Ich kannte mich bereits recht gut mit Tarotkarten aus, bevor ich anfing, mich für die Lenormandkarten zu interessieren. Das Kartenlegen an sich war für mich also kein komplettes Neuland, aber die Arbeit mit den Lenormandkarten war eine völlig neue Herausforderung, da die Deutung meiner Meinung nach doch wesentlich intuitiver abläuft als beim Tarot.
Während man sich beim Tarot stärker auf einzelne Karten und deren Aussage konzentriert, bildet das Lenormand-Legeschema sozusagen einen Ausgangspunkt für eine Art Geschichte, die uns die Karten erzählen, wobei die Beziehungen zwischen den einzelnen Karten besonders wichtig und gleichzeitig mehrdeutig sind.
Mit dieser ungewohten Mehrdeutigkeit war ich am Anfang ziemlich überfordert. Ich habe mir in den ersten Wochen zahlreiche Bücher zugelegt, aber keines davon war so "berauschend", dass es mir auf Anhieb zugesagt hätte - irgendwie schienen sich die Deutungen zu widersprechen. Außerdem arbeiten die Bücher leider mit ganz unterschiedlichen Kartensets. Während es für die einen wichtig ist, dass die Wolken eine helle und eine dunkle Seite haben, scheint dies für andere keine besonders herausragende Rolle zu spielen. Und während für manche Autoren die Blickrichtung auf einigen Karten entscheidend für die Deutung ist, ändert sich für andere dadurch wenig an der Aussage. Das ist gerade für Anfänger, die sich mit dem intuitiven und somit sehr persönlichen Deutungssystem nicht auskennen, ziemlich verwirrend.
Dann stieß ich auf die Reihe von Alexandra Lara Weng, und auf einmal wurde alles viel "klarer", wenn man das so schreiben kann. Es mag daran liegen, dass meine Intuition eher mit der von Frau Weng übereinstimmt als mit jener der anderen Autoren und dass wir somit auf einer "intuitiven Wellenlänge" liegen - auf jeden Fall sind die Deutungsmöglichkeiten, die in diesen Büchern sowohl für die Einzelkarten (Band 1) als auch für die Kartenkombinationen (Band 1 und Band 2) beschrieben werden, für mich sehr einleuchtend. Auch die ausführliche Beschreibung der einzelnen Positionen der großen Tafel (Band 3) finde ich sehr plausibel, und man kann sie sofort umsetzen. Ein großer Tisch, der Platz bietet für drei Bücher und die große Tafel mit den 36 Karten, reicht im Grunde genommen schon ;-) alles andere folgt automatisch.
Seitdem ich die Bände durchgearbeitet habe, fühle ich mich wesentlich sicherer im Umgang mit den Karten, und ich kann die Reihe jedem Einsteiger ruhigen Gewissens empfehlen. Dazu kommt, dass der Preis "stimmt" - im Gegensatz zu etlichen anderen Einsteigerwerken, die leider wenig Brauchbares für viel Geld verkaufen.
Den fünften Stern hätten die Bände inhaltlich gesehen sicherlich auch noch verdient, aber leider gibt es so viele Rechtschreib-, Grammatik- und Zeichensetzungsfehler, dass es mir beim Lesen ab und zu schon schmerzte. Das wäre ein Manko, das Frau Weng bei einer Neuauflage sicherlich vielleicht beheben könnte (und sollte), sodass die interessante Lektüre nicht durch unnötige Fehler abgelenkt wird.