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Karl Jäger: Mörder der litauischen Juden
 
 
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Karl Jäger: Mörder der litauischen Juden [Broschiert]

Wolfram Wette
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation


Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Die erste Biographie eines NS-Direkttäters vor Ort
Karl Jäger war ein Direkttäter vor Ort . Als SS-Standartenführer meldete er am 1. 12 1941 die Exekution von 137.346 litauischen Juden, Litauen sei jetzt judenfrei . Der Jäger-Bericht wurde zu einem Schlüsseldokument. Wer war dieser Polizeioffizier aus dem zweiten Glied? Wie wurde aus dem Musiker ein Massenmörder? Bis zu seiner Verhaftung 1959 lebte er unbehelligt. Er verübte Selbstmord im Zuchthaus Hohenasperg bei Ludwigsburg.

Über den Autor

Wolfram Wette, geboren 1940, studierte Politikwissenschaft, Geschichte und Philosophie, 1971 Dr. phil., 1991 Habilitation, 1971-1995 am Militärgeschichtlichen Forschungsamt (MGFA) in Freiburg i. Br.; seit 1998 apl. Professor für Neueste Geschichte am Historischen Seminar der Universität Freiburg i. Br.. Mitbegründer und mehrfach Sprecher des Arbeitskreises Historische Friedensforschung (AHF), Mitherausgeber der Reihe "Geschichte und Frieden" und des Jahrbuchs "für Historische Friedensforschung"

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Format:Broschiert
Am 22. Juni 1941 überfiel die Wehrmacht die Sowjetunion. In seinem Vorwort benennt der Holocaust-Überlebende Ralph Giordano die arbeitsteilige Täterschaft der Wehrmacht so: "Wobei der Radius des Vernichtungsapparates stets identisch war mit dem der deutschen Fronten, ob Vormarsch oder Rückzug - der territoriale Machtbereich der Wehrmacht bildet die Voraussetzung für den Holocaust." Giordano beklagt das Schweigen über eine Ausrottungsfeldzug im Schatten der Wehrmacht. Er ist erschüttert über Karl Jäger, den Mörder der litauischen Juden, der Anfang Dezember 1941 diese Vollzugsmeldung abgibt: "Ganz Litauen ist nunmehr judenfrei."

Autor Wolfram Wette geht der Frage nach: Wie wurde aus dem Musiker und Orgelbauer Karl Jäger ein Massenmörder? Hierbei verdient die Zivilcourage des Autors Anerkennung, denn der Täter Karl Jäger stammt aus Waldkirch, der Historiker Wolfram Wette wohnt in Waldkirch. Und auch für diese südbadische Kleinstadt gilt auch diese Einsicht von Kurt Tucholsky: "Im übrigen gilt ja hier derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht." Ralph Giordano bringt es so auf den Punkt: "Nicht Karl Jäger war für sie das Problem, sondern jene Nestbeschmutzer, die Aufklärung forderten über die Biographie des erfolgreichsten unter den damaligen Einsatzkommandochefs. (...) Und so widerspiegelt sich im Mikrokosmos Waldkirch der Makrokosmos der ganzen deutschen Nachkriegsgesellschaft; Angstbesetzte Verdrängung, sprachlose Abwehr, tiefe innere Beziehungslosigkeit zur Welt der Opfer, und sei ihr Leid noch so überwältigend dokumentiert, Gefühlskälte, Generationenkonflikte - beschwiegene Schuld."

Wenn verdrängte Vergangenheit, so denke ich, verdrängte Schuld bedeutet, dann sollten die Waldkircher Bürgerinnen und Bürger ihrem namhaften Mitbürger Wolfram Wette Anerkennung zollen für seine Forschungs- und Archivarbeiten, für seine Erkundung und Erhellung einer schuldverstrickten Lebensgeschichte, für seine Suche nach der Wahrheit. Wie immer setzt Wolfram Wette seine Erkenntnisse engagiert und griffig um, sein Stil ist stets zupackend und leserfreundlich. Sein Kenntnisstand der Forschung, seine Kombination von chronologischer Darstellung und systematischer Deutung verdienen die Höchstbewertung "summa cum laude".

Angesichts Finsternis des Vernichtungskrieges leuchten die wenigen Lichtgestalten umso heller: Einige Seiten sind Feldwebel Anton Schmid (1900 - 1942), der Ikone des Rettungswiderstandes, gewidmet. Schmid hatte etwa 300 litauischen Juden das Leben gerettet und den jüdischen Untergrund unterstützt. Am 13. April 1942 wurde das Todesurteil gegen Schmid vollstreckt. (Schlusspunkt: Seit Herbst 2010 befindet sich das Schild "Feldwebel-Schmid-Kaserne" in einem Lagerraum des Standortes Munster.)
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Lesenswertes Buch 8. September 2011
Von Biographiensammler TOP 500 REZENSENT
Format:Broschiert|Von Amazon bestätigter Kauf
Wolfram Wette, im 1. Kapitel des Buches selber fest, so ist ihm der Zugang zum persönliche Nachlass Karl Jägers nicht ermöglicht worden. Dennoch ist das Buch durchaus sehr lesenswert, eine Mischung aus biographischer Skizze und Beschreibung der Ermordung der Litauischen Juden, ein weiteres Buch in der geschichtlichen Aufarbeitung des Holocaust.

Wolfram Wette versucht aus den spärlichen Information zur Person in Verbindung mit Zeitzeugenberichten und zahlreichen Quellen zur Ermordung der litauischen Juden ein Bild des Täters Karl Jägers zu generieren, um mit seiner Person einen Täter zu beschreiben, der so gar nicht in die Riege der intellektuell gebildeten Massenmörder der "Generation des Unbedingten (Michael Wildt) passt, aus denen sich die Führer der Einsatzkommandos überwiegend zusammensetzten. Dies gelingt ihm ganz gut, wenn man berücksichtigt, wie wenige Informationen vorliegen.
Jäger, ein musisch begabter Mensch, war deutlich lebensälter, im Kaiserreich aufgewachsen, Weltkriegsteilnehmer und frühzeitig in der NS-Bewegung aktiv, wird stets von Zeitzeugen als überaus korrekt und keineswegs als grausam oder brutal beschrieben. Er gehört zu der Reihe von scheinbar "normalen" Menschen die im III. Reich zu willigen Massenmördern wurden und von denen, auch hierauf geht Wette ausführlich ein, heute niemand mehr etwas hören möchte beziehungsweise die Darstellung ihres Lebens Anderen deutliches Unbehagen bereitet. Wette hat dies im Heimatort Karl Jägers aus dem er selbst auch stammt, deutlich festgestellt.
Neben den zahlreichen zitieren Augenzeugenberichten der Morde die den Leser in ihrer Offenheit erschrecken und schockierend vor Augen führen, mit welcher Brutalität die Täter vorgingen, ist der sogenannte "Jäger-Bericht", die Abschlussmeldung des für den Massenmord an den litauischen Juden verantwortlich zeichnenden SS-Offizier Karl Jäger, in all seinem sachlichen Zynismus ein erschreckendes Dokument der damaligen Zeit, dass einen heute immer wieder fragen lässt, was in den Köpfen der damaligen Täter vorgegangen sein mag, wenn man in der Lage ist ein solches Dokument über die Ermordung von mehr als 130000 Menschen zu verfassen.
Aus Respekt vor den leider zu häufig vergessenen Opfern, denen in dieser Darstellung durch Wette auch ein Gesicht gegeben wird, und für unser Gesamtverständnis des Holocaust ist die weitere Täterforschung notwendig, denn die damaligen Mörder waren keine gesichtslosen Kreaturen, sondern Menschen mit freiem Willen und Verstand. In diesem Buch wird zumindest einem dieser Täter ein Gesicht gegeben.
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0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Altrogge
Format:Broschiert
Das Buch zeigt die Entwicklung bis bin zum vorauseilenden Gehorsam in Bezug auf Greueltaten die noch gar nicht " befohlen " waren.
paralell dazu ist das Buch " Täter" eine Ergänzung um die Zusammenhänge zu verstehen wie "man (n )" zum ( Mit ) Täter wird.
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