Wo "Karate Kid" ein von Anfang an recht flott erzählter Film war, muss man sich bei Teil 2 darauf einstellen, dass er gerade am Anfang einen deutlich langsameren Erzählfluss hat. Zwar erteilt Mr. Myagi Daniel wieder neue Lektionen, doch fließen die eher beiläufig in die Handlung ein, statt wie in Teil 1 zentral thematisiert zu werden.
Der Gefahr einer Fortsetzung, sich in vielem zu wiederholen geht man hier gekonnt aus dem Weg, weil die Handlung nach 45 Min. von Amerika nach Okinawa übergeht. Auch steht Daniel weniger im Mittelpunkt, sondern es geht mehr um Myagis Vergangenheit. Es wird das aufgearbeitet, was man in Teil 1 über ihn erfuhr.
Auch hier kommt einem die Handlung etwas langsam vor, was aber in Ordnung geht, da man mit viel asiatischem Flair belohnt wird. Der Film hält sich auch wohltuend zurück, einen mit asiatischen Weisheiten zu bombardieren. Also keine Sprüche von wegen: "Konfuzius sagt:" Dafür wird das ganze gekonnt ironisch verarbeitet. Wenn Daniel fragt: "Wie alt ist diese Weisheit?" und Myagi antwortet: "Zehn Sekunden."
Toll gelungen ist es auch, das Leben in einem japanischen Dorf zu zeigen.
Seine Spannung bezieht der Film aus den ständigen Spannungen zwischen Mr. Myagi und seinem alten Freund, nun Widersacher, Sato, sowie der Antipathie Daniel und Satos Neffe. Hier geht man auch gekonnt einer Wiederholung zum 1. Teil aus dem Weg. Denn zu Zwist zwischen den Jungs kommt es wegen Daniels Neueroberung Kumiko kommt es in dieser Story nicht, die beiden mögen sich
Ein wenig ein Klischee bedient der Film am Ende dann aber. Wie bei vielen Filmen gibt es am Ende als dramaturgischen Höhepunkt einen... Na kommen sie drauf?? Bingo, einen Taifun! Doch wird das in jedem Fall sehr spannend genutzt um die Fronten zwischen einigen Personen zu klären.
Für den Schluss - inklusive eines spannenden Kampfes - hat man mit Kulissen eine tolle Location geschaffen.
Übertreiben muss es nur mal wieder der Hüllentext dieser DVD, der "Karate in brutalster Form" verspricht. Der Schlusskampf hat es zwar in sich und ist deutlich besser, als in Teil 1, aber härtere Kampfszenen findet man defintiv in "Karate Tiger 3" oder "Bloodsport". Doch das weiß man als Fan der "Karate Kid"-Filme eh, dass hier Karate mit Kopf, statt plattem Kraftaufwand geboten wird.