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Kaputt
 
 
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Kaputt [Broschiert]

Curzio Malaparte , Hellmut Ludwig
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 588 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 2 (16. April 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596174120
  • ISBN-13: 978-3596174126
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,4 x 3,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 101.387 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Curzio Malaparte
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Aus den Reportagen, die Curzio Malaparte von den Fronten des Zweiten Weltkriegs für den »Corriere della Sera« schrieb, entstand 1944 der Roman »Kaputt«. Ein weltberühmtes Buch, das ein monströses Panorama der Pogrome und Partisanenkämpfe entwirft, von Finnland bis in den Balkan. In einer Bildergalerie des Schreckens werden die Spitzen des deutschen Besatzungsregimes in Osteuropa und der Diplomatie in Berlin, Warschau und Rom porträtiert.

Über den Autor

Curzio Malaparte, 1898 in Prato, nahe Florenz geboren, starb 1957. Er arbeitete als Journalist u.a. bei »La Voce«, »La Stampa« und »Corriere della Sera«. Seine Bücher erreichten Auflagen in Millionenhöhe und wurden in alle Sprachen der Welt übersetzt.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Kaputt gehoert in die Kategorie der vergessenen Bestseller. Oder wer hat in der Schule etwas von C. Malaparte gehoert.

Das Buch ist ein einzigartiges Kunstwerk und fuehrt als solches vor, wie Kunst wahrhaftiger als das Leben selbst sein kann. Wichtiger als die Frage, ob die Ereignisse wirklich so waren, wie Malaparte sie als unbestrittener Zeitzeuge erlebte, ist die Erkenntnis, dass hier der Krieg im Osten im Detail wie in der atmosphaerischen Dichte der Beschreibungen genau so wiedergegeben wird wie das bei der Komplexitat des Sujets moeglich ist.

Das Buch zu lesen ist ein aesthetischer Genuss, die expressionistische Kraft der dargestellten Szenen einzigartig in der Literatur. Darf denn ein solches Werk, das keinen Zweifel am menschenverachtenden und sinnlosen Grauen des deutschen Ueberfalls auf Osteuropa laesst, durch die lyrische Schoenheit der Schilderung bezaubern?

Im Buch lebt so das moralische Dilemma des Autors, Ex-Faschist, zukuenftiger Kommunist, auf leise, unangenehme Weise weiter.

Der Autor nimmt dabei zu jedem Zeitpunkt klar Stellung gegen die Verbrechen und fuer die Opfer. Und doch sitzt er mit den Taetern an einem oft ueppig gedeckten Tisch.

Ein spannendes, faszinierendes, einzigartiges und historisch hochbedeutsames Werk, zum 60. Jahrestag des Kriegsendes gerade richtig neu aufgelegt. Empfehlung: unbedingt kaufen, lesen und weiterempfehlen.

War diese Rezension für Sie hilfreich?
14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von ludwigwitzani TOP 500 REZENSENT
Format:Broschiert
Das Wort "kaputt" entstammt dem hebräischen "kapparoth", was so viel wie "Opfertier" bedeutet. Kaputt sein, heißt, zum Opfer ausersehen zu sein, ein Schicksal, das nicht nur den vermeintlich Schwachen sondern auch und gerade den Starken trifft. In dem vorliegenden großen Epochenroman von Curzio Malaparte sind es in erster Linie die Deutschen, die "kaputt" sind, sie sind zunächst die Starken, die rücksichtslos und ohne Gnade gegen Russland ziehen, ehe sie begreifen, dass sie den Krieg nicht gewonnen werden und "der keine weiße Fleck der Angst", das Zeichen des kapparoth, in ihren Augen erscheint (S.210). Aber genau betrachtet gehen nicht nur die Deutschen als Volk "kaputt", die ganze Welt gerät aus den Fugen, wird zum Opfer ihres eigenen technisch- industriellen Wesens.
Diese große Selbstopferung der Menschheit im Zweiten Weltkrieg ist das Thema Malapartes, eine Art Requiem auf die Humanität, die in den Flammen des Krieges untergeht. Doch es ist ein Untergang zwischen Grausen und Grandiosität - mit einer Sensibilität und Ästethik nachgezeichnet, die den Leser zugleich ergreift und schockiert. Malaparte selbst, Romanfigur und Autor in einem, durchstreift die Ghettos von Warschau, Lodz und Czechostowa (92ff.), folgt den Fingerzeigen erfrorener russischer Soldaten, die von ihren deutschen Gegnern mit erhobenen Armen als "stumme Polizisten" in den Boden eingegraben wurden, und er erblickt nach den Pogromen im rumänischen Jassny zwischen einer Straße voller Leichen die Fürstin Sturza in ihrer Kutsche vorüber fahren, als sei sie Mitglied einer gänzlich anderen Welt (vgl. S. 138ff.). An der finnischen Lagodafront flüchten die Pferde vor der Schlacht in den See - und frieren ein, so dass am nächsten Morgen der ganze See übersäht ist mit erfrorenen Pferdeköpfen, die aus dem festgefrorenen Eis ragen und den Landsern als Sitzgelegenheiten dienen. (S. 55f.). Das ganze Buch ist voller solch unvergesslicher Bilder: ein Waggon wird durch Hilfswillige geöffnet, und hunderte versteinerter Erfrorener fallen auf die Gleise (170ff.). Am Ende eines Lesewettbewerbes, bei dem ein deutscher Offizier russische Gefangene aus der Prawda vorlesen lässt, werden alle Sieger, das heißt: die Lesekundigen, erschossen. (213ff.). Kurz darauf beginnt in den russischen Dörfern die Jagd der SS auf die Hunde, weil die Russen sie zu Panzerhunden ausbilden, die unter den Bäuchen deutscher Panzer mit ihren Sprengladungen auf dem Rücken ihr Futter suchen. Starr und widerspenstig ist der Blick der Toten, denen die Zigeuner vergeblich die Kleider vom Leib reißen wollen - genauso wie der Anblick der invaliden deutschen Soldaten, denen in dem ersten schreklichen Kriegswinter die Augenlider erfroren und abgefallen sind, so das sie nun mit aufgerissenen Augen durch die Welt gehen müssen. All das vollzieht sich auf der Bühne einer Natur, die ihre Schönheiten unbeeindruckt von der menschlichen Tragödie weiterspinnt. Malaparte beobachtet die Vögel, die " Tausenden über die Schlachtfelder am Dnjestr, am Dnjepr, am Don" fliegen und weder Angst vor den Kugeln noch vor den Deutschen haben. "Sie lassen sich nicht auf den Ästen nieder, um dem Gemetzel zuzusehen, sondern steigen zum Himmel empor, folgen in den Höhen den Heeren auf ihrem Marsch durch die grenzenlose Ebene." (S.13) Als sich der Autor am Abend eines langen Marschtages ins Gras legt, um zu schlafen, erwacht am Morgen durch ein geheimnisvolles leises Knacken. Misstrauisch hebt er den Kopf, ehe der entdeckt, dass es die Sonnenblumen sind, die sich zu Hunderttausenden auf der ukrainischen Ebenen der im Osten aufgehenden Sonne entgegenstrecken (S.220) .
Doch die poetische Beschreibung dieser Vorgänge, so viel Eigenwert sie auch besitzen mag, ist nicht in erster Linie Malapartes Anliegen. Ihm geht es vielmehr um das Tätervolk der Deutschen, den Urhebern dieses Völkermordens, denen er auf seinen Reisen immer aufs Neue begegnet. Sie besitzen eine "einzigartige Mischung grausamerer Intelligenz mit einem verfeinerten und vulägrem Wesen", Ausfluss eines dunklen Infernos, "aus dem immer wieder flüchtig ein düsterer Schein herauflohte."(S. 143). Sie sind im Unterscheid zu den Italienern, die unter dem Faschismus abstumpften, zu willenlosen Kampfmaschinen geworden, die Tod und Verderben über die Welt bringen.
So schrecklich das Buch auch im Einzelnen zu lesen ist, so sehr kann man sich in seiner makellosen Sprache verlieren. Die Bilder, die der Autor in immer neuen Anläufen erfindet, die Sprache, mit der er die seine Erlebnisse beschreibt und der Rhythmus seiner Schilderungen verwandeln den Leser beinahe in einen Augenzeugen vor Ort. Ich kann mich nicht erinnern, schon einmal ein derart eindringliches Buch über den Zweiten Weltkrieg gelesen zu haben - gleich weit weg von Landserromantik und Edelkitsch. Nur vergleichbar mit wenigen Unikaten wie den "Wohlgesinnten" oder "Die Straße von Flandern".
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Klaus Grunenberg VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Curzio Malapartes vielfach expressionistischer Roman ist wieder zu lesen.
Wir haben es dem Zsolnay-Verlag zu verdanken.

Der Autor, als Korrespondent des "Corriere della Sera", hatte als italienischer Offizier die Möglichkeit, an allen Fronten des zweiten Weltkrieges als Berichterstatter teilzunehmen.
Und das hat er auch mit Verve getan.

Malaparte war ja anfänglich dem italienischen Faschismus zugetan, hat aber seine Meinung zu allem Möglichen geäußert und dafür im Gefängnis auf der Insel Lipari eingesessen.

Nach seiner Entlassung aus der Gefangenschaft wurde er wieder geduldet, sollte sich aber desweiteren etwas vorsehen.

In diesem Roman, so scheint es, hat er aber wieder so richtig über die Stränge geschlagen und sein Temperament ging mit ihm durch, was - als leidenschaftlicher Künstler, der er nun mal war - nicht verwunderlich ist.

So werden wir mitgenommen auf eine abenteuerliche Reise durch Europa an alle Frontabschnitte, wo er vor allem als bekannter Literat natürlich auch von den politischen "Größen" der damaligen Zeit eingeladen und empfangen wurde.

Nicht nur im Kreise der Soldaten (vor allem schildert er auch deutsche Ereignisse von teilweise grausamster und dann wieder ganz menschlicher Art!), nein, auch in der Gesellschafter der Machthaber, deren Namen er nennt und in Gesellschaft von Adligen, die er genau beschreibt und von früher oftmals kennt, bekennt er sich zu mancherlei Wahrheiten.

Diese werden teilweise verschlüsselt, teilweise direkt wiedergegeben und es weht ein Geruch von Tod und Todesahnung durch alle die Geschichten.

Die Krankheit der Deutschen, so sagt er am Beginn, die will er erkunden und beschreiben und er findet sie in der deutschen Seele, wie er meint, in der "anima tristis", so könnte man sie nennen, die zu Selbstmordattaken in Finnland führt und selbst die SS-Machthaber teilweise sprachlos macht.

Dem deutschen Machthaber in Polen widmet er anfänglich ein Gemälde von furchtbarster Intensität, die eines Hieronymus Bosch`s würdig ist und wo Gelächter und Hochmut der deutschen Männer und Frauen auf den Punkt gebracht werden.

Trotzdem meinte er wohl, dem Frieden seiner Zeit zu dienen und seinen Roman, der 1944 herauskam, hat er wahrscheinlich dem möglichen Ende aller Grausamkeiten gewidmet, leider ohne großen Erfolg, wie wir wissen.

Dieser erstaunliche Roman ist wahrscheinlich ein besserer Beweis für gelebte Grausamkeit eines kriegerischen und rassistischen Kultes als alle historischen Versuche einer Aufarbeitung derselben bisher.

In Europa grassierte also eine Krankheit, die allem Hohn spricht, ein verderblicher Kult, der ja oftmals mit dem Mantel großer Kultur mitunter verbrämt wurde (siehe Ezra Pound oder D`Annunzio!).

Allen, die heute versuchen, diesem Kult das Wort zu reden mit dem Hinweis, so war es damals eben und man könnte zuweilen Verständnis für dies und jenes haben, müssen sich schämen nach der Lektüre dieses Roman.

Das Nachwort ist dem Verständnis halber unbedingt ebenfalls zu beachten.

Wir werden noch mit manchem konfrontiert werden, was uns den Atem stocken lassen wird und trotzdem wird auch heute noch der Krieg als Mittel zum Zweck benutzt. Es ist einfach ein menschliches Versagen und eine - hier ist das Wort wirklich zu gebrauchen-, Schande, die zum Himmel schreit, wenn sich nicht endlich etwas in dieser Hinsicht verändern wird.

Das sogenannte "sieg - und ehrenhafte" germanische Fühlen (das immer auch einen heldenhaften Tod einschließt!) aber hat zur Zeit, meine ich, wiederum Kult, und das nicht nur bei Wagnerfreunden.

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