Der Prophet und Dichter Ilango und vier bemerkenswerte Frauen, eine verführerische Meisterin der Tanzkunst, eine treue Ehefrau, eine jugendliche Verfechterin der Freiheit und eine weise Yogini sind die zentralen Figuren dieses Romans; der Ort des Geschehens ist das alte Indien. Der Roman basiert auf dem Shilappatikaram, dem klassischen Epos Südindiens.
Behutsam entführt die Autorin Anjali Sriram den Leser in eine Welt sinnlicher Magie.
Neun verschiedene Gefühlszustände überschreiben die neun Kapitel des Romans und bilden den Rahmen der Handlung. Die mit Worten gezeichneten Bilder spiegeln dabei eindrucksvoll die vielfältigen Verstrickungen des zwischenmenschlichen Miteinanders, von Liebe, Rache, Schicksal, Weisheit und Vergebung.
Die Handlung beginnt in mystischen Sphären zunächst noch in einem beschaulichen Tempo, entwickelt sich dann immer zügiger und durchwandert die verschiedenen Dimensionen des Seins. Durch teilweise nur schemenhaft angerissene Szenen beschleunigt die Autorin nach und nach geschickt das Tempo der Geschichte, erzeugt Dynamik, ja förmlich einen Sog der Ereignisse, und ehe der Leser sich versieht, befindet er sich mitten im Geschehen. Mitten in einer bunten, facettenreichen und fantastischen Welt, einer sich immer mehr verschachtelnden Wirklichkeit aus Ursache und Wirkung.
Der Tanz des Karma nimmt seinen Lauf: Mystisch, ergreifend, poetisch, sinnlich, fesselnd, erotisch, fatal, dramatisch, emotional, spirituell und inspirierend zugleich.
Fazit:
Dieses Werk nimmt einen gefangen, berührt einen zutiefst. Wer so schreibt, hat Asien und im besonderen Indien geatmet.
Eine Empfehlung für alle Liebhaber der anspruchsvollen Literatur und ein absolutes Muss für alle die bereit sind, sich auf die unfassbare Realität des Lebens in all ihren Dimensionen, auf den KarmaTanz, einzulassen.