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Karwoche: Kriminalroman
 
 
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Karwoche: Kriminalroman [Broschiert]

Andreas Föhr
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (49 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

Interview Jetzt reinlesen [152kb PDF]
  • Broschiert: 400 Seiten
  • Verlag: Knaur HC (2. November 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426652528
  • ISBN-13: 978-3426652527
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 12,4 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (49 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 5.057 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Föhr lässt seine Figuren auch diesmal in gewohnter und überaus unterhaltsamer Weise ermitteln. Dem Autor gelingt der schwierige Spagat zwischen Lokalkolorit und Spannung, zwischen Witz und Thrill. Seine Personen sind Individualisten mit skurrilen Eigenheiten, die jedoch nie den eigentlichen Plot erdrücken." Main-Echo, 26.11.2011

"Durchweg ein gelungener Krimi, der ohne Probleme in einem `Rutsch´ gelesen werden kann." Lauterbacher Anzeiger, 10.11.2011

"Unterhaltsame und spannende Regionalkrimikost, die humorvoll ist, ohne in peinliche Klischees abzudriften - empfehlenswert!" Büchertreff.de, 08.11.2011

"Föhr glänzt in seinem [...] Roman mit Rasanz, vor allem aber mit Esprit." Weser-Kurier am Sonntag, 30.10.2011

Kurzbeschreibung

Die Kultkommissare Wallner und Kreuthner ermitteln wieder Als Polizeiobermeister Kreuthner von seinem Spezl Kilian Raubert zu einer Wettfahrt herausgefordert wird, lässt er sich nicht lumpen. Mit 150 km/h rauschen sie den Achenpass runter Richtung Tegernsee. Bei einem halsbrecherischen Überholmanöver fegt Kreuthner fast ein entgegenkommendes Auto von der Straße – am Steuer ausgerechnet sein Chef, Kommissar Wallner. Kreuthner versucht, das Autorennen als dienstliche Aktion zu tarnen, und führt spontan eine Straßenkontrolle durch. Dabei bietet sich den Polizisten ein schockierendes Bild: Im Laderaum von Rauberts Lkw kniet eine Tote, das Gesicht zu einer grotesken Fratze verzerrt …

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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Tristram Shandy TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Broschiert|Amazon Vine™ Rezension (Was ist das?)
Das ist doch ein trefflicher Ausgangspunkt für einen Krimi, denn wohl kaum je wird so oft an Mord gedacht, wie in der obengenannten Situation. So beginnt denn auch Andreas Föhrs dritter Krimi um den sympathischen Kommissar Wallner aus dem oberbayerischen Miesbach und seinen zwielichtigen Kollegen Leo Kreuthner mit einem Leichenfund im Hause der Schauspielerfamilie Millruth. Wie schon in seinem Roman Schafkopf verschachtelt Föhr auch in "Karwoche" verschiedene Zeitebenen miteinander, und so sind wir im nächsten Kapitel - genaugenommen dem ersten nach dem Prolog - denn auch einige Monate nach vorn in der Zeit gereist, und erleben, wie Kreuthner sich am Gründonnerstag zu einem illegalen Autorennen mit seinem Kumpel Raubert hinreißen läßt. Da er dabei um ein Haar in ein entgegenkommendes Auto gebrettert wäre und in diesem Auto zufälligerweise sein Vorgesetzter Wallner sitzt und dieser durch den Vorfall - wie Föhr mit Understatement sagt - "neugierig" geworden ist, läßt er das Rennen so aussehen, als habe er Raubert verfolgt, weil dieser sich einer Verkehrskontrolle entziehen wollte. So stößt er beim Durchsuchen des Wagens unversehens auf die Leiche einer Frau namens Hannah Lohwerk, deren Schicksal mit dem der Familie Millruth, wie sich herausstellt, verknüpft ist. Wallner, der eigentlich mit seiner Lebensgefährtin in den Urlaub fahren wollte, beschließt kurzerhand, den Ermittlungen als passiver Beobachter beizuwohnen, und nimmt sich außerdem nochmals des längst abgeschlossenen Millruth-Weihnachtsmordes an. Dabei erhält er ungebetene Unterstützung durch Kreuthner, der allen Grund hat, sich bei seinem Chef ein bißchen anzubiedern.

Wieder einmal liest sich Föhrs Miesbach-Krimi mit seiner Mischung aus der Spannung eines Whodunnit und seinem typischen skurrilen Witz quasi von selbst, und es scheint sich auch eine Entwicklung der wiederkehrenden Figuren anzubahnen. Während Wallner, beeinflußt von teils traurigen, teils komischen Entwicklungen in seinem Privatleben - für letztere ist vor allem wieder sein Großvater Manfred verantwortlich -, einen Lernprozeß hinsichtlich seines Dranges, andere Menschen zu kontrollieren, durchmacht, wird Kreuthner mehr und mehr zu einem zwielichtigen Charakter, dessen Eigenmächtigkeiten manchmal allerdings auch komisch sind - man denke nur an den gefälschten Durchsuchungsbeschluß und seinen Versuch, sich aus der Sache herauszuwieseln. Allerdings erhalten wir nun auch ein wenig Einblick in die Familiengeschichte des chaotischen Polizisten.

Föhrs Fokus liegt in diesem Krimi jedoch vor allem auf der Heuchelei und dem Selbstbetrug einer um ihre Außenwirkung bemühten Schauspielerfamilie, in der eigentlich jeder irgendein schmieriges Geheimnis hat. Dabei mögen einige der Charaktere durchaus etwas zweidimensional erscheinen, und es wird deutlich, daß ihr literarischer Schöpfer ihnen nicht den Hauch eines positiven Gefühls entgegenbringt. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Figuren, mit denen der Leser mitfühlen und mitfiebern kann.

Insgesamt würde ich sagen, daß Föhr auch im dritten Band seiner Miesbach-Reihe seine Munition noch keineswegs verschossen hat und ihm erneut eine spannend-amüsante Kriminalgeschichte mit einem Hauch Lokalkolorit gelungen ist. Ich habe mich beim Lesen jedenfalls herzhaft gekurzweilt.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Familienmord 14. November 2011
Format:Broschiert
Er wächst einem fast so langsam ans Herz, der Leonard Kreuthner.
Nein, nicht wegen seiner Ecken und Kanten, sondern trotz seiner Ecken und Kanten. Bei weitem gilt für diesen oberbayrischen Polizisten nämlich nicht 'Raue Schale, weicher Kern', sondern der Kern ist ebenso rau, wie die Schale, zudem halbseiden und ein wenig dumpf im Handeln. Fettnäpfchen lässt er gerne mal nicht aus und im Herausreden hat er seine wahren Stärken.

'Vielleicht sollten Sie ihm mal eine Therapie spendieren, er macht einen recht wirren Eindruck', rät zumindest eine Zeugin im Buch dem ermittelnden Kommissar und ganz unrecht hat sie da nicht. Ein wenig erhellend wirkt da der Einschub der Kreuthnerschen Familiengeschichte, die ein wenig klärt, in welcher Ahnenreihe Leonard Kreuthner sich befindet und damit auch ein wenig seines Wesens näher beschreibt.

So auch gleich zu Beginn des Buches, in dem er auf der Landstrasse nach Tegernsee nach einer Wette mit seinem alterschwachen Passat ein Rennen gegen einen Kumpel fährt und dabei sich, den Bekannten und, vor allem, seinen Vorgesetzten, Kommissar Wallner (der nichtsahnend und wohl gelaunt mit seiner neuen Liebe Vera auf dem Weg ins lange Osterwochenende am Gardasee sich befindet) in äußerste Lebensgefahr bringt.

Flugs wird das Rennen von Kreuthner zur 'allgemeinen Verkehrskontrolle' erklärt. Wie erstaunt stehen aber Kreuthner, Wallner und der Fahrer des am Rennen beteiligten Lieferwagens dann vor der 'Ladung'. Eine weibliche Leiche. Und ein Fahrer des Lieferwagens, der sich äußerst verdächtig benimmt. Nun ist ein solcher Leichenfund an sich nicht alltäglich am Tegernsee, die weiteren Ermittlungen aber bringen noch ganz andere Dinge zum Vorschein, an denen mehr Personen beteiligt sein werden, als man vorher denkt.

Wallner zumindest, trotz Urlaub, kann sich kaum losreißen von den Ermittlungen. Die Familie Millruth, Schauspieler und wohlhabend am Schliersee residierend, hat zumindest eine intensive Verbindung zur Toten gehabt (und selber einen ominösen Todesfall vor kurzem in der Familie erlebt). Und was ist eigentlich mit dem verschwundenen, ehemaligen rumänischen Hausmädchen der Millruths? Ereignisse tauchen auf, die Jahre zurückliegen und doch ihre Spuren für die Gegenwart hinterlassen haben. Ereignisse, die Kreuthner versucht, hilfreich zu lösen. Da ihm ein Disziplinarverfahren droht, will er dem einzigen Zeugen 'Wallner' doch gut sein und zur Hand gehen und tappt prompt in die nächsten Fettnäpfchen.

Während Wallner nicht locker lässt und sich so langsam in das Dickicht der Geschehnisse (die von Föhr in drei Zeitebenen erzählt werden) vortastet. Vor 15 Jahren fing wohl alles an, am letzten Weihnachten bei Millruths fand es eine Fortsetzung, die bis in die Gegenwart reicht. Das alles geschieht ein wenig zum Leidwesen des eigentlich ermittelnden Kommissars Mike Hanke, der erst langsam seine Rolle in diesem Wirrwarr findet und einsieht, dass man einen Kommissar Wallner trotz dessen Urlaub nicht außen vor lassen kann. Nebenbei muss sich Wallner zwar auch noch um seinen merkwürdig sich verhaltenen Großvater kümmern, aber das fällt schon kaum noch ins Gewicht bei all den persönlichen Verwicklungen, die mehr und mehr in den Mittelpunkt des Geschehens rücken.

Andreas Föhr gelingt es mit seinem Stil, mit wenigen, kantigen Sätzen Personen und Orte zu beschreiben. Wenige Worte nur, und auch der nicht ortskundige Leser kann sich unter 'Hausham' etwas vorstellen, spürt durch das Buch eine greifbare Atmosphäre des kleinen Ortes. So auch im Blick auf die Personen des Buches. Weniger seitenweise Erläuterungen bietet Föhr, um das Innere seiner Figuren näher vorzustellen, allesamt erklärt sich das Wesen der Figuren durch deren Handeln, die Art, zu sprechen, die Form, in der Dinge angegangen und Dialoge geführt werden. Und ebenso zugleich ergibt sich eine erkennbare, regionale Atmosphäre der Gegend um Tegernsee, Schliersee und Miesbach herum, die einfach stimmig und nie übertrieben wirkt.

Gepaart mit einem wiederum sorgsam aufgebauten Fall, vielen Spuren und einem nicht umwerfend, aber doch durchaus noch mit Überraschungen versehenem Ende, weiß Föhr wieder einmal gut zu unterhalten. Auch wenn die Art seines Herangehens an seine Geschichten nun doch aus den letzten beiden Büchern heraus bekannt ist und sich nicht geändert hat. Ereignisse auf drei Zeitschienen (ferne Vergangenheit, jüngere Vergangenheit, Gegenwart) und ein 'vor sich hin Machen' der diversen Figuren mit leicht mangelnder Abstimmung sind ein Schema, dass durchaus auch in diesem Buch wiederum gut funktioniert.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Eine perfekte Familie 2. November 2011
Von Belle's Leseinsel TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Broschiert
Um ein illegales Autorennen zu vertuschen, tarnt Polizeiobermeister Kreuthner dies schnell als eine Verkehrskontrolle. Schließlich hätte er bei einem riskanten Überholmanöver beinahe seinen Chef, Kommissar Wallner, von der Straße gefegt. Bei der anschließenden Fahrzeugkontrolle entdecken Kreuthner und Wallner im Transporter von Kreuthners Spezi Raubert eine Frauenleiche im Innenraum. Obwohl Wallner eigentlich über Ostern mit Freundin Vera verreisen wollte, lässt er es sich doch nicht nehmen, an dem Fall mit zu ermitteln. Schnell stellen die Kommissare eine Verbindung der Toten zu einer bekannten Schauspielerfamilie fest. Deren Tochter wurde einige Monate zuvor ermordet, der mutmaßliche Täter ist längst verurteilt. Doch es scheint Verbindungen zu geben.

Andreas Föhr erzählt in seinem mittlerweile 3. Krimi rund um seine Kultpolizisten Wallner und Kreuthner die Story aus zwei Perspektiven. Zum einen ist man bei den aktuellen Ermittlungen der Toten im Lieferwagen dabei, zum anderen kehrt der Autor immer wieder zu Weihnachten des vergangenen Jahres zurück und erzählt so nach und nach die Geschichte rund um den Tod von Leni, der Tochter der Schauspielerfamilie. Und dadurch ist schnell klar, dass diese beiden Fälle in einem engen Zusammenhang stehen müssen.

Diese beiden Handlungsstränge hat der Autor geschickt gelegt, sodass die Spannung wie auch die Neugier ständig auf einem hohen Niveau liegen. Hinzu kommt, dass die Geschichte von Anfang an ziemlich undurchsichtig ist, somit durch nicht vorhersehbare Wendungen überrascht und man sich eigentlich bis zum Ende nicht sicher sein kann, wie nun alles abgelaufen ist, welches Motiv hinter dem Mord steht, geschweige denn, wer der Täter ist. Und der flüssige, witzige und überaus fesselnde Schreibstil von Andreas Föhr sorgt wieder einmal dafür, dass man sich von Anfang bis Ende hervorragend unterhalten fühlt.

Tja, und dann ist natürlich da noch Polizeiobermeister Kreuthner! Seine unkonventionellen Ermittlungsmethoden, die man auch nicht immer gerade gesetzeskonform nennen kann, sind wieder herrlich humoristisch angelegt, und dass ganze noch versehen im tiefsten bayerischen Dialekt. Aber auch Wallners Großvater Manfred sorgt im Verlauf des Krimis für einige Schmunzler, denn der rüstige alte Herr agiert wieder einmal äußerst verschmitzt.

So sind wieder alle Mitwirkenden wunderbar detailreich beschrieben und stellenweise so angelegt, dass man über ihre wahren Beweggründe lange rätselt. Und auch dem Privatleben von Clemens Wallner und seiner Freundin Vera räumt der Autor wieder genug Raum ein, wobei dies jedoch immer wohldosiert ist, sehr gut in die Story hineinpasst und durchweg unterhaltsam ist.

Fazit: Wer spannende Regionalkrimis mit viel Lokalkolorit und einer komplex angelegten Story mag, der zudem noch mit einen ordentlichen Schuss Humor aufwarten kann, liegt bei "Karwoche" mehr als richtig.
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