Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Sehr gelungener Film über Kaspar Hauser, 7. Februar 2004
"Jeder für sich und Gott gegen alle" basiert auf der wahren Geschichte des Kaspar Hauser, der 1828 in Nürnberg auftaucht. Als er aufgefunden wird, kann er kaum gehen, geschweige denn sprechen oder schreiben. Später stellt sich herraus, dass Kasper Hauser die ersten 17 Jahre seines Lebens in einem Kellerloch eingesperrt war, in dem er keinen Kontakt zu anderen Menschen hatte. Der Regisseur Werner Herzog hat es in diesem Film geschafft ein sehr tiefes Mitgefühl für die Person des Kaspar Hausers zu erschaffen, ohne dabei schnulzig zu werden. Erreicht wird dies indem sehr distanziert erzählt wird und der Zuschauer sich lediglich als unbeteiligter Beobachter fühlt. Wie es wirklich um Kaspar bestellt ist, bekommt man nur aus Gesprächen mit, in denen Kaspar Sätze wie "Die Menschen sind mir wie die Wölfe" von sich gibt. Durch solche Aussagen wird jedesmal die Illusion des Zuschauers zerstört, dem erst das Gefühl vermittelt wurde, dass sich die Lage Kaspars bessert. Dargestellt wird Kaspar von Bruno S., der sehr überzeugend spielt, wie fremd Kaspar Hauser die Welt ausserhalb seines Kellerloches ist. Genial sind auch die Dialoge und die Art und Weise, wie Bruno S. betont. Diejenigen, die Filme mögen, die sich mit ernsteren Themen befassen und nicht auf kurzzeitigen Kinospaß aus sind, kann ich nur dazu raten, sich diesen Film anzugucken. Zu der Qualität der DVD kann ich leider nichts sagen, weil sie derzeit noch nicht erschienen ist. Da der Film Teil der Werner-Herzog Serie bei ArtHaus ist, wird man jedoch mit einer guten Bild-Qualität rechnen können.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Dieser Film ist ein MUSS, 21. Juli 2004
Ich kann mich meinem vorhergegangenen Rezensent nur anschliessen. Dieser Film ist einfach genial umgesetzt. Da mein Vorredner schon alles wesentliche gesagt hat will ich nur meine Meinung zu der DVD kund tun:Bild: Gut (Film ist von 1974, da darf man selbst bei digit. Überarb. kein glasklares Bild erwarten). Ton: Mono [Dolby Digital] (Bei einem solchen Film benötige ich zumindestens kein DTS oder 5.1 Sound) Besonders schön sind die einschaltbaren Audiokommentare Werner Herzog's und Laurens Straub's. Man sollte sich den Film einmal mit und einmal ohne Audiokommentar ansehen, es lohnt sich. Was ich schade finde ist, das nicht mehr Infomaterial über die Schauspieler, insbesondere Bruno S., auf der DVD enthalten sind, ansonsten macht man mit dieser DVD einen Kauf der sich zu 100% lohnt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
einfach gut, 28. Juli 2007
Dieser Film erinnert mich stark an "Woyzeck", ich meine nicht den Film von Werner Herzog, den habe ich leider noch nie gesehen, sondern das Stück von Büchner, das ich vor -zig Jahren im Zürcher Schauspielhaus gesehen hatte (war, glaube ich, von Dürrenmatt inszeniert). Auch in Herzogs "Kaspar Hauser" wird der Mensch zum Fall degradiert, zum Objekt, das man "studieren", mit dem man seine Versuche machen kann. - Besonders schön finde ich die Szene, wo Kaspar Hauser von der Polizei zu seiner Person befragt wird. Weil er eine Frage nicht versteht, beantwortet er sie nicht. Die Polizei notiert "Antwort verweigert". Kaspar Hauser und die Polizei befinden sich praktisch in der gleichen Lage: Kaspar Hauser kann die Frage nicht beantworten, wegen mangelndem Wissen; die Polizei kann den Sachverhalt nicht richtig wiedergeben wegen mangelnder Eigeninitiative, weil sie in ihrem Amtsdenken gefangen ist und daher nicht kurzerhand notieren kann "hat die Frage nicht verstanden". Der Fall ist in ihren Reglementen, usw. nicht vorgesehen, und dass und wie man auf Unvorhergesehenes reagieren könnte, das fällt der Polizei nicht ein. - Der Logiker betrachtet Kaspar Hauser als einen interessanten Fall, und macht mit ihm einen "Versuch". Als Kaspar ihm aus seinem gesunden Menschenverstand heraus klar macht, dass man mit einer ganz einfachen Frage zum gleichen Resultat kommen könne, ist der Logiker einen Augenblick lang perplex, mit dieser Reaktion auf sein hochwissenschaftliches Getue hat er nicht gerechnet und ist etwas überfordert. Besser als die Amtspersonen und der Wissenschaftler oder Möchtegern-Wissenschaftler kommt bei Herzog die Frau des Gefängniswärters weg. Als sie bemerkt, dass Kaspar die Wiege ihres Jüngsten zum Schaukeln bringt, weil das Kind weint, legt sie ihm ohne zu zögern den Säugling in den Arm. Mit ihrem Mutterinstinkt fühlt sie genau: da ist ein Punkt, wo sie einhaken kann, um ein Brücke zwischen Kaspar und seiner Umgebung zu schlagen.
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