Sprachlich sehr schön gemacht, entführt das Buch in das 19. Jahrhundert. Geradezu mühelos läßt der Autor niederrheinische Originale vor dem Auge des Lesers erstehen. Der furiose Anfang, in dem der Autor ein Feuerwerk an Witzen zündet, flacht auf der Mitte etwas ab, wenn der Plot ein stärkeres Gewicht bekommt, bleibt aber sehr gut zu lesen. Hier haben wir es außerdem wieder mit einem Autor zu tun, der keine Angst hat, einen gepflegten Stil zu benutzen, was ihn angenehm von den meisten Autoren absetzt, die historische Settings mit Drei-Wort-Sätzen abzuhandeln pflegen, oder sich bei gar zu ambitionierten Konstruktionen selbst an "nachklappernden" Verben erdrosseln. Figurenzeichnung, Spannungsbogen und Stil sind also durchweg gelungen und haben in mir die Lust auf mehr geweckt. Und dabei hatte ich weder mit der Zeit noch den Personen etwas "am Hut".
Gratulation - ein schönes Buch!