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Auch wenn die Überschriften teilweise spektakuläre Geschehnisse versprechen ("Wie ich in Marilyn Monroes Bett schlief", "Wie mir Biermann ein paar Quadratmeter DDR verkaufte", "Wie gefährlich es ist, mit dem Schah Ski zu fahren"): Die Anekdoten sind in der Regel so furchtbar aufregend nicht. Karaseks Kunst besteht eher darin, anhand eines einfachen Geschehens charakteristische Wesenszüge des Geschilderten herauszuarbeiten. Und das funktioniert gut. Wer also etwas über die Menschen hinter den großen Namen aus Literatur, Film, Theater und Politik erfahren möchte, wird an der Lektüre dieses Buches seine Freude haben. Einige Geschichten sind dabei allerdings unspektakulär und pointenlos geraten. Dann begegnet man dem aus Boulevardzeitschriften reichlich bekannten Phänomen, dass die alltäglichsten Verrichtungen eines Prominenten allein deshalb berichtenswert werden, weil er eben prominent ist.
Aber das macht nicht viel aus. Denn die meisten Berichte lesen sich mit ausgesprochen viel Vergnügen. Was Karasek allerdings nicht verhindern konnte (und vielleicht auch gar nicht wollte), ist, dass sich die Aneinanderreihung seiner Begegnungen klammheimlich und hinten herum zu einer Art eigener -- wenn auch bruchstückhafter -- Autobiografie fügt. Doch auch das ist kein Minuspunkt, im Gegenteil: Hellmuth Karasek ist ja selbst eine Berühmtheit, so dass sich der Leser freuen wird, ganz nebenbei auch einiges über sein ja nicht gerade langweiliges Leben zu erfahren. --Christoph Nettersheim -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Höchst unterhaltsame Ansichten eines Menschenkenners,
Von
Rezension bezieht sich auf: Karambolagen: Begegnungen mit Zeitgenossen (Taschenbuch)
Nachdem ich "Mein Kino" von Karasek gelesen hatte war mir klar; dies ist zwar das erste Buch Karaseks für mich, aber mit Sicherheit nicht das letzte welches ich von diesem Autor lesen werde. Stil und Sprachwitz hatten mich begeistert, und entsprechend hoch lag meine Meßlatte als ich begann, Karambolagen zu lesen.In Karambolagen geht es um Zeitgenossen und Wegbegleiter Hellmuth Karaseks. Zum Teil aus seiner Zeit am Theater in Stuttgart oder auch als er Redakteur beim Spiegel war. Keine Frage: Der Mann ist viel herumgekommen und hat noch mehr erlebt. Meistens sind es eher kleine und scheinbar nebensächliche Begebenheiten die er erlebte, aber die Art und Weise wie er sie zu Papier gebracht hat, machen daraus Unterhaltung im besten Sinne des Wortes. Man erfährt viel über die Menschen die er traf. Niemals wird er dabei respektlos oder gar verletzend. Karasek ist ein Philanthrop mit Wortwitz und einem geradezu unglaublich vielfältigen Vokabular. Es ist nicht so, das er mit Fremdwörter und seinen Kenntnissen der deutschen Sprache protzt; vielmehr benutzt er exakt die richtigen Adjektive um den Zeitgenossen zu beschreiben. Nur kannte ich diese Worte bis jetzt noch nicht. Besonders interessant fand ich die Story mit Dürrenmatts Weinkeller und wie er ihn füllte sowie die Entstehungsgeschichte des Zwistes zwischen Günter Grass und Karasek. Andere Episoden schilderten weniger positive Schicksale. Doch wenn bei Karasek jemand starb oder in den Mühlen der Psychiatrie verschwand, war er einfach „der Welt abhanden gekommen". Ein wunderschöner Euphemismus wie ich finde, der es wert ist in Erinnerung zu bleiben. Das trifft auch auf diese Sammlung von Erlebnissen, Anekdoten und Begebenheiten zu. Danach wünscht man sich fast, ebenfalls mal auf Karasek zu treffen und Teil seiner Geschichtenwelt zu werden Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Menschliche Einblicke hinter die Kulissen von Promis,
Rezension bezieht sich auf: Karambolagen: Begegnungen mit Zeitgenossen (Taschenbuch)
Wir alle sind fasziniert von Stars, doch wieviel interessanter ist dann noch der Blick hinter die Kulissen. Karaseck hatte das Glück, als Redakteur bei den Stutgarter Nachrichten, der ZEIT und dem SPIEGEL die Kulturschaffenden alle zu kennen, zu erleben und hinter der Fassade schauen zu dÃrfen. Was er schildert sind keine Peinlichkeiten, er bleibt diskret, seine "Opfer" dürfen ihre Würde behalten. Wer Krawallklatsch haben möchte, ist mit diesem Buch falsch beraten. Wer aber sich für den Menschen hinter der Star-Maske interessiert wird hier liebevolle Einblicke unterschiedlichster Charaktere finden. Nicht zuletzt Karaseks lockere Schreibe, macht "Karambolagen" zu einem angenehmen Lesespass für dunkle Winterabende.
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