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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Demutsparcours auf den Zenith,
Von
Rezension bezieht sich auf: Karl Lagerfeld und ich: 15 Jahre an der Seite des Modezaren (Taschenbuch)
Das Buch liest sich wie ein netter Zeitschriftenartikel. Ich habe es auf einer Zugfahrt (München-Frankfurt) fast durchgelesen. Es handelt sich um kurz gehaltene Tagebuchnotizen aus dem Leben eines Mitarbeiters von Lagerfeld.Überraschend ist die wirklich gottgleiche Verehrung des Modeschöpfers. Der Autor ist sich für keine niedrige Tätigkeit zu Schade, nimmt jede Demütigung hin - nur um bei Lagerfeld sein zu dürfen. Immerhin führt er ein luxuriöses Leben: Hotelsuiten, Concorde-Flüge, Couture-Kleidung von den ersten Modehäusern - hat aber leere Taschen. Erst ein jahrelanges Praktikum, dann nur mit dem Mindestlohn abgespeist, ab und an ein Geschenk des Herren (etwa eine Rolex), das dem Beschenkten Tränen der Dankbarkeit, ja des Glücks und der Liebe beschert. Die Muster erinnern stark an eine Guru-Jünger-Beziehung. Der Autor beschreibt die Tagesabläufe gut (endlich habe ich einen Einblick darin, was in einem Couture-Haus überhaupt passiert). An sich heran lässt er den Leser nicht; er beschreibt kaum, was er fühlt und warum er wie handelt. So ist das Buch eine recht kalte Beschreibung der Begebenheiten. Es fehlen interessante Details. Abgesehen davon, dass Lagerfeld berühmt und respektiert ist, erklärt der Autor nicht, weshalb Lagerfeld so gut ist. Warum gilt er als einer der kompetentesten Modeschöpfer überhaupt? Was macht ihn fachlich außergewöhnlich? Diese Frage hätte mich brennend interessiert, vor allem aus der Sicht eines Brancheninsiders, was der Autor zweifelsohne ist. Was zeigt das Buch? Ist es gar eine Abrechnung mit Lagerfeld? Keineswegs, ab und an wird seine Eitelkeit kritisiert: nach seiner Diät schaue er ständig in den Spiegel. Nun ja, wer würde das nicht tun, nachdem er 40 Kilo verloren hätte? (Ich stehe schon nach zehn Liegestütze einige Minuten vor dem Spiegel). Das Buch macht nur eines über Lagerfeld deutlich: er ist wirklich so. Eben ein Mann mit Esprit, der den Zenith erreicht hat und seine Aura genießt. Das kann man ihm kaum Übel nehmen, da der Demutsparcours nach oben so steinig ist - genau das zeigt das Buch. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
57 von 69 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eitler Karl,
Von
Rezension bezieht sich auf: Karl Lagerfeld und ich: 15 Jahre an der Seite des Modezaren (Taschenbuch)
Maillard, ehemals rechte Hand des großen Karl, ist heute arbeitslos. Eigentlich wollte er zur Konkurrenz wechseln, Karl war darob offenbar beleidigt und entließ ihn fristlos. Und sorgte dafür, dass Maillard den neuen Job doch nicht bekam. Gemein! Maillard hat das Beste draus gemacht und sein Buch "Karl Lagerfeld und ich" geschrieben. Auch dieses Projekt wollte Karl torpedieren, doch so weit reicht sein dünn gewordener Arm dann doch nicht. So können wir nachlesen, dass Lagerfeld nicht immer so charmant ist, wie er sich in Talkshows gerne gibt. Er lässt seine Mitarbeiter monatelang Tag und Nacht durchmalochen für die Kollektion von H&M - ohne ihnen einen Cent für Überstunden zu bezahlen. Er selbst hat beim gleichen Projekt für ein paar Entwürfe, die er laut Maillard an zwei halben Tagen hingeworfen hat, mehrere Millionen eingestrichen. Karl ist so eitel, dass er bei jeder Fotosession Selbstportraits von sich aufnimmt. Ein Glas eisgekühlte Pepsi Cola (im polierten Kristallglas) muss immer bereitstehen und alle 30 Minuten gegen ein Frisches ausgetauscht werden. Karls Mitarbeiter müssen 24 am Tag in Bereitschaft sein, Widerspruch jedweder Art duldet der Meister n i c h t.Obwohl Maillard in dem Buch einiges preisgibt, was Großwesir Karl vielleicht nicht gefallen wird, spürt man den Respekt des ehemaligen Mitarbeiters vor dem einstigen Chef. Maillards Buch ist vergnüglich zu lesen. Man erfährt vieles aus der Welt der Mode und ist am Ende ganz froh, in einer etwas unaufgeregteren Branche seine Brötchen zu verdienen. Doch spannend ist sie, diese Welt aus Glitzer und Eitelkeit, aus Intrigen, Triumphen und Niederlage. Eine unterhaltsame Lektüre für ein faules Wochenende , unter dem Sonnenschirm, mit einer eisgekühlten Pepsi in der Hand. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
17 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Große Augen für den Meister,
Von tanja kroll "tanja17" (starnberg) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Karl Lagerfeld und ich: 15 Jahre an der Seite des Modezaren (Taschenbuch)
Meine Erwartung war nach der Werbung groß, in diesem Buch neues über Karl Lagerfeld zu lesen. Was mir dann das Buch geboten hat war die Erzählung von Arnaud Maillard im Stil "mein größtes Urlaubserlebnis" über sein Arbeiten für Karl Lagerfeld. Ansatzweise interessant waren die Einblicke in die Modewelt, aber es verliert an Reiz, wenn Maillard x-Mal von Mode-Shows berichtet ("alle waren furchtbar nervös"), die immer gleich ablaufen. Über Lagerfeld selbst erfährt man so gut wie nichts, was wirklich interessant wäre. Dass er Überstunden nicht bezahlt? Dass er alle 30 Minuten eine frische Cola möchte? Viel mehr war es leider nicht.
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