Dieser gewichtige Fotoband des Schweizer Polizisten und Hobbyfotographen Arnold Odermatt beinhaltet eine enorme Fülle an Aufnahmen von (Un-) Fällen des Lebens, wie sie jederzeit die Menschen im Straßenverkehr ereilen können.
Die schwarz-weißen Fotographien, welche kurz nach Unfällen oder bei der Bergung von Fahrzeugen aufgenommen wurden, lassen in geradezu beeindruckender und erschreckender Weise die Unwägbarkeiten des Lebens erahnen.
Egal ob es sich um Zusammenstöße oder Entgleisungen von Pkw, Lkw, Motorrad, Fahrrad oder Schienenfahrzeugen handelt: immer wieder vermag es der Fotograph, die besondere Stimmung des abrupt veränderten Lebenslaufes einzufangen. Die Betrachtenden werden unweigerlich Fragen nach Unfallursachen, Beteiligten, Unfallfolgen, usw. stellen.
Ist man mit dem Schrecken oder einem „blauen Auge" davongekommen? Gab es Verletzte oder gar Tote zu beklagen? Sind Beziehungen gar zerstört worden? Wer ist mit einer vermeintlichen (Mit-) Schuld nicht klar gekommen?
Die jeweiligen (Lebens-) Geschichten mag man nur erahnen.
Allein schon die abgebildeten verschiedenartigen Witterungsverhältnisse und Unfallorte zeigen auf, wie unvorhersehbar einem ein Unglück ereilen kann.
Die Betrachter dieses Bandes werden auch unweigerlich ein Stück (Auto-) Mobilgeschichte erfahren können, wenn sie die innerhalb von 40 Jahren entstandenen Fotos genau anschauen.
Die fortschreitende Entwicklung einer mobiler und schneller fortbewegenden Gesellschaft wird auch durch die stellenweise sehr harmonisch aufgenommenen Hintergrundslandschaften und Straßenabschnitte deutlich.
Der Autor des Bandes hat in pietätvoller Weise und Respekt vor den Unfallopfern lediglich die zerbeulten, versunkenen oder vollkommen zerstörten Fahrzeuge abgelichtet. Hierfür gebürdet ihm eine besondere Anerkennung.
Die Informationen zu den einzelnen Fotos bzw. Unfällen beschränken sich lediglich auf Ort und Jahr. Auch wenn sich manche Person nähere Details gewünscht hätte: dieses Werk lebt von dem nicht Sagbaren, von dem Unaussprechlichen.
Dieser Band eignet sich hervorragend sowohl für Fahrschulen oder Fotographie-Interessierte als auch für mit dem Straßenverkehr und Unglücken Befasste.
Wer auch immer in den Sog dieser Zeitdokumentation gerät, wird unweigerlich Respekt gewinnen vor den eigens erlebten Momenten, in denen man den Unwägbarkeiten des mobilen Zeitalters aus dem Weg gehen bzw. fahren konnte.