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Hoffen mir, dat Rusenmondaach dat Sönnsche schön schink, 5. Januar 2011
Helga Resch ist Lektorin des Kölner Kiepenheuer & Witsch Verlages.
Wenn man da in den Karnevalstagen anruft, melden die sich mit 'Hier
Kiepenhäuser und Flitsch', 'Kistenhauer und Wisch' oder so. Wenn überhaupt..
Ab Aschermittwoch dann wieder ganz normal 'Wiepenheuer & Kitsch'.
Für den Ortsfremden, der vielleicht den Karneval nur aus dem Fernsehen
kennt, ist es eine Überraschung, dass sie empfiehlt den Fernseher abzuschalten
und sich selber ins Gewühl zu begeben, weil die Fernsehwirklichkeit dem
richtigen Kölner Karneval nur unzureichend nahekommt, schon wegen der
Übersetzung ins Hochdeutsche.
Was man übrigens noch abschalten soll, ist der Kopf.
Es gibt viele praktische Tipps , wann man ankommen soll (Weiberfastnacht am
Vormittag) wo man hingehen soll, welche Kneipen, und dass
man außer Geld und Schlüssel nichts mitnehmen soll.
Zum Beispiel kein Handy, weil es zum Telefonieren viel zu laut ist:
'Sie werden Kneipen betreten, in denen sich so viele Menschen befinden,
dass Sie das Wort Gedränge völlig neu definieren müssen'. Wenn es
einem zu eng wird, soll man nicht hinausgehen, weil man nicht wieder
reinkommt. Wenn sich einer einhakt, macht man mit und wenn man ein Kölsch
über den Arm gekippt bekommt sagt man lächelnd: Das macht nix.
(Dat maht nix ?)
Es geht stichwortartig von A bis Z. Und es kommen so merkwürdige Lemmata
vor wie 'Divertissementche oder 'Stippeföttche'.
Am Schluss gibt es ein paar Lieder, zum Beispiel von den Bläck Fööss.
Die werden auf der ersten Silbe betont und bläck heißt nicht 'schwarz'
sondern 'bar' also barfüßig.
Eins der berühmtesten Lieder von ihnen fordert dazu auf,
den Kölner Dom ebendort zu belassen, weil er dort hingehöre und
spricht einer Änderung seines Standortes jeglichen Sinn ab..
Man kann es sich im übrigen Deutschland vielleicht nicht so vorstellen,
wie durchkarnevalisiert diese Zeit im Rheinland ist.
Ein Berliner Professor hatte einmal in diesen Tagen einen Termin bei
einer Bonner Behörde, fährt da nichtsahnend hin und am Eingang kommt
ihm der Leiter mit einem riesigen Schaumstoff-Hammer
entgegen..
P.S.
Der erste Preisträger des Ordens wider den tierischen Ernst, 1950,
der Staatsanwalt J.A. Dugdale, hat einem Delinquenten während
der Karnevalszeit Urlaub gewährt, weil er es ihm nicht zumuten wollte,
'die höchsten Feiertage' im Rheinland hinter Gittern zu verbringen.
(Wikipedia)
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