In diesem Buch berichten 7 Geographen, 5 Geophysiker, 3 Geologen und eine Biologin mit Arbeitsschwerpunkt Bodenkunde über ihr Studium und ihre beruflichen Tätigkeiten. Als angehende/r Geowissenschaftler/in bekommt man dadurch einen Einblick in die Berufsfelder, in denen Absolventen der genannten Studienrichtungen tätig sind. Wie die Autorin treffend feststellt, sind bei vielen Studierenden die Vorstellungen über die Berufsmöglichkeiten noch nebulös, aber "Orientierung in unbekanntem Gelände sollten Geowissenschaftler ja während ihres Studiums gelernt haben". Und so soll auch ihr Buch dazu beitragen, den Nebelschleier etwas zu lüften.
Die Zusammenstellung der Personen mag etwas merkwürdig erscheinen, weil die vorgestellten Geographen im Studium überwiegend gesellschaftswissenschaftliche Schwerpunkte gewählt haben und heute z.B. als Online-Redakteur, als Projektleiter bei der IHK oder als Lehrer arbeiten, während die anderen Geowissenschaftler reine Naturwissenschaftler sind. Doch auch deren Tätigkeiten haben sehr viel mit Menschen zu tun. So arbeitet einer der Geologen als Museumsleiter und die Geophysiker unter anderem als Beauftragter für Strahlenschutz in einem Klinikum, als Experte für Naturrisiken bei einer Rückversicherung und als Patentprüferin beim Europäischen Patentamt.
Bei den Schilderungen der Personen fällt außerdem auf, dass die Abschlussnoten für den Berufseinstieg in der Regel eine untergeordnete Rolle spielten; eine Ausnahme davon bilden nur zwei ebenfalls vorgestellte Hochschullehrer, in deren Fällen sehr gute Noten unumgänglich waren, um überhaupt zur universitären Laufbahn zugelassen zu werden. Für den übrigen Personenkreis bringt es eine Geologin so auf den Punkt: "Nach meinen Abschlussnoten hat mich nie irgendjemand gefragt", einer der Geographen stellt fest: "Noten spielen nicht die Hauptrolle, sondern eher das Gesamtbild", und ein weiterer Geograph ergänzt: "Nicht das Studium, sondern die Person ist entscheidend". Das klingt insofern beruhigend, als in der öffentlichen Wahrnehmung die Fachkenntnisse von Geowissenschaftlern noch immer wenig bekannt sind. Eine zentrale Aufgabe aller angehenden Geowissenschaftler sollte es daher sein, neben ihren fachlichen auch ihre überfachlichen Kompetenzen genau zu kennen und diese anderen gegenüber selbstbewusst vermitteln zu können. In diesem Buch findet man 16 Beispiele dafür, welche Kompetenzen das sein könnten.