14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Spannender und fundierter historischer Roman, 4. Mai 2003
Rezension bezieht sich auf: Karl Martell - Der erste Karolinger (Taschenbuch)
Es passiert viel zu selten, dass ein Autor nicht nur gut schreibt, sondern die Handlung soweit es geht, auf historischen Fakten beruhen lässt und diese mit einem guten Nachwort oder Anhang nachprüfbar macht. Der Autor dieses Romans zweifellos zu dieser seltenen Gattung.
Die Romanbiographie über Karl Martell, den viele nur als Sieger über die Araber bei Poitiers kennen, entwirft auf nahezu 675 Seiten ein komplexeres Bild über diesen Mann, der es schaffte, gegen die Tradition und gegen seine Familie als auch gegen viele andere mächtige Gegenspieler die Königskrone zu erlangen. Dabei schafft der Autor es, niemals langweilig zu werden und doch - wie schon erwähnt - halbwegs faktenorientiert zu bleiben. Wie bei allen historischen Romanen muss auch der Autor dieses Buches bei Entwicklungen oder Gedankengängen, die zu bestimmten belegbaren Ergebnissen führen, auf Spekulationen zurückgreifen. Dieses - aus historischer Sicht - Manko, wird dadurch mehr als aufgewogen, dass dem Leser eine doch recht unbekannte Person und deren Zeit gut lesbar nahegebracht wird.
Die Handlung ist geradlinig, bleibt immer nahe bei der Hauptperson dieses Buches. Der Roman ist durchaus spannend geschrieben. Es kommt allerdings nicht vor, dass der Leser vom Mitfiebern dass Buch nicht aus der Hand legen kann.
Dass der Roman gut recherchiert ist, nehme ich dem Autor gerne ab. Darüber hinaus konnte ich einige Aspekte in den in der Quellenangabe genannten Werken nachvollziehen. Zusammenfassend fällt es mir daher leicht, dieses Buch jedem historisch Interessierten zu empfehlen.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Leichte Lektüre zu Martell, 17. Januar 2006
Rezension bezieht sich auf: Karl Martell - Der erste Karolinger (Taschenbuch)
Karl Martell (686-741) ist eine der zentralen historischen Figuren Europas, dafür aber erstaunlich unbekannt. Das war der Grund für Mielke, diesen Roman zu schreiben. Berühmt wurde Martell durch die Schlachten bei Tours und Poitiers 732, mit denen er den Vormarsch der Mauren in Europa stoppte. Ehemals Verwalter im Herrscherhaus der Merowinger, setzte er sich 714 ohne Krone an die Spitze und begründete damit die Herrschaft der Karolinger, die ihm auch ihren Namen verdanken. Martell wurde später durch seinen Enkel, Karl den Großen, historisch überschattet.
Es gibt nur wenige historische Quellen über ihn. Dieser Schmöker enthält daher zu einem Großteil fiktive Elemente zur Ausschmückung. Die entscheidenden Schlachten werden leider nur relativ kurz abgehandelt. Es ist in Stil und Spannung kein literarisches Meisterwerk, aber eines der wenigen Werke über Martell.
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21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Mein Lieblingsfranke, 22. März 2004
Rezension bezieht sich auf: Karl Martell - Der erste Karolinger (Taschenbuch)
Ich gestehe: Als ich Schüler der Quinta war, war Geschichte eines meiner lieblingsfächer. Nichts war einfacher, nichts war klarer, nichts war interessanter. Und dann kam fränkische Geschichte. Mein Lehrer (danke Herr O.) hielt einen Vortrag und lies den "Hammer" währenddessen fallen. Karl Martell ist seit dem meine Lieblingsgestalt der fänkischen Geschichte geblieben.
Also habe ich keine Sekunde gezögert, diesen Roman zu kaufen, als ich ihn sah.
War es das was ich mir vorgestellt habe? Jain.
Die Geschichte die Mielke hier gibt ist, knapp gesagt, gebildet aber platt. Sein karl wird nur in der Liebe zu seiner ersten Frau plastisch. Ansonsten wird er zum Stichwortgeber seiner, bzw. der Geschichte, die wir heute für "real" halten.
Aber das ist auch gleichzeitig einer der großen Vorteile des Romans:
Die Figur ist heute kaum mehr als durch seinen Sieg von 732 greifbar. Sie ist Greifbar darin, nicht die Königswürde an sich gerissen zu haben, sondern die Merowinger weiter Herrschen zu lassen. Muss sich jeder historische Roman dazu herablassen, langatmige, nervenzerreibende, meisten verkrampft oder sogar in der nähe der Pornographie geschilderte Liebesszenen und Liebesschmerzen zu schildern?
Nein. Mielke tut das nicht. Und er hat meiner Meinung nach recht.
Seine geschichte ist gelehrt ohne Oberlehrerhaft zu sein, sie ist an jeder Stelle so "wissenschaftlich" wie möglich, ohne zu komplex zu werden. sie ist klar und immer nachvollziehbar und sie ergeht sich nicht in zu Wilde Spekulationen.
Es ist, bezogen auf Karl Martell, diese wichtige und gleichzeitig recht dunkle Gestalt der europäischen Geschichte, meiner Meinung nach eine ehrliche und gute Weise einen hstorischen Roman zu schreiben. ein kurzweiliges und informaives Freizeitvergnügen.
Wegen der fehlenden "literarischen Ausfeilung" ziehe ich, duerchaus auch belletrist, einen stern ab.
Aber dennoch, man sollte diesen Roman unbedingt lesen, weil er eine kurzweilige Möglichkeit bietet, eine der zentralsten Figuren der europäischen Geschichte kennenzulernen.
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