusammenhänge herrscht. Andererseits kann die Autorin erreichen, dass man so ein Gefühl für die Situation in der sich Kassandra befindet bekommt und sich durch das Geschilderte betroffen fühlt. Die Autorin geht bei der Beschreibung der Charaktere nach mit sehr viel psychologischem Scharfsinn vor. Meiner Meinung nach ist es im Besonderen hervorragend gelungen, die Tragik der Geschichte, die Unausweichlichkeit der Unglücks darzustellen.
Insgesamt eine Lektüre, die mich gefesselt hab und die ich mit Gewinn gelesen habe. Ein wenig Vorwissen um den Mythos kann nicht Schaden, ist allerdings auch nicht unbedingt von Nöten. Kauf- und Leseempfehlung von mir.
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44 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Es dauert, aber dann...! 16. Januar 2005
Format:Taschenbuch
Aufgrund der Tatsache, dass dieses Buch vorgeschriebene Schullektüre war, auf der einen Seite, zum Anderen nach dem Lesen der ersten Seiten stand ich dem Buch äußerst kritisch gegenüber. Das Bittere ist, dass man anfangs wirklich überhaupt nichts versteht, nicht, worum es geht, nicht, wer die handelnden Personen sind. Erst nach einem Drittel des Buches kristallisieren sich langsam echte Handlungsstränge heraus und in der zweiten Hälfte kann man das Geschehen dann nachvollziehen. Wenn man fertig ist, muss man halt noch einmal den Anfang lesen, der im Gesamtkontext durchaus einen Sinn gibt. Das Problem bei der Aufnahme des Buches ist, dass sich die Geschichte keineswegs chronologisch entwickelt, sondern durch zahlreiche Zeitsprünge durchzogen ist, die zu allem Überfluss auch noch vermehrt zu Beginn des Buches auftreten.

Wenn man einmal in die Welt von "Kassandra" eingetaucht ist, dann entsteht eine tiefe Faszination für die mythologischen Figuren, die ja gerade zur Zeit, da Troja und Co. wieder groß in Mode sind, von Interesse sein dürften, und das komplizierte Beziehungsgeflecht, das sie umgibt. Dabei ist es besonders interessant, die ganze Geschichte aus einer radikal veränderten Position zu lesen. "Kassandra" ist kein trojanisches Heldenepos, keine Beweihräucherung männlicher Kampfkraft, sondern das genaue Gegenteil. Aus weiblicher Sicht, nämlich aus Sicht der trojanischen Königstochter Kassandra, werden die Ereignisse geschildert, wobei allerdings nicht der Trojanische Krieg an sich, sondern ihre Seelenlandschaft auf dem Weg zur Selbstfindung- und befreiung im Mittelpunkt steht. Das ist durchaus faszinierend. Mit einer ordentlichen Portion Bitterkeit wirft Kassandra ihren zuweilen glasklaren Blick auf die Geschehnisse um sie herum und entlarvt dabei die Urtypen menschlicher Dummheit und Abgründe. Somit steckt in diesem Buch auch erschreckend viel Wahrheit.
Nebenher begeistert mich auch die Sprache, die eine fast lyrische Schönheit erreicht. Ich habe das Buch ein weiteres Mal komplett laut gelesen, um mir die brillanten Wortkompositionen wirklich auf der Zunge zergehen zu lassen.

Kritikpunkte am Buch sind für mich Folgende:
1. Der Aufbau: Wie gesagt, man durchsteigt den komplizierten Aufbau nach einiger Zeit, nur frage ich mich, ob das Buch weniger gut wäre, wenn es weitesgehend chronologisch geschrieben wäre und komme zu der Erkenntnis, dass nicht. Nun mag man argumentieren, dass das eben der "moderne" Stil sei, der die Unfassbarkeit der Welt hervorhebt. Nur halte ich dem entgegen, dass der moderne Stil nicht auch unbedingt der beste Stil sein muss.

2. Das Projekt "Weibliches Schreiben": Wenn man sich auch mit der Entstehungsgeschichte des Werkes ein wenig auseinander setzt, was im Rahmen des Schulunterrichtes nicht ausbleibt, so kommt Christa Wolfs Vorhaben des "weiblichen Schreiben" alsbald zur Sprache. Dies ist eine neue, feministische Konzeption des Autorentums, in der die Unterdrückung der Frau aufgehoben werden soll und Dinge aus einer speziellen, weiblichen Sicht geschildert werden sollen. Mal ganz davon abgesehen, dass dieser ganze Feminismus-Komplex für mich als Mann vielleicht nicht ganz so interessant ist, so finde ich Christa Wolfs Konzept nicht weniger diskriminierend als die Unterdrückung der Frau. Männer werden in dieser Konzeption als "Unmenschen" pauschalisiert. Ich sperre mich zudem gegen den oft vertretenen Gedanken der Trennung von Mann und Frau. Ich glaube nicht, dass beide Geschlechter die Welt anders sehen. Es gibt Unterschiede zwischen den Menschen als Individuen, aber nicht grundsätzlich zwischen den Geschlechtern. Das mag natürlich jeder sehen, wie er oder sie will, keine Frage, mich verschreckt das "weibliche Schreiben" allerdings ein wenig.

Insgesamt aber ein sehr kluges und durchdachtes Werk, das zu lesen sich lohnt!

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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Brad Pitt, "das Vieh"! 16. März 2008
Von Michael Dienstbier TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Alter Stoff aus neuer Perspektive: In der 1983 erschienenen Erzählung "Kassandra" der in der DDR aufgewachsenen Autorin Christa Wolf wird die Belagerung sowie der Fall von Troja aus der Sicht Kassandras, der Tochter des Königs Priamos, dargestellt. Und die interessiert nicht so sehr für den Schlachtenverlauf oder die heroischen Taten mutiger Krieger. Vielmehr wettert sie gegen den Wahnsinn einer patriarchalen Gesellschaft, in der Männer ihren Trieben auf dem Schlachtfeld und im Schlafzimmer ungestraft freien Lauf lassen und Frauen keine Möglichkeit des Widerstandes besitzen. Besonders der Griechenheld Achill, im Blockbuster "Troja" recht positiv von Brad Pitt auf Leinwand verewigt, bekommt sein Fett weg: "Achill das Vieh, Achill das Vieh [...] Zwischen der Nachwelt und dem Vieh ein Abgrund der Verachtung oder des Vergessens. Apollon, wenn es dich doch gibt, gewähre dies. Ich hätte nicht umsonst gelebt" (84). Kassandra sieht Achills Brutalität als Strategie, um seine Impotenz sowie seine Homosexualität zu verbergen: "Jünglinge, nach denen es ihn wirklich verlangte, und Mädchen als Beweis, daß er wie alle war. Im Kampf ein Unhold, damit jeder sah, daß er nicht feige war, wußte er nichts mit sich anzufangen nach der Schlacht" (88). Männer im Allgemeinen seien doch sowieso nur darauf aus dahin zurückzukehren, wo sie alle hergekommen sind: "[U]nter eure Röcke" (96).

Ein weiterer Schwerpunkt der Erzählung liegt auf der Darstellung der Überwachungsmethoden innerhalb der Mauern Trojas, die deutlich an die Methoden der Staatssicherheit der DDR erinnern. Je unerträglicher die Situation wurde, desto intensiver wurde das Spitzelsystem: "Er zog die Schrauben an. Er warf sein Sicherheitsnetz, das bisher die Mitglieder des Königshauses und die Beamtenschaft gedrosselt hatte, über ganz Troia, es betraf nun jedermann" (107).

Christa Wolf gilt bis heute als die bekannteste und einflussreichste Schriftstellerin der ehemaligen DDR. Sie tritt früh in die SED ein und glaubte bis zuletzt an die Möglichkeit der Weiterentwicklung der Staatsform des Sozialismus, allerdings abseits der damaligen DDR-Staatsführung. Für Marcel Reich-Ranicki war Wolf nichts anderes als eine "DDR-Staatsdichterin". Im Rahmen ihrer 1979 geschriebenen Erzählung "Was bleibt", die aber erst 1990 nach dem Fall der Mauer veröffentlicht wurde und sich um die Bespitzelung einer Schriftstellerin dreht, warfen konservative Kritiker wie Frank Schirrmacher von der FAZ Wolf vor, die Erzählung aus purer Berechnung erst so spät veröffentlicht zu haben, um sich im Nachhinein reinzuwaschen.

Wolfs Utopie eines reformierten Sozialismus findet auch seinen Platz in "Kassandra". Nach dem Fall Trojas lebt Kassandra mit einer Gruppe befreundeter Menschen in den Höhle vor den Stadtmauern, wo jeder jedem hilft und nicht in Reichweite des Spitzelsystems liegt (vgl. 137ff.). Ob Opportunismus oder Ausdruck eines wahren Bedürfnisses: Die Bücher Christa Wolfs nehmen in der deutsch-deutschen Literaturgeschichte eine wichtige Position ein.
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5.0 von 5 Sternen "wer wird, wann, die sprache wiederfinden..."
großartiges buch, reich, voll, wunderbar erzählt in christa wolfs einzigartigem stil, der transparenz und andeutung nebeneinaderstellt, der zeiten verschiebt und doch... Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von J. Segger veröffentlicht
1.0 von 5 Sternen Ein weiteres Buch, das die Welt nicht braucht
Wir haben das Buch als Lektüre in der Schule gelesen und ich fand es vollkommen ungeeignet. Der Stil der Autorin ist sowohl in Sprache als auch im Ausdruck sehr schwer zu... Lesen Sie weiter...
Vor 16 Monaten von Catman veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Kaufempfehlung, da sehr gutes Buch
Das Buch ist total toll und bekommt deswegen 5 Sterne! Christa Wolf hüpft in den Zeiten umher aber das macht nichts, denn so fügt sich die Geschichte langsam zusammen und... Lesen Sie weiter...
Vor 24 Monaten von Matthi veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Sehr interessant
Das Buch ist an sich nicht leicht zu verstehen. Erst, wenn man sich mal in das Buch hineingelesen hat, merkt man, wie gut es doch ist. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 9. Mai 2010 von Diana
1.0 von 5 Sternen Unehrlich und einseitig
"Kassandra" ist Christa Wolfs größter Verkaufserfolg, und mit diesem Buch traf sie 1982-83 in der damals heftig frauen- und friedensbewegten Gesellschaft der... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 9. Januar 2010 von Jan Schneidereit
5.0 von 5 Sternen Troja musste brennen
Der Untergang von Troja, wie ihn die trojanische Seherin und Königstochter »Kassandra« erlebt hat. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 17. Oktober 2009 von S. Bernard
5.0 von 5 Sternen Der Trojanische und der Kalte Krieg
Als Kassandra 1983 erschien, traf Christa Wolf den Nerv der Zeit. Angesichts der atomaren Bedrohung und des Wettrüstens zwischen den Großmächten machte sich in... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 18. September 2009 von Rolf Dobelli
4.0 von 5 Sternen sehr zu empfehlen
Christa Wolfs literarische Verarbeitung des Kassandra bzw. Troja Mythos rangiert noch vor der Lesja Ukrainkas. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 19. Juli 2009 von Michael Pietrucha
5.0 von 5 Sternen Super Erzählweise, aber schwer zu lesen
Zugegeben: In die Geschichte hineinzufinden, ist nicht einfach. Der Zeitwechsel, Kassandras Gedankenstrom und die Tatsache,dass es sich um mythischen Stoff handelt, gestalten die... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 1. Juli 2009 von potoloco
4.0 von 5 Sternen In den Wind geschrieben
Christa Wolf, die gerade ihren 80.Geburtstag gefeiert hat, hat mit »Kassandra« eine historische Erzählung geschrieben, welche den antiken Stoff von der Geschichte Trojas... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 20. März 2009 von Great Pretender
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