...zeigt sich dieser "Nostalgiker"!
Vorab muss ich sagen: wirklich toll gelungen - ein echter Blickfang in jedem Zimmer und voll funktional!
DER PLATTENSPIELER
Clou:
dieser vertikal (und auch horizontal) nutzbare Plattenspieler beruht mal nicht auf der dafür erforderlichen "traditionellen", tangentialen, Variante des Abtastens - bei der der Tonarm oberhalb der Platte parallel auf einer Achse zur Mitte geführt wird - etwa ähnlich einer CD-Linse! Nein.
Hier bewegt sich der Tonarm ganz in der "gewohnten" Weise über die Platte. Realisiert wird dies über ein, unter dem Plattenteller verstecktes, magnetisches System, welches den Arm an der Platte hält und somit den Abtatster wie üblich über die Platte laufen läßt. - Genial!
Das Abtastsystem.
Hier wurde bewußt auf ein Kristallsystem gesetzt. Dies hat zwei Gründe.
1. Durch das oben beschriebene, vertikale Halteprinzip des Armes zur Platte, wäre ein magnetisches Abtastsystem nicht realisierbar. Die auftretenden magnetischen Felder würden sich gegenseitig stören. 2. Da der Plattenspieler auch für Schellack-LPs ausgelegt ist, bietet sich ein Kristallsystem, aufgrund dessen Bausweise der Nadel, ideal an. Man muß keine speziellen Systeme auswechseln.
Der Klang.
Tja, Kompromisse muß man "leider" eingehen. Es hört sich zwar etwas dünner an, was da aus den Boxen kommt. Aber dafür wird einem dennoch ein gut wahrnehmbarer Stereo-Effekt geboten. Leichte Bässe gibt es natürlich auch. Vergleichen wir es mal mit einer kleinen Micro-Anlage, was hier doch sehr treffend ist. Gleichfalls wird der Klang auch etwas durch das Kristallsystem bestimmt, da diese Arten doch nicht den Dynamikumfang bieten, wie Magnetsysteme. Dennoch, ganz akzeptabel und für den "nostalgischen" Zweck schon vertretbar. - Ein Klang a la Boombox würde ja auch nicht wirklich passen...
Antrieb.
Dieser wird durch einen Riemen umgesetzt. Auch schon eine gewohnte Form in diesem Segment. Direktantriebe wären viel zu schwer für diese Einbaulage. Es kann selten auch mal zu leichten, verträglichen Schwankungen kommen (auch schon durch die vertikale Nutzung bedingt)- ich persönlich konnte jedoch hier noch nichts feststellen. Ich denke, in diesem Preissegment ist ein Riemenantrieb voll akzeptabel und natürlich dann auch immer abhängig von der Güte des verwandten Riemens. Sicher sollte hier auch mal ein Wechsel schnell Abhilfe schaffen können (dieser muß übrigens auch bei den "guten" Abspielgeräten öfter nachjustiert oder -geregelt werden). Alternativ bietet sich natürlich auch noch die gewohnte horizontale Varaiante des Abspielens an. Das Gerät hat dafür sogar angebrachte Gummifüsse (top!) Die Geschwindigkeit stellt man über einen Schiebschalter neben dem Plattenteller ein.
Plattenteller.
Ziemlich einfach ausgeführt. Die Scheiben liegen auf einem kleinen, in Singlegröße dimensionierten, Plastikteller auf. Ist hier auch noch zumutbar. Doch bitte dann, die Platten etwas sanfter "auflegen"... Fixiert werden sie mit einer Klammer. Diese befindet sich seitlich in der Styroporverpackung (zusammen mit den Befestigungsmaterialien - es wurde sogar an hochwertige Spreizdübel (Metall) für Trockenbauweisen gedacht - super Idee). Die Klammer ist von der Größe her ideal und hält somit natürlich auch die 7" Singles fest, für die es auch den nötigen Adapter gibt.
Handhabung.
Etwas Übung gehört anfangs sicher beim Auflegen des Tonarms dazu. Wann nutzte man bisher schon diese vertikale Variante? Man bekommt es aber schnell in den Griff. Typisch für diese "Art" der verwandten Laufwerke: der Tonarm ist etwas leicht verarbeitet. Keine Sorge - er verrichtet dennoch gut seinen Dienst. Ist man mit dem Plattenhören am Ende, kann die Halteklammer einfach unten links im "Schrank" auf einer Nase platziert werden. Dies sichert eine gute Aufbewahrung des so wichtigen Zubehörs.
DAS RADIO
Hier braucht man nicht all zu viele Worte verlieren. Dieses Medium ist heute schon so perfekt in Anlagen verbau- und nutzbar, wie kein anderes. Bedient wird es über 3 Drehregler, wobei der Lautstärkeregler natürlich für die gesamten Funktionen genutzt wird. Dann gibt es noch den Frequenzwahlregler sowie den Kombiknopf zur Auswahl von "Phono" / "Tuner" / "Off". Die Skalenbeleuchtung macht sich optisch ebenfalls toll. Beim Umschalten zwischen Radio und Platte wird auch selbiger zum Stillstand gebracht, sollte sich dieser noch drehen. Umgekehrt genauso. Eine Wurfantenne befindet sich ebenfalls an der Rückseite des Gerätes.
Verarbeitung.
Der Gesamteindruck zum Gehäuse usw. vermittelt hohe Güte. Hier platzen keine Kanten auf. Dies Ecken sauber rund geformt. Die Türen schließen gut & die Glasscheiben sitzen sicher. Die sog. Ambientebeleuchtung im Inneren des "Schrankes" macht einiges her. Besonders im Dunkeln wirkt der Plattenspieler in Action somit echt genial. Ein tolles Maß an Gewicht und eine wirklich gute, gleichmäßige Lackierung bringt die Anlage ebenfalls mit. Die rückseitigen Wandaufhängungen sind solide und keinesfalls "billig dünn" ausgeführt.
Fazit.
Hier stimmen Preis & Leistung! Man erhält eine tolle, sicher nicht "alltägliche" Anlage, mit optischem Hinguck-Effekt, der auch noch funktioniert. Sicher sollte man den (Bauart bedingt) etwas klein dimensionierten Boxen die Chance zum Rechtfertigen für dessen Größe geben. Somit passt selbst der Klang dann gut zum Konzept der "Nostalgie". Das kein AUX-Anschluss oder andere vorhanden sind stört nicht wirklich und würde auch gar nicht richtig passen - finde ich! Prima auch das beiliegende Zubehör. Sogar an die Borschablone wurde gedacht!! Dieses Gerät macht einfach Spaß - sicher einen, den nicht jeder hat.
Ein klarer Kauftipp für alle Fans des Besonderen :-) !!