Kartoffelkäferzeiten, dien gibt es heute nicht mehr. Keine Plage von Mai-/ und Kartoffelkäfern, kein Eichelkaffee, keine Kohlenknappheit und keine Mäuseplagen. Diese Zeit kurz nach dem 2. Weltkrieg in Deutschland ist fast vergessen und doch war es eine besondere Zeit. Johanna wächst auf in den KARTOFFELKÄFERZEITEN und Paul Maar erzählt ihre Geschichte. Die Sicht der Eltern, die Freiheiten aber auch das eingesperrt sein und den Versuch eines Ausbruchs.
Eine sehr berührende Geschichte, voller Poesie und Wahrheiten. Eine Zeit die nicht mehr ist, so anschaulich zum Leben erweckt, das selbst ich sie aus heutiger Sicht verstehen kann.
Vier Frauen und ein Mädchen, kurz nach Kriegsende und jede von Ihnen muss ihren Mann stehen, so einfach ist und war das. Das jüngste Mitglied der Familie zeigt aber, das die Zeiten sich ändern und schon hat sie ihren eigenen Kopf und will mit dem auch durch die Wand.
Selbst die beiden ältesten Mitglieder sind sich nicht immer grün und heftig sind die kleinen Streitereien, welche zwischen den beiden alten Damen ausbrechen. So manches Mal ist es pure Bösartigkeit, welche den einen oder anderen dazu treibt, zu verletzen und sich und seine Ziele durchzusetzen.
Doch es gibt auch so etwas wie Liebe in der Geschichte, die jüngste und deren Tante verlieben sich, die Kleine in einen Jähzorn ohne Vater, die andere in einen Ami - was für eine Blamage...
Eine ganz ausgezeichnete Geschichte, welche große Gefühle und längst vergangene Zeiten wieder auferstehen lässt. Wunderbar vorgetragen von Andreas Fröhlich, welcher den fünf Frauen Stimme Herz und Verstand gibt. Das am Ende auch noch der Vater aus dem Krieg und russischer Gefangenschaft heimkommt, gibt der Geschichte eine komische und doch traurige Wendung, doch am Schluss kommen alle zusammen und es zeigt sich wie stark Familienbande sind.
Sehr empfehlenswert!