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Kasino-Kapitalismus: Wie es zur Finanzkrise kam, und was jetzt zu tun ist [Taschenbuch]

Hans-Werner Sinn
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (33 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

12. Mai 2010
Das amerikanische Bankensystem ist pleite. Deutschlands Banken sind schwer angeschlagen. In Osteuropa tickt die Zeitbombe. Ganze Staaten sind vom Konkurs bedroht. Hans-Werner Sinn, Chef des ifo Instituts, erklärt, wie das Finanzsystem zur Spielwiese von Glücksrittern werden konnte, und analysiert die Gründe der Krise: das Versagen der Rating- Agenturen, der Regulierungsbehörden und der Banken. Aber Sinn blickt auch nach vorne, kritisiert pointiert die in Deutschland aufgelegten Konjunkturprogramme und entwirft selbst einen Masterplan zur Sanierung der Finanzmärkte.

Wird oft zusammen gekauft

Kasino-Kapitalismus: Wie es zur Finanzkrise kam, und was jetzt zu tun ist + Die Target-Falle: Gefahren für unser Geld und unsere Kinder + Das grüne Paradoxon: Plädoyer für eine illusionsfreie Klimapolitik
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Pressestimmen

»Eine faktenreiche und klar gegliederte Analyse.« FAZ

Über den Autor

Hans-Werner Sinn ist Professor für Nationalökonomie und Finanzwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Präsident des renommierten ifo Instituts - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung. Er war Vorsitzender des traditionsreichen Vereins für Socialpolitik und Präsident des Weltverbandes der Finanzwissenschaftler (IIPF). Er hat unzählige Fachartikel und -bücher geschrieben. Als Finanzexperte ist er ein gefragter Gesprächspartner in Politik und Medien.

Wenn Sie Hans-Werner Sinn als Redner buchen möchten, kontaktieren Sie bitte die Econ Referenten-Agentur. Für alle weiteren Anfragen kontaktieren Sie bitte unser Veranstaltungsteam oder die Presseabteilung.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Solide Diagnose, kurzatmiger Behandlungsplan 27. März 2012
Von FMA
Format:Taschenbuch
Sinns Buch zur Finanzkrise fand und findet zu Recht viel Anerkennung. Es ist nicht so voraussetzungslos verständlich wie die ebenfalls sehr empfehlenswerten Bücher von Münchau, Otte, Stiglitz usw., liefert aber viele Details, Daten, Fakten die helfen, sich in das Geschehen tiefer hineinzudenken.

Die Finanzwelt des IT-Zeitalters wird von Sinn umfänglich ausgeleuchtet. Kurz umrissen: Mit der Schnelligkeit der Transaktionen sowie der Komplexität moderner Finanzprodukte geht ein Transparenzverlust und eine Unberechenbarkeit einher, die uns bisher noch viel zu wenig beunruhigt. Verbriefungen verschleiern Risiken und machen es Kreditgebern möglich, Ausstände mit hoher Ausfallwahrscheinlichkeit mühelos in Kapital für andere Geschäfte am Markt zu verwandeln. Das CDS-Geschäft gaukelt Sicherheiten vor, die nicht bestehen. Außerdem setzt hierbei der Handel mit Versicherungen für Risiken, die gar nicht die eigenen sind, Anreize für Spekulanten, Kreditausfälle mit (Markt-)Macht herbei zu führen. Leerverkäufe setzen die gewünschten Markttrends mit denkbar günstigem Einsatz oft erst in Gang. Hedgefonds hebeln sich in schwindelerregende Gewinnzonen - oder aber ins haftungs- und verlustfreie Aus.

Angesichts all dessen agieren die Regierungen bisher relativ hilflos. Sie sorgen dafür, dass das System trotz Pleiten und weiteren Risiken in Gang bleibt. Man spielt auf Zeit, in der Hoffnung, dass Abschreibungen in kleinen Schritten realisiert werden können und Vertrauen in die Märkte zurück kehrt. Dass ist insgesamt nicht die schlechteste aller Strategien. Maßgebliche Systemänderungen sind bisher jedoch nicht in Sicht und somit auch keine Prophylaxe für ähnliche Entwicklungen in der Zukunft, die die Weltwirtschaft dann - immer vorausgesetzt es kommt überhaupt ein wirklich nachhaltiger Konsolidierungsprozess in Gang - auf noch viel wackligeren Füßen treffen wird..

Auch Sinn - in der Analyse oft brillant - steht in der Frage nach möglichen Lösungsansätzen vor dem Dilemma, dass in all den genannten Bereichen die Spreu schwer vom Weizen zu trennen ist. Termingeschäfte können ebenso sinnvolle Absicherungen darstellen wie CDSs oder Long/Short-Kombinationen der Hedgefonds. Private Equity kann Unternehmen retten oder zerstören. CDOs können Risiken auf mehrere Schultern verteilen und so Investitionsbereitschaften erhöhen usw. Ebenso janusköpfig ist die Haftungsbeschränkung, die nach Sinn wesentliche Voraussetzung für einen boomenden Kapitalismus war und ist, nun aber auch den Hasardeuren der Finanzmärkte ihr Spiel erleichtert.

Wer Sinn von seinen Fernsehauftritten kennt, ist angesichts der Marktgläubigkeit, für die er dort oft steht, dennoch positiv überrascht. Sein Denken geht zweifellos in die richtige Richtung, wenn es auf eine Personalisierung oder Institutionalisierung der Risiken auf Seiten der Finanzmarktakteure zielt. Zurücknahme der Haftungsbeschränkung, Zurückhaltung bei staatlichen Hilfen, die auf Steuergeschenke hinauslaufen, Verbesserung der Bankenaufsicht, Erhöhung der Transparenz und keine zusätzlichen Möglichkeiten geschönter Bilanzierungen (etwa in Form von Bad Banks), Erhöhung der Eigenkapitalquote der Banken.

Die Frage ist, ob nicht ein noch viel grundlegenderes Umdenken Gebot der Stunde wäre.
Dass der Markt über Unternehmensfinanzierung, Risikoabsicherung, Kreditwürdigkeit von Staaten usw. entscheidet, ist eine Möglichkeit, die bis zu einem gewissen Punkt hoch effizient ist. Sie geht aber auf der Basis gesellschaftlich legitimierter Profitgier mit großen Kollateralschäden einher. Solange der heiße Kern aller Wirtschaftsdynamik im freien Spiel der auf eigennützige Gewinnmaximierung gerichteten Marktakteure gesehen wird (auch wenn dies hier und dort politisch beschnitten, begrenzt und reguliert wird), wird man letztlich über Symptomkosmetik und -verschiebung nicht hinauskommen. Hier muss ein Umdenken stattfinden, denn der heiße Kern jeder positiven gesellschaftlichen Dynamik ist das Engagement verantwortlicher, nach möglichst hohen ethisch-moralischen Standards agierender Menschen.

Die Frage ist also, wen Politik und das System begünstigen will, welche Erwartungen und juristischen Flankierungen gesetzt werden. Und weit mehr noch, welche Werte auch und gerade für den Bereich der Wirtschaft in unserer Gesellschaft kultiviert werden. Smith, Ricardo und Friedman irren hier ebenso wie Marx oder Keynes. Weder kann der Markt, noch der Staat ethisch-moralische Defizite auf Seiten der vielen Einzelnen in ausreichendem Maße ausgleichen, wenn einmal eine kritische Grenze überschritten ist.

J. Stiglitz, Nobelpreisträger und ehem. Chefvolkswirt der Weltbank schreibt es in seinem Buch "Im freien Fall" so: "..wir haben eine Gesellschaft geschaffen, in der der Materialismus über moralische Bindungen obsiegte, in der das Wachstum, das wir erreicht haben, weder ökologisch nachhaltig noch langfristig gesellschaftlich tragfähig ist, in der wir nicht als Gemeinschaft handeln, um unsere gemeinsamen Bedürfnisse zu befriedigen -. unter anderem weil ein radikaler Individualismus und Marktfundamentalismus" jeglichen Gemeinschaftssinn unterhöhlt, zu einer rücksichtslosen Ausbeutung unvorsichtiger und ungeschützter Menschen und zu einer stetig wachsenden sozialen Spaltung geführt haben. Vertrauen - und nicht nur das Vertrauen in unsere Finanzinstitute - wurde untergraben. Noch ist es nicht zu spät, um diese Spaltungen zu überwinden."
"Wenn die Vereinigten Staaten [und nicht nur diese] ihre Wirtschaft erfolgreich reformieren wollen", so Stiglitz, "müssen sie möglicherweise mit einer Reform der Wirtschaftswissenschaften beginnen."
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50 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lesenswerte Analyse 3. Juni 2009
Von Caliban TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Die auf dieser z.T. geäußerte scharfe Kritik am Buch kann ich nicht ganz teilen. Dessen Stärke liegt nämlich vor allem in der Analyse der Krise, weniger in der Erteilung von Rezepten für die Zukunft, obwohl die Werbung auf dem Buchrücken anderes suggeriert. Mir scheint es - gerade nach Lektüre dieses Werkes - auch weitgehend illusorisch, eine ähnliche Krise in Zukunft sicher verhindern zu wollen

Im Rahmen des analytischen Teils überzeugt das Buch durch eine klare Sprache, eine packende, aber nicht reißerische Darstellung und die Systemkenntnis des Verf. Für einen regelmäßigen Leser der FAZ wird dabei zwar nicht ständig Neues verkündet, viele bekannte Einzelinformationen fügen sich aber in einen größeren Zusammenhang und werden so noch verständlicher. Gleich zu Anfang zeigt der Verf. etwa, wie zwischen den Volkswirtschaften der USA und Deutschlands eine Phasenverschiebung stattfindet: D.h.: Amerikanische Entwicklungen werden hierzulande regelmäßig zeitversetzt nachvollzogen; dies erklärt aus historischer Sicht einerseits den Zorn der u.s.-amerikanischen und britischen Regierung, die die Bundesrepublik zu noch früherer Intervention bewegen wollten, andererseits aber auch das Zögern der Bundesregierung Ende 2008, die von einer Krise nur theoretisch wusste, diese aber noch nicht "fühlte". Viele ähnliche Zusammenhänge - z.B. die Überbewertung der Rolle Chinas, die Verbriefungskaskade, das Versagen der SEC im Fall Madoff werden ähnlich perspektivisch dargestellt.

Erst in letzten von 11 Kapiteln geht der Verf. vorsichtig und - wie ich finde seriös - auf mögliche Konsequenzen aus der Krise ein. Dabei argumentiert er keineswegs im Mainstream der Politik (Stichwort "bad bank-bad idea"), sondern zeigt dem Leser, warum der Geithnerplan für die Bundesrepublik nicht passend ist.

So kann ich das Werk all denen empfehlen, die sich über die Ursachen der Krise informieren wollen; dass das elfte Kapitel vergleichsweise vage bleiben muss, ist eher ein Signum für die Krise der Volkswirtschaftslehre, die durch die jüngsten Ereignisse ausgelöst wurde. Dem Verf. kann man dies kaum anlasten.
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19 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Ich habe dieses Buch bestellt, um mich auf eine Abschlussprüfung im Fach VWL vorzubereiten. Ich hatte kein allzu großes Hintergrundwissen zum Thema Finanzkrise und habe mir erhofft einen guten, möglichst umfassenden Einblick in die Thematik zu erhalten - allerdings hatte ich meine Zweifel, dass das mit nur einem Buch möglich sein würde. Innerhalb weniger Wochen habe ich das Buch komplett durchgelesen, ohne dass auch nur ein Kapitel unverständlich oder langweilig war - dieses Buch bietet den idealen Einstieg ins Thema, ist aber auch für "Fachleute" absolut lesenswert! Es werden große Zusammenhänge klar und logisch erläutert, ohne dass der Schreibstil verschnörkselt oder umständlich wirkt. Ein Fachbuch, das spannend ist, also eine echte Seltenheit ;-)

Mein Fazit: Unbedingt lesen - es lohnt sich!
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Die neuesten Kundenrezensionen
5.0 von 5 Sternen Erstklassiges Lehrbuch zum Thema Bankenkrise
Ich habe genau zum selben Thema bereits das Buch "Im Freien Fall" von Joseph Stieglitz gelesen. Während das Buch von Stieglitz einige(sehr interessante) Thesen Mantrahaft... Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von Florian Lang veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen D i e Analyse der Finanzkrise
eine fundierte und sehr gut dargestellte Analyse
sollte jeder gelesen haben, der sich nicht mehr von unseren Politikern verdummen lassen will
Vor 4 Monaten von Friedhelm Koch veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Augenöffner
Dieses Buch von Hans Werner Sinn ist ein wahrer Augenöffner und lässt erkennen, wie es zu dieser Finanzkrise hat kommen können. Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von Tobias veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Kasino-Kapitalismus
Kann ich leider nicht bewerten, weil ich das Buch gekauft habe, um es zu verschenken. Hab leider keine Rückmeldung dafür bekommen.
Vor 5 Monaten von Ingrid Neid veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Ein Genuss
Auch ich, Gymnasiast aus der Schweiz mit Wirtschaft und Recht als Schwerpunkt, wollte mich über die Finanzkrise aus dem Jahre 2007 informieren und erhoffte, auf ein Buch zu... Lesen Sie weiter...
Vor 7 Monaten von Christian von Pardatsch veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Nur zu empfehlen
In diesem Fall wird die Finanzkrise von einem angesehenen Ökonomen verständlich erklärt, jeder versteht wovon die Rede ist. Lesen Sie weiter...
Vor 8 Monaten von Heiter Laurent veröffentlicht
2.0 von 5 Sternen War Herr Sinn nicht selbst Teil des Ganzen?
Wie ich aus einem anderen Buch erfahren habe, saß Herr Sinn doch im Aufsichtsrat der Hypo und hat anscheinend nichts gemerkt. Lesen Sie weiter...
Vor 11 Monaten von A.G. veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Hervorragende Erklärung der Krise und Ihrer Ursachen
Das Buch bietet einen sehr guten Überblick über die Ursachen, die zur Finanzkrise geführt haben. Lesen Sie weiter...
Vor 16 Monaten von Jörn Dinkla veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Kasino-Kapitalismus
Obwohl Prof. Hans-Werner Sinn für seine "neoliberalen" (neoliberal wird von mir als Vertreter von Milton Friedman und Friedrich August von Hayek bezeichnet; Sinn sieht die... Lesen Sie weiter...
Vor 22 Monaten von Dominique Voigt veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Gute Aufbereitung
HW Sinn schafft es meiner Meinung nach komplexe Zusammenhänge gut und verständlich abzubilden. Lesen Sie weiter...
Vor 23 Monaten von Karl Karafiat veröffentlicht
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