Dre (Jaden Smith macht seine Sache wirklich gut!) ist zwölf und muss mit seiner Mutter von Detroit nach Peking, wo sie aus beruflichen Gründen hin versetzt wurde, ziehen. Sein Vater ist schon vor einigen Jahren gestorben. Dre hat dort genau die Probleme, die man erwarten würde: Er muss mit einem neuen Land, einer neuen Sprache und einer völlig fremden Kultur klarkommen. Und wenn das nicht bereits genug wäre wird er auch noch von einer Gruppe gleichaltriger gemobbt, ja sogar des öfteren brutal verprügelt. Dre ist klar, dass er kein Opfer sein möchte und schaut sich die örtliche Kung Fu Schule an. Nur zwei Dinge passen so gar nicht. Zum einen trainieren dort die Jungen, die es auf ihn abgesehen haben, zum anderen sind die Methoden des Meisters mehr als nur fragwürdig.
Einen Verbündeten findet er schließlich im Hausmeister Mr. Han (Jackie Chan). Er beginnt ihm Kung Fu beizubringen, allerdings auf seine so ganz eigene Art. Für ihn ist Kung Fu kein Kampf, sondern eine Art sein Leben zu führen. Die Zeit die die beiden gemeinsam verbringen geht somit auch über das eigentliche Kampftraining hinaus- eine Beziehung die das Leben beider verändern soll: der eine findet eine Vaterfigur, der andere praktisch einen Sohn. Schließlich steht der große Endkampf beim Kung Fu Turnier an und es geht nicht nur ums gewinnen allein, sondern darum was Respekt wirklich bedeutet.
Klar, die Thematik des Films ist keine wirklich große Überraschung, schließlich ist es ein Remake der "Karate Kid"- Filme der 80er. Aber glücklicherweise ist die Neuauflage mehr als nur ein bloßer Abklatsch der alten Filme, auch wenn man viele Einzelelemente wiedererkennt. Der Kranich ist zur Schlange geworden, statt Auto polieren wird die Jacke aufgehängt und Fliegen werden zwar mit Stäbchen gejagt, aber mit Fliegenklatschen gefangen.
Das schöne ist, dass aktuelle Themen angesprochen werden die sicherlich zum Alltag vieler Jugendlicher gehören. Alleinerziehende Eltern, das Fehlen einer Vaterfigur, Ortswechsel aufgrund einer neuen Arbeitsstelle, neue Schule, Mobbing, Freunde, die erste Liebe, Ehre, Respekt (und was er wirklich bedeutet) und, und und...
"Um Himmels Willen" kann man jetzt rufen, man will doch kein Drama, sondern einfach nur einen spannenden Film. Und genau das bekommt man auch. Massenkompatible, actiongeladene , witzige Unterhaltung vor zum Teil beeindruckender langschaftlicher Kulisse bei der die fast zweieinalb Stunden Film wie im Flug vergehen. Nur ist diese Unterhaltung eben nicht so völlig leer wie ich es erwartet hätte und das war schlicht eine mehr als positive Überraschung. Auf der einen Seite ästhetisch perfekt durchgestylte Kung Fu- Einlagen von Jackie Chan und Jaden Smith, auf der anderen kommt dann auch mal ein etwas ernsterer Unterton durch.
Klar hat der Film auch seine Schwächen: Die ein oder andere Szene hat sicher etwas unfreiwillig komisch gewirkt. Den Film aus Marketinggründen (oder welchen auch immer) "Karate Kid" zu nennen obwohl es um Kung Fu geht ist auch etwas seltsam und die ein oder andere Moral von der Geschichte wurde einem etwas zu offensichtlich eingeprügelt. Aber sei's drum.
Ach ja, FSK 6 finde ich übrigens etwas zu niedrig gegriffen, einige Szenen sind doch etwas härter. Ich würden den Film ab ca 10 Jahren empfehlen.
Fazit: Ich habe mich gut unterhalten gefühlt, er war von den Kampfszenen wirklich gelungen und hatte auch noch deutlich mehr Story als erwartet. Ein Film für Teens durch den sich sicher auch die Eltern nicht durchquälen müssen!