Interview mit Karen Rose
Wann haben Sie gemerkt, dass Sie ein Talent für das Schreiben haben?
Ich habe in der siebten Klasse einen Schreibwettbewerb gewonnen, aber eigentlich habe ich erst als Erwachsene – im Alter von knapp 30 – richtig mit dem Schreiben begonnen. Und erst nach vielen Jahren, in denen ich im Verborgenen geschrieben hatte, dachte ich, ich erfülle genau die Kriterien, die es braucht, damit meine Manuskripte veröffentlicht werden.
Was hat Sie daran gereizt, Ihr aktuelles Buch zu schreiben?
Eine wahre Begebenheit hat mich dazu inspiriert, nämlich dass ein 15-jähriges Mädchen nach ihrem Abschlussball von einer Gruppe junger Männer attackiert wurde. Während das Mädchen vergewaltigt und verprügelt wurde, hat sich eine Menschenansammlung gebildet, alle haben nur gegafft und keiner ist eingeschritten, um das Unfassbare zu stoppen oder wenigstens Hilfe zu holen. Ich habe mich gefragt, was für eine Art von Mensch einfach dabeistehen und zuschauen würde, und was Jahre nach dem Vorfall in diesem Menschen vorgeht.
Wie kommen Sie auf die Ideen für Ihre Romane?
Auf verschiedene Arten: manchmal fällt mir zuerst die Handlung ein, und ein anderes Mal entwickle ich zuerst die Charaktere. Einmal ist mir eine neue Idee gekommen, weil meine Tochter und ihre Freunde ein bestimmtes Videospiel gespielt haben.
Wie sieht Ihr Alltag als Autor aus?
Ich verfalle in einen Schreibwahn, manchmal schreibe ich zwanzig Stunden am Tag bis das Buch fertig ist. Danach kümmere ich mich um all die Dinge, die ich während dieser Hochphase vernachlässigt habe. Und dann fange ich wieder von vorne an.
Was ist für Sie der schwierigere Moment – den ersten Satz zu schreiben oder den letzten?
Absolut eindeutig: der erste Satz!. Ich meditiere über den ersten Sätzen.
Welche Figur aus einem Ihrer Romane würden Sie gerne einmal treffen?
Sophie Johannsen aus Todesschrei – Ich wäre schon immer gerne Archäologin gewesen und würde gerne fließend zehn Fremdsprachen sprechen. Außerdem kann Sophie sehr gut mit Schwertern um gehen. Wie cool ist das denn?
Beschreiben Sie sich mit drei Worten:
Warmherzig, logisch denkend, loyal.
Was war das Ungewöhnlichste, was Sie je gemacht haben, um einem Mann zu imponieren?
Oh. Wow. Na gut ... Ich habe mich in das Thema Kriegesflugzeuge eingelesen, um meinem Ehemann zu imponieren, bevor wir mit dem Daten begonnen haben. Er baute damals Modellflugzeuge und ich habe mich ein wenig mit echten Flugzeugen beschäftigt. Er dachte, ich hätte mehr Ahnung davon, als es eigentlich der Fall war, deshalb musste ich ein bisschen mehr in die Tiefe gehen, um ihn bei unserer nächsten Verabredung zu beeindrucken.
Die beste Entscheidung Ihres Lebens?
Meinen Mann Martin geheiratet zu haben.
Wenn Sie die berühmten drei Wünsche frei hätten – welche wären das?
Dass böse Menschen in der Nacht leuchten, dann könnte man sie leichter einfangen, dass Schokolade nicht dick macht, und gelegentlich drei weitere Wünsche.
Ihr Lebensmotto?
Vergesse niemals den Menschen, die du liebst, zu sagen, dass du sie liebst.
Haben Sie schon Pläne für ihr nächstes Buch?
Ich arbeite an einer Serie rund um Polizisten, Kommissare und Leichenbeschauer aus Baltimore, meiner Geburtsstadt.
2011