Der 12jährige Dre Parker(Jaden Smith) muss diese Weisheit noch lernen. Sein Kung Fu Lehrer, der Hausmeister Mr.Han(Jackie Chan) weiß genau, wie wichtig das für seinen Schüler ist. Auch wenn Dre glaubt, dass er diesen ganzen philosophischen Krimskrams eigentlich nicht braucht.
Was mich zu der Frage aller Fragen bei -The Karate Kid- bringt: Brauchen wir eine Coverversion des 1984er Originals mit Ralph Macchio und Pat Morita? Darf man das überhaupt? Hätten sie mich vor dem Anschauen von -The Karate Kid- gefragt, meine Antwort wäre "Nein" gewesen. Jetzt denke ich allerdings ein wenig anders darüber. Das hat als Ausfluss mal wieder eine Rezension gegen den allgemeinen Trend und den Hinweis für alle Original-Puristen(zu denen ich übrigens auch zählte), dass John G. Avildsens Original seinerzeit in der Kritik ebenfalls als naives Märchen für Dumpfbacken zerrissen wurde. Ich kann mich noch ganz gut daran erinnern. Aber okay...das hat mich auch damals schon nicht gestört.
Dre zieht mit seiner Mutter Sherry(Taraji P.Henson) von Detroit nach Bejing um. Dort arbeitet Sherry in einer Autofabrik. Dre hat es schwer. Er hasst China und will wieder nach Hause. Als er seine Mitschülerin Meiying(Wen Wen Han) kennenlernt, sieht es schon besser aus; aber nicht lange. Denn Cheng(Zhenwei Wang) und seine Kung Fu Gang verprügelen Dre nach Strich und Faden. Als Dre kurze Zeit später vor der zweiten Abreibung steht, greift der Hausmeister Mr.Han ein. Er beschützt Dre und will ihm auch helfen, damit Cheng ihn in Ruhe lässt. Dabei heraus kommt jedoch nur, dass Han und Chengs Trainer, der fiese Master Li(Rongguang Ju), ein Abkommen treffen: Cheng lässt Dre in Ruhe und der muss bei einem Kung Fu Turnier gegen Lis Kämpfer antreten. So bleibt Han keine Wahl. Er muss Dre trainieren. Das macht nicht nur aus Dre einen guten Kämpfer, sondern aus Han und Dre auch echte Freunde...
Für alle Kritiker gleich vorweg: Ja, die Story ist an einigen Stellen dünn. Der schnelle Wandel vom Bubi zum Kämpfer ist wenig glaubhaft; es mag daran liegen, das es "nur" ein Film ist. Aber das konnte ich komplett verschmerzen. Es ist die wunderbare Art und Weise, wie Regisseur Harald Zwart gleich mit ein paar Kung Fu-Film-Klischees aufräumt(z.B. die Szene in der Mr.Han eine Fliege fängt). Zudem ist Zwart nie daran gelegen, den Original Karate Kid zu verleugnen, im Gegenteil, er hält sich sehr dicht an das alte Storybook. -The Karate Kid- ist ziemlich gewalttätig, aber es geht im Endeffekt um Innere Haltung, Konflikte zu vermeiden und den Frieden zu suchen. Da gleichen sich Original und Cover komplett.
-The Karate Kid- überzeugt vor allem durch herrliche Kampf- und Trainingsszenen. Da fabrizieren Jackie Chan und Jaden Smith ganz starke Bilder! Es gibt traumhafte Kulissen zu bewundern und eine kleine Prise -Bloodsport- und -Kung Fu- schaden dem Plot ebenfalls nicht. Beide Hauptdarsteller sind für die Charaktere hervorragend besetzt. Jaden Smith kann in ein paar Szenen die Mimik seines Vaters nicht verleugnen und Jackie Chan zeigt(wie schon in -Little Big Soldier-), dass er nicht nur der fernöstliche Haudrauf ist, sondern auch ein wirklich guter Charkaterdarsteller.
Also: Kritiken hin oder her, entscheiden sie selbst. Ich kann ihnen die 134 Minuten von -The Karate Kid- jedenfalls empfehlen. Egal, ob Dre beim Aufhängen einer Jacke Kung Fu lernt, oder erkennen muss, dass Gewinnen oder Verlieren nicht wichtig ist. Jackie Chan und Jaden Smith haben die Karate-Kid-Story erfolgreich und äußerst unterhaltsam ins Jahr 2010 befördert. Für mich verging die Zeit wie im Flug, obwohl ich vorher äußerst skeptisch war. Wären 4,5 Sterne möglich, hätte ich die vergeben. So gibt es fünf Sterne zu Gunsten des Angeklagten. Zum Schluss noch ein Tipp: Verpassen sie die Fotostrecke im Abspann nicht. Die hat wirklich große Klasse!