In diesem Buch beschreiben 16 Psychologen, Diplom- und Sozialpädagogen ihren individuellen Einstieg in den Beruf und schildern ihren beruflichen Alltag. Dabei fällt auf, dass die Berufsfelder, in denen die Befragten tätig sind, wesentlich weiter gestreut sind als man erwarten würde. Vorgestellt werden unter anderem Diplompädagogen, die als freie Texter für die Medizintechnik und in der Studienberatung von Hochschulen arbeiten, Psychologen, die bei der Bundesagentur für Arbeit und als freiberufliche Trainerin für Verkaufsschulungen tätig sind und Sozialpädagoginnen, die Personalreferentin in einer Forschungseinrichtung bzw. Beraterin bei einer Krankenkasse sind.
Und es lassen sich noch weitere beachtenswerte Dinge feststellen. So geben mehrere Interviewpartner an, dass das Thema der Abschlussarbeit, in einigen Fällen sogar die Abschlussnoten für den Berufseinstieg von untergeordneter Bedeutung waren, dafür aber bereits vorhandene Berufserfahrungen positiv bewertet wurden. Als Stellensuchende/r in diesen Berufen muss man sich demnach genau überlegen, welche Kompetenzen man bei seinen Bewerbungen in den Vordergrund rückt.
Interessant ist auch, dass in etlichen Fällen das Studienfach nicht dem ursprünglichen Ziel entsprach, sondern gewählt wurde, weil der Notendurchschnitt für das Wunschfach fehlte, bzw. dass zwar ein grundsätzlicher Studienwunsch bestand, in Ermangelung vor allem mathematisch-naturwissenschaftlicher Kenntnisse aber letztlich ein gesellschaftswissenschaftliches Fach gewählt wurde. Dennoch sind die meisten Interviewpartner mit ihrer derzeitigen Situation durchaus zufrieden, auch wenn einige heute eher ein Jura- oder BWL-Studium absolvieren würden. Unzufrieden mit ihrer Studienwahl sind dagegen verständlicherweise vor allem jene, denen trotz teilweise langer Suche der Einstieg in eine ausbildungsadäquate Tätigkeit nicht gelungen ist. Als Leser glaubt man dabei stellenweise zu erahnen, dass die Auswahl des Studienfaches wohl zu stark nach Kriterien erfolgte, die man mit den Begriffen 'Helfersyndrom' oder 'Blauäugigkeit' umschreiben kann. Erfolgreich in ihrem Beruf tätig sind nämlich vor allem jene Personen, denen es gelingt, ihre Ziele zu benennen und eine klare Trennungslinie zwischen Beruf und Privatleben zu ziehen.
Ergänzt werden die Interviews durch einige Analysen zum Arbeitsmarkt für die genannten Berufsgruppen, der im Ganzen gesehen alles andere als rosig ist. Berufseinsteiger sollten sich dadurch aber nicht entmutigen lassen, sondern die positiven Beispiele in dem Buch als Mutmacher sehen, um den eigenen Weg weiter zu gehen.