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Karrieren unter der Lupe: Lehramt und Alternativen
 
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Karrieren unter der Lupe: Lehramt und Alternativen [Taschenbuch]

Margarete Hucht , Andreas Kunkel
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 140 Seiten
  • Verlag: Lexika; Auflage: 1 (2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3896943731
  • ISBN-13: 978-3896943736
  • Größe und/oder Gewicht: 17,6 x 11,4 x 1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 803.427 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Über den Autor

Margarete Hucht arbeitete nach dem Studium und Volontariat als Chefredakteurin eines bundesweiten Hochschulmagazins. Auf Agenturseite wirkte sie anschließend als Medienberaterin für Unternehmen. Heute ist sie als freie Journalistin insbesondere zu den Themen Business und Karriere sowie Kunst und Kultur für Magazine und Zeitungen tätig. Sie wird als Ghostwriterin und Texterin von Firmen und Organisationen beauftragt.

Andreas Kunkel ist Chef einer Kommunikationsagentur und Mitgründer des Münchner Journalistenbüros con.Text. Als freier Journalist arbeitet er für Online-Redaktionen und veröffentlicht in führenden Tageszeitungen und Magazinen - u.a. zu den Themen studentisches Leben, Beruf und Karriere. Dozent und Autor von Büchern und Abhandlungen zum Thema Mediensoziologie und Kommunikationswissenschaft.

Auszug aus Karrieren unter der Lupe: Lehramt und Alternativen. von Margarete Hucht, Andreas Kunkel. Copyright © 2003. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Leseprobe
I Die Nadel im Heuhaufen
Neue Lehrer braucht das Land. Oder zumindest: zusätzliche. Der "Lehrernotstand" ist so eklatant, dass sich mittlerweile die für Schulen und Ausbildung zuständigen Bundesländer bei der Rekrutierung von Lehrämtlern "Wildwestmethoden" bedienen oder sich diese zumindest vorwerfen. Die Kultusminister fordern sich gegenseitig zum Duell. Wer schneller und genauer schießt – also eine flottere Ausbildung und bessere Berufsaussichten bietet – hat vielleicht einen umworbenen Pädagogen mehr in seinem Bundesland. Nach "miserablen beruflichen Aussichten", die Lehramtsstudierenden noch in den Neunzigerjahren attestiert wurden, stellt nun beispielsweise Bayern spontan zusätzlich 500 Junglehrer mit Zweidrittel-Arbeitsverträgen ein, verdreifacht Nordrhein-Westfalen die Stellenbudgets, mit denen die Schulleiter selbstständig Personal aussuchen können, bittet Niedersachsen überzählige Lehrer aus Thüringen zum bezahlten Umzug. Parallel dazu wird die Kapazität der eigenen Anfängerstudienplätze für das Lehramt an Grund-, Haupt- und Realschulen erhöht. Und das Saarland eröffnete derweil den kurz zuvor eliminierten Studiengang für das Lehramt an berufsbildenden Schulen aufs Neue.
Gute und vor allem immer mehr Lehrer werden gebraucht – und zwar schnell. Das liegt zum einen an dem derzeit in den Lehrerzimmern stattfindenden Generationswechsel – in den nächsten zehn bis 15 Jahren werden vermutlich rund 50 Prozent der Pädagogen pensioniert. Zum anderen war die berufliche Aussicht für Lehramtsstudierende, später auch in ihrem anvisierten Beruf arbeiten zu können, lange Zeit so düster, dass immer mehr karriereorientierte Abiturienten dem Lehramtsstudium nichts abgewinnen konnten oder nach dem Staatsexamen doch lieber in die damals boomende IT-Branche wechselten. Hinzukommt, dass Pädagogikstudierende nicht mehr unbedingt den staatlich vorgegebenen Weg in die Schule beschreiten wollen. Alternativen finden sich auch anderswo: Bei Privatschulen oder Nachhilfeinstituten etwa oder in der Erwachsenenbildung. So entfallen etwa ein Fünftel aller den Arbeitsämtern gemeldeten Stellen für Lehrer auf die verschiedenen Einrichtungen der Erwachsenenbildung. Auch die Wirtschaft kann (immer noch) eine lukrative Wahl sein: Das Dienstleistungsgewerbe, Agenturen, Verlage und Versicherungen versprechen sich von Lehrämtlern Engagement, eine vergleichsweise hohe fachliche Flexibilität und vor allem soziale Kompetenz, meldet etwa der Informationsdienst der deutschen Wirtschaft Köln.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Wie sieht eigentlich der berufliche Alltag von HochschulabsolventInnen aus? Dieser Frage geht die Reihe ‚Karrieren unter der Lupe' nach. Im vorliegenden Band werden 15 Menschen vorgestellt, die ein Lehramtsstudium absolviert haben und seitdem als Lehrer arbeiten, und solche, die nach Abschluss des Studiums einen anderen Beruf ergriffen haben. Zu Wort kommen Lehrer aller Schularten sowie unter anderem eine Schulbuchredakteurin, eine Personalreferentin, eine Softwaretrainerin und ein Content Manager.

Interessant ist, dass sich sowohl bei den heutigen Lehrern als auch den Nicht-Lehrern einige parallele Denk- und Handlungsweisen feststellen lassen. So geben alle interviewten Lehrer an, dass sie Ihre Berufswahl sehr bewusst getroffen haben, dass sie große Freude an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen haben und dass sie das in ihrem Beruf für unverzichtbar halten. Zugleich beanstanden sie, dass in der universitären Ausbildung zu wenig pädagogisches Wissen vermittelt wird und man daher als Lehrer bereit sein muss, sich dieses Wissen selbst anzueignen. Bemerkenswert ist auch, dass alle befragten Lehrer neben ihrer hauptberuflichen Tätigkeit freiwillig weitere Aufgaben übernommen haben. Die Gründe dafür liegen offensichtlich im Bedürfnis nach Abwechslung und im Wunsch nach intellektuellen Herausforderungen, die ihrer Altersgruppe entsprechen.

Auch die Interviewpartner, die sich letztlich gegen den Beruf des Lehrers entschieden haben, bringen Argumente vor, die sich ähneln. Als Gründe werden hier vor allem Einschränkungen bei der persönlichen Entfaltung und die begrenzten Aufstiegsmöglichkeiten angeführt. Außerdem haben mehrere der Befragten in ihrer Referendariatszeit festgestellt, dass der tägliche Umgang mit Kindern und Jugendlichen sich doch nicht mit ihren Vorstellungen von beruflicher Erfüllung deckt.

Fazit: Das Buch ist für all diejenigen interessant, die sich ihrer eigenen Entscheidung für den Beruf des Lehrers noch nicht sicher sind, denn es zeigt die Anforderungen und Chancen des Berufsstandes auf, aber auch Wege zu beruflichen Alternativen. Dafür hat es 5 statt 4 Punkte verdient. Doch leider haben sich die beiden Autoren bei ihren eigenen Aussagen wenig Mühe gegeben. Da gibt es Formulierungen wie „Das geschieht zunehmend weniger ...", „Das liegt ... am derzeit in den Lehrerzimmern [?] stattfindenden Generationenwechsel" (S. 5) und „Nicht alle ... sind bereit, sich vor den immer voller werdenden Klassenkarren spannen zu lassen" (S. 11). Das klingt - in Abwandlung einer Kapitelüberschrift des Buches - wie ‚Die heiß gestrickte Nadel im Heuhaufen'. Gerade bei Büchern zu diesem Berufsfeld wäre aus meiner Sicht jedoch mehr sprachliche Sorgfalt angebracht.

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