Kurzbeschreibung
Zu den beliebtesten Orakelformen neben Tarot, Lenormand und Kipper gehört das Kartenlegen mit Spielkarten. Die Kartenlege-Expertin Susanne Zitzl erklärt anschaulich, was die einzelnen Karten zu Liebe, Beruf und Gesundheit sagen und macht mit den verschiedenen Legemethoden vertraut. Durchgehend illustriert bietet das Buch einen spannenden und umfassenden Einblick in die traditionelle Orakel-Kunst des Kartenlegens mit Spielkarten.
Über den Autor
Susanne Zitzl, geboren 1965 und von Beruf Programmiererin, ist geprüfte Astrologin, DAV- und Tarotberaterin. Zusammen mit Hajo Banzhaf ist sie Gründungsmitglied des Ersten Deutschen Tarotverbandes und seit Juni 2009 dessen Vorstandsvorsitzende. Sie hält Einführungs- und Fortgeschrittenenseminare über Tarot und Astrologie. Für die Verbandszeitung „Tarot heute“ ist sie als Autorin tätig und verfasst außerdem Artikel für „Zukunftsblick“ und andere Fachzeitschriften.
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Viele Kartenorakel, besonders der Tarot, haben in den letzten Jahrzehnten eine Metamorphose und Modernisierung erlebt, indem man ihr psychologisches Potenzial erkannt und sie aus der Ecke der Obskuren hervorgeholt hat.
Dieses Glück ist den Spielkarten leider nicht zuteil geworden - ihnen haftet noch immer der Geruch des Zweifelhaften und Ominösen an, auch wenn man sie getrost als Verwandte ersten Grades des Tarot bezeichnen kann und einige Kartenleger mit ihnen arbeiten. Sie werden immer noch oftmals als ein Buch mit sieben Siegeln angesehen. Ihnen wird nachgesagt, sich einer Sprache zu bedienen, die etwas Fatalistisches hat.
Tatsächlich bergen die Spielkarten ein Potenzial, vieles auf der Ereignisebene zu spiegeln, was aber nicht heißt, dass man sie nicht als potenziellen Berater, der Einblick in unser Unterbewusstsein gewährt, verwenden sollte. Die Intention dieses Buches ist es, die oft missverstandenen und mitunter leicht verwaisten Karten aus der Nische der Jahrmarktswahrsagerei hervorzuholen und ihnen die Chance zu geben, ihr eigentliches Wesen zu offenbaren. Hat man ihnen einmal die Möglichkeit eingeräumt, sich in ihrer eigenen (Symbol-)Sprache verständlich zu machen, können die Spielkarten den Ratsuchenden ganze Geschichten erzählen, die einem Abenteuer gleichen. Dieses Buch soll Ihnen die allgemeingültigen Grundbedeutungen und die nötigen Einblicke dazu gewähren. Bitte beachten Sie, dass dieses Buch dabei jedoch keinen Arzt oder Psychologen ersetzen kann.
Mein größter Dank gehört all den Menschen und Wesen, die mich während des Schreibens dieses Buches begleitet und unterstützt haben, allen voran meinem Mann und meinen Katzen, besonders den Katern Barbarossa und Topolino, die stets zugegen waren und deshalb auch als Co-Autoren erwähnt werden dürfen.
Susanne Zitzl Ingolstadt, im November 2007
Eine kurze Geschichte der Karten
Von der Vergangenheit der Spielkarten bis heute
Spielkarten kennt jeder. In unserer modernen Welt finden sie auf verschiedene Art und Weise Verwendung: Als Gesellschaftsspiel zum Zeitvertreib, als Glücksspiel, bei dem es um Bares geht, als Unterhaltung durch Wahrsagerei auf mittelalterlichen Märkten oder als modernes Instrument der psychologischen Selbsterkenntnis.
Doch woher kommen diese Karten, die offenbar etwas Zeitloses und gleichzeitig etwas Altertümliches haben? Wer hat diese Karten, die optisch ein wenig variieren können, aber stets den gleichen Aufbau und die gleiche Struktur haben, erfunden oder entdeckt? Fragen, die sowohl Historiker als auch die so genannten Kartenforscher aus Leidenschaft bis heute nicht genau beantworten können.
Niemand weiß also genau, wann die Karten das erste Mal auftauchten, geschweige denn, wie sie entstanden sind. Dementsprechend kurz und nüchtern ist - bis auf ein paar Anekdoten - auch die Geschichte der Karten. Im 14. Jahrhundert wurden in Europa die Spielkarten erstmals meist in Verboten erwähnt. In Regensburg beispielsweise fanden Karten um 1380 herum Erwähnung in einem konkreten Verbot durch die Kirche. Etwa um die gleiche Zeit wurden sowohl in Florenz als auch in der Provinz Viterbo in der Region Latium Kartenspiele, die "Naibi", "Naibbe" oder "Naih" genannt wurden, verboten. Es dürfte sich hier um die gleichen Karten handeln, von denen der italienische Autor Covelluzzo 1379 feststellte, dass sie aus dem "Land der Sarazenen" kommen (mit den "Sarazenen waren für die Europäer damals ausländisch aussehende Menschen gemeint, besonders die Araber). Diese Begriffe haben sich übrigens bis heute im Italienischen ("Naibi") bzw. Spanischen ("Naipes") erhalten und bedeuten "Spielkarte", wobei das spanische Wort "napia" gleichermaßen mit "gezinkt" übersetzt werden kann. Ungewöhnlich ist außerdem, dass das "ai" dabei scharf getrennt gesprochen wird, was für die romanischen Sprachen eigentlich untypisch ist. Dieses Phänomen weist darauf hin, dass es sich hier um ein aus einer anderen Sprache übernommenes Wort handelt.
Fast gleichzeitig sind in Brüssel, Nürnberg, Paris, St. Gallen und Frankfurt Kartenverbote erlassen worden; nicht zu vergessen ist dabei, dass die Karten in erster Linie nicht aus Gründen der Wahrsagerei verboten wurden, sondern wegen des Spieles: So soll es keine Seltenheit gewesen sein, dass sich manche Familienväter aufgrund des Kartenspiels, bei dem es um viel Geld ging, hoch verschuldet haben und sich so in den finanziellen Ruin gebracht haben, und dieser gefährlichen Spielsucht wollte man einen Riegel vorschieben.
In der Flut an dokumentierten Untersagungen gibt es aber auch durchaus einige positive Aufzeichnungen, die dafür sprechen, dass die Karten - zumindest teilweise - legitim waren oder Akzeptanz fanden: So soll man in Italien versucht haben, die verstärkte Einfuhr von Karten aus Deutschland einzuschränken und zu unterbinden, um sich keine ausländische Konkurrenz zu schaffen. Ferner sollen Aufzeichnungen aus dem 15. Jahrhundert existieren, die belegen, dass damals erstmals Karten von Deutschland nach England exportiert wurden. Des Weiteren soll in Frankfurt um 1390 zum ersten Mal der Beruf "Kartenmacher" - also die Hersteller der Karten - Erwähnung gefunden haben, während in Spanien Ende des 15. Jahrhunderts die Innung der Kartenmacher ("Naiperii") erstmals erwähnt wird. "Kartenmacher" sind als die Ahnen der heutigen Verleger und Spielkartenproduzenten zu betrachten. Sie tauchen zeitgleich mit der Einführung des Papiers auf. Für die Erstellung einer Karte arbeiteten sie mit Schablonen, mit deren Hilfe sie die Papierbögen bedruckten. Die Bilder wurden dann von Hand nachkoloriert.
Die ersten Aufzeichnungen deutscher Kartenmacher reichen ebenfalls etwa bis in das 15. Jahrhundert zurück, wo es auch wandernde Kartenmacher, die aus beruflichen Gründen von Süddeutschland nach Leipzig zogen, gab. Der erste namentlich erwähnte Kartenmacher ist ein Mann namens Christoff Hockendorff aus Altendorf (heute in den neuen Bundesländern). In Deutschland hat sich der Ort Altenburg dann zu einer bedeutenden Stätte der Kartenmanufaktur entwickelt, was man durchaus nachvollziehen kann, denn das bekannte Spielkartenmuseum Altendorfs belegt seine lange Geschichte der Spielkartenherstellung in zahlreichen Zeugnissen.
Dass die Spielkarten jedoch nicht nur Kärtchen aus Pappe mit ein paar bedruckten Bildern sind, sondern auch ein Teil spannende Kulturgeschichte, da sich an ihnen auch das jeweilige Zeitgeschehen widerspiegelt und man an ihnen auch den jeweiligen Zeitgeist ablesen kann, ist unschwer zu erkennen. So gab es früher beispielsweise viele Spielkartendrucke, die bestimmten Monarchen gewidmet waren, ja sogar nur aufgrund bestimmter politischer oder gesellschaftlicher Ereignisse - wie beispielsweise Kriege - aufgelegt wurden.
Auch heute noch gibt es Sonderdrucke von Spielkarten, die bestimmten Situationen oder Menschen zugeordnet werden - man denke nur an das speziell publizierte Kartenspiel der amerikanischen Regierung, in dem jeder Karte eine gesuchte Person aus dem Regime von Saddam Hussein zugeordnet wurde.
Dieses Glück ist den Spielkarten leider nicht zuteil geworden - ihnen haftet noch immer der Geruch des Zweifelhaften und Ominösen an, auch wenn man sie getrost als Verwandte ersten Grades des Tarot bezeichnen kann und einige Kartenleger mit ihnen arbeiten. Sie werden immer noch oftmals als ein Buch mit sieben Siegeln angesehen. Ihnen wird nachgesagt, sich einer Sprache zu bedienen, die etwas Fatalistisches hat.
Tatsächlich bergen die Spielkarten ein Potenzial, vieles auf der Ereignisebene zu spiegeln, was aber nicht heißt, dass man sie nicht als potenziellen Berater, der Einblick in unser Unterbewusstsein gewährt, verwenden sollte. Die Intention dieses Buches ist es, die oft missverstandenen und mitunter leicht verwaisten Karten aus der Nische der Jahrmarktswahrsagerei hervorzuholen und ihnen die Chance zu geben, ihr eigentliches Wesen zu offenbaren. Hat man ihnen einmal die Möglichkeit eingeräumt, sich in ihrer eigenen (Symbol-)Sprache verständlich zu machen, können die Spielkarten den Ratsuchenden ganze Geschichten erzählen, die einem Abenteuer gleichen. Dieses Buch soll Ihnen die allgemeingültigen Grundbedeutungen und die nötigen Einblicke dazu gewähren. Bitte beachten Sie, dass dieses Buch dabei jedoch keinen Arzt oder Psychologen ersetzen kann.
Mein größter Dank gehört all den Menschen und Wesen, die mich während des Schreibens dieses Buches begleitet und unterstützt haben, allen voran meinem Mann und meinen Katzen, besonders den Katern Barbarossa und Topolino, die stets zugegen waren und deshalb auch als Co-Autoren erwähnt werden dürfen.
Susanne Zitzl Ingolstadt, im November 2007
Eine kurze Geschichte der Karten
Von der Vergangenheit der Spielkarten bis heute
Spielkarten kennt jeder. In unserer modernen Welt finden sie auf verschiedene Art und Weise Verwendung: Als Gesellschaftsspiel zum Zeitvertreib, als Glücksspiel, bei dem es um Bares geht, als Unterhaltung durch Wahrsagerei auf mittelalterlichen Märkten oder als modernes Instrument der psychologischen Selbsterkenntnis.
Doch woher kommen diese Karten, die offenbar etwas Zeitloses und gleichzeitig etwas Altertümliches haben? Wer hat diese Karten, die optisch ein wenig variieren können, aber stets den gleichen Aufbau und die gleiche Struktur haben, erfunden oder entdeckt? Fragen, die sowohl Historiker als auch die so genannten Kartenforscher aus Leidenschaft bis heute nicht genau beantworten können.
Niemand weiß also genau, wann die Karten das erste Mal auftauchten, geschweige denn, wie sie entstanden sind. Dementsprechend kurz und nüchtern ist - bis auf ein paar Anekdoten - auch die Geschichte der Karten. Im 14. Jahrhundert wurden in Europa die Spielkarten erstmals meist in Verboten erwähnt. In Regensburg beispielsweise fanden Karten um 1380 herum Erwähnung in einem konkreten Verbot durch die Kirche. Etwa um die gleiche Zeit wurden sowohl in Florenz als auch in der Provinz Viterbo in der Region Latium Kartenspiele, die "Naibi", "Naibbe" oder "Naih" genannt wurden, verboten. Es dürfte sich hier um die gleichen Karten handeln, von denen der italienische Autor Covelluzzo 1379 feststellte, dass sie aus dem "Land der Sarazenen" kommen (mit den "Sarazenen waren für die Europäer damals ausländisch aussehende Menschen gemeint, besonders die Araber). Diese Begriffe haben sich übrigens bis heute im Italienischen ("Naibi") bzw. Spanischen ("Naipes") erhalten und bedeuten "Spielkarte", wobei das spanische Wort "napia" gleichermaßen mit "gezinkt" übersetzt werden kann. Ungewöhnlich ist außerdem, dass das "ai" dabei scharf getrennt gesprochen wird, was für die romanischen Sprachen eigentlich untypisch ist. Dieses Phänomen weist darauf hin, dass es sich hier um ein aus einer anderen Sprache übernommenes Wort handelt.
Fast gleichzeitig sind in Brüssel, Nürnberg, Paris, St. Gallen und Frankfurt Kartenverbote erlassen worden; nicht zu vergessen ist dabei, dass die Karten in erster Linie nicht aus Gründen der Wahrsagerei verboten wurden, sondern wegen des Spieles: So soll es keine Seltenheit gewesen sein, dass sich manche Familienväter aufgrund des Kartenspiels, bei dem es um viel Geld ging, hoch verschuldet haben und sich so in den finanziellen Ruin gebracht haben, und dieser gefährlichen Spielsucht wollte man einen Riegel vorschieben.
In der Flut an dokumentierten Untersagungen gibt es aber auch durchaus einige positive Aufzeichnungen, die dafür sprechen, dass die Karten - zumindest teilweise - legitim waren oder Akzeptanz fanden: So soll man in Italien versucht haben, die verstärkte Einfuhr von Karten aus Deutschland einzuschränken und zu unterbinden, um sich keine ausländische Konkurrenz zu schaffen. Ferner sollen Aufzeichnungen aus dem 15. Jahrhundert existieren, die belegen, dass damals erstmals Karten von Deutschland nach England exportiert wurden. Des Weiteren soll in Frankfurt um 1390 zum ersten Mal der Beruf "Kartenmacher" - also die Hersteller der Karten - Erwähnung gefunden haben, während in Spanien Ende des 15. Jahrhunderts die Innung der Kartenmacher ("Naiperii") erstmals erwähnt wird. "Kartenmacher" sind als die Ahnen der heutigen Verleger und Spielkartenproduzenten zu betrachten. Sie tauchen zeitgleich mit der Einführung des Papiers auf. Für die Erstellung einer Karte arbeiteten sie mit Schablonen, mit deren Hilfe sie die Papierbögen bedruckten. Die Bilder wurden dann von Hand nachkoloriert.
Die ersten Aufzeichnungen deutscher Kartenmacher reichen ebenfalls etwa bis in das 15. Jahrhundert zurück, wo es auch wandernde Kartenmacher, die aus beruflichen Gründen von Süddeutschland nach Leipzig zogen, gab. Der erste namentlich erwähnte Kartenmacher ist ein Mann namens Christoff Hockendorff aus Altendorf (heute in den neuen Bundesländern). In Deutschland hat sich der Ort Altenburg dann zu einer bedeutenden Stätte der Kartenmanufaktur entwickelt, was man durchaus nachvollziehen kann, denn das bekannte Spielkartenmuseum Altendorfs belegt seine lange Geschichte der Spielkartenherstellung in zahlreichen Zeugnissen.
Dass die Spielkarten jedoch nicht nur Kärtchen aus Pappe mit ein paar bedruckten Bildern sind, sondern auch ein Teil spannende Kulturgeschichte, da sich an ihnen auch das jeweilige Zeitgeschehen widerspiegelt und man an ihnen auch den jeweiligen Zeitgeist ablesen kann, ist unschwer zu erkennen. So gab es früher beispielsweise viele Spielkartendrucke, die bestimmten Monarchen gewidmet waren, ja sogar nur aufgrund bestimmter politischer oder gesellschaftlicher Ereignisse - wie beispielsweise Kriege - aufgelegt wurden.
Auch heute noch gibt es Sonderdrucke von Spielkarten, die bestimmten Situationen oder Menschen zugeordnet werden - man denke nur an das speziell publizierte Kartenspiel der amerikanischen Regierung, in dem jeder Karte eine gesuchte Person aus dem Regime von Saddam Hussein zugeordnet wurde.