Ich gestehe: Als ich Schüler der Quinta war, war Geschichte eines meiner lieblingsfächer. Nichts war einfacher, nichts war klarer, nichts war interessanter. Und dann kam fränkische Geschichte. Mein Lehrer (danke Herr O.) hielt einen Vortrag und lies den "Hammer" währenddessen fallen. Karl Martell ist seit dem meine Lieblingsgestalt der fänkischen Geschichte geblieben.
Also habe ich keine Sekunde gezögert, diesen Roman zu kaufen, als ich ihn sah.
War es das was ich mir vorgestellt habe? Jain.
Die Geschichte die Mielke hier gibt ist, knapp gesagt, gebildet aber platt. Sein karl wird nur in der Liebe zu seiner ersten Frau plastisch. Ansonsten wird er zum Stichwortgeber seiner, bzw. der Geschichte, die wir heute für "real" halten.
Aber das ist auch gleichzeitig einer der großen Vorteile des Romans:
Die Figur ist heute kaum mehr als durch seinen Sieg von 732 greifbar. Sie ist Greifbar darin, nicht die Königswürde an sich gerissen zu haben, sondern die Merowinger weiter Herrschen zu lassen. Muss sich jeder historische Roman dazu herablassen, langatmige, nervenzerreibende, meisten verkrampft oder sogar in der nähe der Pornographie geschilderte Liebesszenen und Liebesschmerzen zu schildern?
Nein. Mielke tut das nicht. Und er hat meiner Meinung nach recht.
Seine geschichte ist gelehrt ohne Oberlehrerhaft zu sein, sie ist an jeder Stelle so "wissenschaftlich" wie möglich, ohne zu komplex zu werden. sie ist klar und immer nachvollziehbar und sie ergeht sich nicht in zu Wilde Spekulationen.
Es ist, bezogen auf Karl Martell, diese wichtige und gleichzeitig recht dunkle Gestalt der europäischen Geschichte, meiner Meinung nach eine ehrliche und gute Weise einen hstorischen Roman zu schreiben. ein kurzweiliges und informaives Freizeitvergnügen.
Wegen der fehlenden "literarischen Ausfeilung" ziehe ich, duerchaus auch belletrist, einen stern ab.
Aber dennoch, man sollte diesen Roman unbedingt lesen, weil er eine kurzweilige Möglichkeit bietet, eine der zentralsten Figuren der europäischen Geschichte kennenzulernen.