"Ich Freiherr Karl Friedrich Ludwig Christian Drais von Sauerbronn erkläre hiermit feierlich und angesichts der deutschen souveränen Nation, dass ich auf den Altar des Vaterlandes, der Freiheit, Gleichheit und Volkssouveränität alle und jede aus dem Feudalrechte, dessen tausendjähriger Druck Deutschlands Freiheit in Fesseln schlug, entspringende Vorrechte für mich und meine ehelichen und außerehelichen Nachkommen verzichte." Dieses öffentliche Bekenntnis zur Demokratie des davor adeligen Karlsruher Erfinders Karl Drais während der Badischen Revolution im Jahr 1849 ist die wohl größte Überraschung, die der Autor Hans-Erhard Lessing in seiner Biografie Drais' publiziert. Wer weiß schon, dass der Erfinder der Laufmaschine als Vorgänger des Fahrrades und der Tastenschreibmaschine mit Revolutionären wie Friedrich Hecker, Georg Herwegh und Friedrich Engels (immerhin Mitbegründer des Marxismus und neben Karl Marx Ko-Autor des Kommunistischen Manifestes) sympathisierte, die bis heute leider viel zu selten als Beispiele für den Kampf um Demokratie gewürdigt werden. Das nett illustrierte Bändchen räumt mit weiteren Vorurteilen gegenüber Drais auf und korrigiert andere Biografen wissenschaftlich untermauert, trägt damit wesentlich zu einem richtigen Verständnis dieses frühen deutschen Demokraten bei. Ein Büchlein, das nicht nur an Technik interessierte Leser begeistern wird.