Es tut mir leid, der erste Nicht-5-Sterne-Rezensent zu sein.
Aber um den einen Stern "Abzug" komme ich nicht umhin, denn zwei Dinge irritieren bzw. stören mich an der Erscheinung dieses Buches: Zum einen ist Gichin Funakoshi, der Begründer des heute weit verbreiteten Shotokan-Karate, nicht wie angegeben der Autor dieses Buches, sondern es werden lediglich seine "20 Regeln des Karate" hierin behandelt und erläutert. Diese Erläuterungen - und damit zumindest der quantitative Hauptteil des Buches - stammen von Genwa Nakasone (der Vollständigkeit halber sei aber erwähnt, dass seine Erläuterungen noch von Gichin Funakoshi persönlich autorisiert wurden). Außerdem vermittelt der Titel den Eindruck, hier handele es sich um ein Werk, welches einen umfassenden Überblick über die Kunst des Karate vermittelt. Das ist aber nicht der Fall - in diesem Buch geht es ausschließlich um die philosophischen Hintergründe der Kampfkunst. Das ist an sich kein Manko, aber unter einem Buch mit einem so allumfassend klingenden Titel wie "Karate-Do - Die Kunst, ohne Waffen zu siegen" hätte ich mir einfach mehr vorgestellt.
Bleiben also noch vier Sterne - und die gibt es dafür, dass derjenige, der sich ausschließlich über die Philosophie des Karate informieren und / oder dabei Erkenntnisse gewinnen möchte, die weit über das Sportliche hinausgehen und sich praktisch auf das gesamte Leben auswirken können (wie es ja auch schon ein Rezensent hier anmerkte), ein wahres Meisterwerk findet: Diese Philosophie wird sehr anschaulich, verständlich und nachvollziehbar erklärt. Daher ist dieses Buch ein kleiner Schatz alter asiatischer Weisheit.