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Produktinformation
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Mit Beiträgen von Andrej Angrick, Ruth Bettina Birn, Martin Cüppers, Florian Dierl, Siegfried Gasparaitis, Carlo Gentile, Hannes Heer, Martin Hölzl, Peter Klein, Elisabeth Kohlhaas, Konrad Kwiet, Stephan Linck, Klaus-Michael Mallmann, Jürgen Matthäus, Jacek Mlynarczyk, Bogdan Musial, Karin Orth, Gerhard Paul, Dieter Pohl, Alexandra Przyrembel, Katrin Reichelt-Waite, Volker Rieß, Wolfgang Scheffler, Gudrun Schwarz, Knut Stang, Lawrence D. Stokes, Johannes Tuchel, Christl Wickert, Michael Wildt und Irmtrud Wojak.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Diese Taten dürfen NIE vergessen werden!,
Rezension bezieht sich auf: Karrieren der Gewalt. Nationalsozialistische Täterbiographien. (Gebundene Ausgabe)
Das Buch stellt 23 mehr oder weniger ausführliche Biografien von NS-Täterinnen und -Tätern vor, die von 23 Autorinnen und Autoren verfasst wurden. Alle Autoren sind Geschichtswissenschaftler, manche auch Sozialwissenschaftler oder Soziologen, aus dem In- und Ausland. Die Aufsätze folgen strikt dem erreichbaren Belegmaterial, ausnahmsweise persönlichen Zeugnissen der Täter und der Literatur zum Themenkomplex.
Irritierend fand ich die Verwendung von rund 150 Abkürzungen, die im Abkürzungsverzeichnis erklärt werden und Begriffe wie 'AOK - Armeeoberkommando', 'OKW - Oberkommando Wehrmacht' ebenso enthalten, wie 'StAL - Staatsarchiv Ludwigsburg' und 'u. k. - unabkömmlich'. Diese erschweren nicht nur das Verständnis, zumal jegliche erläuternde Angaben zur Struktur der Institutionen, in denen die Täter organisiert waren fehlen, sondern greifen teilweise undistanziert auf den Jargon der verhüllenden NS- und Wehrmacht-Sprachreglung zurück, die unzweifelhaft ein wesentlicher Bestandteil des 'Systems' war. Von dieser Praxis setzt sich der Autor Konrad Kwiet ab, indem er genau diesen Sprachgebrauch herausstreicht, beispielsweise mit der Erläuterung von 'Kuschelgelände' (!) als einer Landschaft mit Gräben und Mulden, Schluchten und Hügeln, die als idealer und bevorzugter Tatort für Massenerschießungen galt, weil sie die Tötung und Einscharrung der Opfer erleichterte. Die Biografien geben nicht nur Auskunft über Taten, die mir beim Lesen zu einer 'Bewusstseinserweiterung' verholfen haben, sondern auch über den oft genug kläglichen Umgang mit den Tätern nach dem Krieg seitens 'Entnazifizierungskommissionen', Gerichten, politischen Machthabern (dies wird mit der Erwähnung von Gesetzgebung nur gestreift) und Medien. In diesem Zusammenhang ist es lohnend, darauf hinzuweisen, dass die vorliegende Sammlung auch im Sinne des Mitherausgebers Gerhard Paul einen neueren Anlauf von Historikern darstellt, die Taten mit konkreten Personen in Verbindung zu bringen und damit aus der jahrzehntelang geübten verdünnenden Pauschalisierung als 'Nazis', die in den Medien ungebrochen im Schwange ist, auszubrechen. Daran zeigt sich, dass selbstverständlich auch Geschichtswissenschaft gesellschaftlich funktional ist und dass der Mut, sich den gesellschaftlichen Dimensionen der Täterschaft und Sympathisantenschaft ungezählter Deutscher zu stellen, auch in der Geschichtsschreibung jahrzehntelang nur marginal vorhanden war. Denn, auch wenn die Autorin Karin Orth das Gegenteil behaupten will ("viele NS-Täter stammten nicht aus (bildungs-)bürgerlichen Schichten"), so wird an den vorgestellten Täterbiografien uneingeschränkt deutlich, dass der nationalsozialistische Staat ein gesammtgesellschaftliches Phänomen war, das ausnahmslos alle Schichten betraf und auch den Klerus nicht ausschloss. Diese Taten dürfen NIE vergessen werden! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Täterbiographien,
Von
Rezension bezieht sich auf: Karrieren der Gewalt: Nationalsozialistische Täterbiographien (Gebundene Ausgabe)
Seit wenigen Jahren sind die Täter der nationalsozialistischen Massenmorde mehr in den Focus der historischen Forschung gerückt und das Bild vom namenlosen "Nazi-Schergen", der in ganz Europa Juden ermordete oder bei der Ermordung unterstützte wird immer mehr von der Einsicht verdrängt, dass die Täterprofile vielfach differenziert sind und sehr viele nicht unbedingt überzeugte Nationalsozialisten waren und trotzdem als Antriebsräder im Vernichtungsbetrieb während des III. Reiches funktionierten und später fast ausschließlich keinerlei Reue für ihre Taten empfanden.
In diesem Buch werden die Lebensläufe von 23 verschiedenen Täter und Täterinnen von namhaften Autoren nachgezeichnet, die alle als ausgewiesene Experten im Bereich der Geschichte der nationalsozialistischen Judenverfolgung gelten können. Das erschreckende an diesen unterschiedlichen Tätern ist, überwiegend sind es "normal" sozialisierte Menschen, die zu Tätern wurden. Es gibt nicht den speziellen Typus des für den Massenmord besonders prädestinierten Täters, den sich viele immer vorstellen. Vom Sadisten, der Spaß an seiner Arbeit hatte, über den Alkoholiker aber auch den kühl und berechnend handelnden Bürokraten, den langjährigen Polizisten und den gebildeten Akademiker war alles an Typen vertreten. Umso wichtiger ist es nach wie vor den nationalsozialistischen Tätern ein "Gesicht" und eine Biographie zu geben, um den Gesamtkomplex des Nationalsozialismus in Deutschland verstehen zu können. Alle 23 Lebensläufe sind auf wenigen Seiten sehr prägnant zusammengefasst und ein jeder Autor analysiert den jeweiligen Täter auf den vorliegenden Fakten. Das Buch ist sehr gut lesbar und die verwendeten Abkürzungen werden im Anhang kurz erklärt. Dieses bereits 2003 in 1. Auflage erschienene Buch leistet hierzu einen wichtigen Beitrag und ist daher unbedingt zu empfehlen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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