Klappe zu - Affe tot !!! Mit der Krefelder Band JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE macht eine der kultigsten Prügel-Bastionen der ganzen Republik endgültig die Schotten dicht. Mit ihrem Abschieds-Album "Kaputte nackte Affen" übergeben die selbsternannten "Grind-Punks" allen Fans noch mal ein letztes Lebenszeichen, ehe die Band nach 13 Jahren leider in die ewigen Jagdgründe des Extrem-Metal-Dickichts eingeht. Das ist sehr schade - denn mit Scheiben wie "Bilder fressen Strom" oder "Rauchen und Yoga" hatten die JAKA's sich in der Szene den vorbildlichen Ruf einer Ausnahme-Band erspielt, deren Motto man mit dem Slogan "Knüppeln mit Niveau!" wohl am besten beschreiben kann.
Der neue Silberling umfasst auf 18 Songs dann letztlich wieder (fast) alle Trademarks, die man im Laufe der Jahre schätzen gelernt hat, und weswegen so mancher Alt-Fan JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE auch schmerzlich vermissen wird. Schon bei den vorherigen Scheiben war erkennbar, dass die Marschrichtung sich vom Grind-Blastbeat alter Tage immer mehr entfernte, und es sich die Krefelder dafür im rüden Mid-Tempo gemütlich machten. Dies lässt sich auch beim musikalischen Abgesang "Kaputte nackte Affen" feststellen, welcher stilistisch gesehen wohl am "harmlosesten" ist. Natürlich wird hier und da auch immer noch höllisch aufs Gaspedal gedrückt - insgesamt ist die Scheibe aber im gemäßigten Bereich des Rumpel-Genres anzusiedeln.
Eine treffende Kategorisierung des JAKA-Sounds war schon immer ungemein schwierige Sache - und schwierig ist es immer noch. Mit heftigen Granaten wie "Näschen aus Papier" , "Maschinen sprengen" , "Die Krone der Schöpfung" , "Ich kriege Ärger" , "Grillanzünder" (mit geklautem OBITUARY-Riff!) , "Der Homo-Sapiens" oder "Cruise missile" verbindet die Band letztmals hackenden Death/Thrash , noisigen Hardcore und traditionellen "Kick ass"-Punk zu einer starken Mixtur, die in Punkto Durchschlagskraft keine Wünsche offen lässt. Eine oftmals überdrehte Collage aus MISERY INDEX , DYSE , SLAYER und uralten DEAD KENNEDYS...wie gemacht für die "Titanic"-Leser unter den Krawallbrüdern. Die meisten Songs fallen hierbei gewohnt knapp aus, so dass die 2-Minuten-Marke nicht selten weit unterboten wird. Das war bisher noch nie ein Problem...ein guter Song ist halt ein guter Song - ganz egal wie lang er ist. Aus dem Rahmen fallen dabei jedoch die beiden Instrumentals "Statuspanik" und "Bravohotelcrazyhorse", die mit knapp 4 Minuten beinahe schon episch ausfallen, und mit denen JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE ihrer Kreativität auf skurrile Art und Weise ausleben.
Eines der wichtigsten Merkmale ihres "eigenen Sounds" hat die Band ebenfalls unverändert beibehalten: Denn auch textlich pendelt "Kaputte nackte Affen" waghalsig auf dem schmalen Grat zwischen bissigem Wortwitz , wirrem Schwachsinn und zynisch verpackter Sozialkritik. Kein Zweifel, wer sich etwas intensiver mit Songs wie "Was wenn?" (Highlight!) , "Primaten" , "Wenn die Menschen einmal nicht mehr sind" , "Alter Trick" , der interessant aufgearbeiteten Amoklauf-Revue "Ein blutiger Vormittag" oder "Mach dich fit für den Bikini" (geil!) beschäftigt, dem werden die sorgsam verpackten Messages nicht verborgen bleiben. Schließlich hat Denken bisher ja noch niemandem geschadet. Manchmal soll es sogar recht nützlich sein! Merke: Intelligenz ist nicht ansteckend!
Als Fazit kann man abschließend festhalten, dass JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE Zeit ihres Lebens eine Band war, die stets durch ihre "erfrischende Eigennote" auffiel. Irgendwas bleibt aber immer übrig! Und schließlich ist es noch nicht zu spät, dieser verrückten Haudrauf-Combo die letzte Ehre zu erweisen. "Kaputte nackte Affen" ist ein guter Abschluss einer überzeugenden Discographie - insgesamt aber nicht überragend. 4 Sterne passen da gut ins Konzept!