Da sieht man ein "Standardwerk" eines ehemaligen Weltmeisters & Kata-Bundestrainers, meist schon im Verein oder auf Lehrgängen als neuester Geheimtip angekündigt, und ist dann doch maßlos entäuscht. Warum dies? Bevor ich auf die massiven Schwächen anderer Werke eingehe, will ich erstmal dieses mehr als bescheidene "Bändchen" in Stücke reißen! Zunächst einmal ist allein das Layout mißlungen: verschieden große Bilder fördern nicht gerade die Logik des Bewegungsablaufes. Dann ermahnt uns der Autor nur ja nicht zwei- bzw. mehrtaktige Vor- oder Rückwärtsschritte zu erlernen, da dies, wohl ganz allgemein, schädlich sei, hat aber die Frechheit dies auf jeder Technikbeschreibung so zu zeigen. Es werden auch keine Uchi-Waza vorgeführt, wohl in der Annahme, sowas trainiere heutzutage sowieso keiner mehr. Auch ein gewisser Ushiro-Geri wird nur im Index erwähnt, gesehen habe ich keinen. Dafür ist das Ende des Buches mit gar näckischen, aus einem Yoga-Buch entfleuchten, "Stand"-Übungen gefüllt, die angeblich ach so gut für die ganze Familie seien!?! Wenigstens die didaktische Darstellung einer einzigen Kata hätte diesem 4.Dan doch gut angestanden, aber das spart man sich wohl für die teueren Lehrgänge auf. Um es ganz klar zu sagen: Für den Kata-Bundestrainer gehört dies zur Pflicht, nicht zur Kür. Die ungewöhnlich gerissenen Trainingstips & Übungsbeispiele sind knappe Einzeiler, auf die sich auch ein Fortgeschrittener kaum einen Reim machen könnte. Alles in allem ein schlechtes & vollkommen überflüssiges Machwerk, auf das der Verlag UND der Autor besser verzichtet hätten, aber wer den Vorgänger "Karate-Do - Philosophie in der Bewegung" kennt, ist froh das uns Hr. Karamitsos wenigstens mit seiner kruden & an den Haaren herbei gezerrten Philosophie verschont. In diesem Sinne....