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Kapo: Roman Gebundene Ausgabe – 29. August 1997


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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 344 Seiten
  • Verlag: Carl Hanser; Auflage: 3 (29. August 1997)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446191348
  • ISBN-13: 978-3446191341
  • Originaltitel: Kapo
  • Größe und/oder Gewicht: 13,4 x 3,1 x 20,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 543.060 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

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Am Anfang war das Verbrechen. Die tägliche Vergewaltigung wehrlos gewordener Frauen. Der kleine Faschismus im Großen. Jahre später beginnt der Roman.

Vilko Lamian ist ein Niemand. Einer, der zwar teilnimmt, den man aber auch nicht vermissen würde. Als Katasterbeamter in Banja Luka führt er ein kleines, graues Leben. Man kannte ihn als "schweigsamen und zurückgezogenen" Menschen, als "einsamen Passanten und Wanderer". Aber Schein und Sein klaffen auseinander - oder zumindest Schein und Seinsvergangenheit. In Wirklichkeit ist Lamian "eine Bestie, ein Monstrum, ein Folterknecht, ein Hitler-Kapo, ein Erzfeind". Das weiß und denkt er selber. Ich ist ein Anderer, wenn auch ein Vergangener, und der gehört zu ihm. Lamian -- ein lupus inter homines.

Vilko Lamian ist Jude. Und wollte keiner sein. In seinen Jugendjahren an der Universität in Novi Sad verleugnete er sich und tendierte sogar zu kroatischen Extremnationalisten, bis er niemanden mehr hatte und sich selbst auch nicht genügte.

Die Feindschaft zu seiner Herkunft und daraus resultierende Distanz zu sich selbst ermöglichten es ihm, radikal vom Opfer zu einem Täter zu werden, der seine eigenen Ängste und Zweifel in Gewalt gegen andere umsetzt. Dem Konzentrationslager Jasenovac entronnen, nutzt er -- unter falscher Identität -- als Werkstatt-Kapo in Auschwitz den Hunger von dem Tod geweihten weiblichen Häftlingen aus, die er für einen Bissen Brotes auf seine Bettstatt zwingt: auf die ganz private menschenverachtende Schlachtbank. Es handelt sich aber keineswegs um ein Tarnkappendasein im Pfuhl der Menschenvernichter: das do as the romans do ist nicht lebenserhaltende Pflichtaufgabe, sondern vielmehr satanisches Spiel mit Bestechung, Zynismus und Erpressung, an deren Ende ein luxuriöser Selbstzweck steht.

Das Bewußtsein um die Schuld, die nach dem Krieg ungesühnt geblieben ist, macht ihn zu einem lebendigen Phantom, gefangen zwischen Verdrängung und Paranoia. Als einzige Rettung erscheint ihm eine fatale Situation: er erhofft sich die Begnung mit der Jüdin Helena Lifka, die er lange Zeit mißbrauchte, von der er aber auch hofft, daß sie durch ihn überlebt hat.

An dieser Stelle läßt Tišma den Roman beginnen: Man tritt dort in das Geschehen ein, wo es (beinahe) enden wird. Rahmenhandlung (fast). Vilko Lamian, dem Leser noch unbekannt, hat sein Opfer gefunden und schwankt vor der Konsequenz der Gegenüberstellung, die zwischen Mitleid und Rachegelüsten liegen könnte. Treffend die erzählerische Methode Tišmas: Lamian hadert stehend mit sich und beginnt nur langsam, sich zu bewegen. Aber nicht auf sein jüngstes Gericht zu, sondern immer tiefer in die Erinnerung hinein -- um irgendwann an einem Zeitpunkt von etwas wie Unschuld anzukommen und dann schmerzvoll wieder zur Realität der Gegenwart aufsteigen zu müssen.

In Zyklen des Abtauchens in die Vergangenheit bewegt er sich auf diese zu, stoisch-zwanghaft: Der Anlaß, jetzt hier zu sein, die Lagerzeit, die Jugend und der Rest Lebens. In Schüben auf das Zusammentreffen mit seinem gesichtsvollsten Opfer taumelnd, zu der ihm bekannt-unbekannten Helena Lifka und gleichsam der Begegnung mit sich selbst hin. Eine Strecke von Jahrzehnten.

Lamian begibt sich gedanklich in immer neue Martyrien der Vorstellung möglicher Aufeinandertreffen des ehemaligen Vergewaltigers und der jeglichen Willens entraubten Lagerinsassin. Der (masochistische) Weg ist ihm das Ziel, deshalb sind Unentschloßenheit und Nicht-Ankommen nicht nur feige Momente, sondern zugleich notwendige Vorbereitung auf das Ende einer lebenslangen Flucht und die Frage, ob er Paulus bleibt oder von der diesbezüglich reinen Seele des Opfers selig gesprochen wird. Vilko Lamian befindet sich mithin auf dem Weg von Miroslav Blam -- dem Protagonisten von Tismas Roman Das Buch Blam und den Holocaust als Opfer überlebt habend --, welcher sich auch letztlich konsequent auf einen "Akt tiefster Wahrheit" zubewegt: Diktaturexistenz(en) zu decouvrieren.

Sein postverbrecherisches Leben ist gemessen an Auschwitz. Jedes Bild geriert sich als Erinnerung an eine Lagersituation, jedes Gesicht als Opfergesicht oder Häscher- und Mördervisage. Durch einen makabren Zufall dem Tod als Häftling entronnen, existiert er nurmehr pathologisch -- einmal in die 'Notexistenz' des utilitaristischen Kapos gepresst, welcher als Zwischenmedium Formen von Macht weitergibt und für sich modifiziert, hat er das Lager eigentlich nie wieder verlassen. Und er hat es für sich allein. Die paar Jahre an einem Ort, der einen negativen Extrempol menschlichen Wesens darstellt, wiegen schwerer als das halbe Centennium danach. Deshalb wünscht er sich das Ende dieses Daseins: Anklage, Verurteilung und Hinrichtung. Es spielt keine Rolle mehr Denn den Tod kennt er nicht nur als das Schicksal anderer -- er selbst hat ihn albdruckhaft schon in grausamerer Färbung erlebt.

Aber Lamian bleibt das "Gespenst" (Sigrid Löffler), als das er vegetieren mußte; die Absolution kann ihm Helena Lifka nicht erteilen. Sie starb bereits, während Lamian weiter am Leben tragen muß.

Tišma, selbst Jude, beschreibt eine Gefühlswelt, in der Leere eine Grundkonstante des Seins bildet; in der das innere Vive! allein die Folge biologischen Lebenserhaltungswillens ist. Sein Roman verweist genau wie beispielsweise Michel Tournier in "Erlkönig" auf die noch in jeder scheinbaren Biederseele angelegte Monströsität, die nur auf einen Katalysator zu warten scheint. Die Botschaft, daß der Unhold, ob er nun Vilko Lamian oder Abel Tiffauges heißt, in jedem stecken kann, macht das Buch bedeutend. Die psychologische Dimension und große erzählerische Kunst, frei von jeglicher Didaktik, machen es unverzichtbar. --Ron Winkler

Rezension

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Kapo
OT Kapo OA 1987 DE 1997Form Roman Epoche Moderne
Kapo, der vielleicht erschütterndste unter den vorliegenden Holocaust-Romanen, stellt große Anforderungen an das humane Empfinden der Leser. Die erzählerische Kunst dieses Buchs ist in ihrer verstörenden Nüchternheit und Lakonik von atemraubender Gnadenlosigkeit und als solche bestens geeignet, das Unerklärbare des Holocaust zu deuten.
Entstehung: Der Roman war im serbischen Original der abschließende Band von insgesamt fünf Büchern über die Zeit des Zweiten Weltkriegs, die TiŠs ma seinen »Pentateuch« nennt. Kapo basiert auf Material aus den Auschwitzer Archiven über das Schicksal eines Juden aus Kroatien.
Inhalt: Der junge getaufte Jude Vilko Lamian wird während des Zweiten Weltkriegs in das Zwangsarbeitslager Jasenovac gebracht. Dort gelingt es ihm, in die Identität des umgebrachten Kommunisten Anton Furfa zu schlüpfen. Er wird nach Auschwitz transportiert, wo er in der Funktion eines Werkstatt-Kapos selbst zum Rädchen in dem mörderischen System des Lagers wird. Er tut es gezwungenermaßen, doch er gewöhnt sich an das Böse und nutzt schließlich seine bevorzugte Stellung innerhalb der Unterdrückten aus, um sich weibliche Häftlinge mit etwas Essen sexuell gefügig zu machen. Eigentlich selbst Opfer, wird er zum Täter, der nicht mehr nur bedauert zu quälen, sondern es auch genießt.
Nach dem Krieg führt Furfa eine bescheidenes Leben in Banja Luka. Als er per Zufall auf die Spur eines seiner Opfer in Auschwitz stößt, wird er von den Erinnerungen an seine Untaten ergriffen und macht sich auf die Suche nach dieser Frau, bei der allein, so denkt er, Verständnis und Vergebung zu finden seien. Als er sie endlich aufgespürt zu haben glaubt, erfährt er, dass sie kurze Zeit zuvor verstorben ist. Die Absolution bleibt dem ehemaligen Kapo versagt, Lamian muss weiterleben, allein, mit seinem Wissen und seinen Erinnerungen.
Struktur: Das Romangeschehen wird ausschließlich aus der Perspektive der Hauptfigur erzählt. Es ist zu einem Großteil ein innerer Monolog in objektivierter Er-Form, der an entscheidenden Stellen in ein »Ich« wechselt.
Die Handlung verknüpft drei eng aufeinander bezogene Zeitebenen: die Jugendjahre Lamians, seine Zeit in den Vernichtungslagern und die erzählerische Gegenwart, die völlig von der obsessiven Suche nach dem einstigen Opfer geprägt ist. Diese Suche wird immer wieder von den Erinnerungen an die eigene schändliche Vergangenheit unterbrochen. Ebenso wie diese Erinnerungen formal die weißen Flecken in der Chronologie füllen, zerstören sie die Existenz der Hauptfigur.
Wirkung: Die kalte Präzision, mit der TiŠs ma in dem Buch die Ausweglosigkeit einer entmenschlichten Welt aufzeigt, hat Kritik und Leserschaft gleichermaßen beeindruckt. Verantwortlich dafür ist wohl die Ahnung, dass man sich in Kapo, diesem an Düsternis und Pessimismus kaum zu überbietenden Roman, jener Hölle nahe wähnt, die mit dem Wort Auschwitz verbunden ist. R.F. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Meknes am 28. August 2008
Format: Taschenbuch
Vilko Lamian ist ein getaufter Jude. Während des zweiten Weltkriegs nimmt er in einem Arbeitslager die Identität des verstorbenen kroatischen Kommunisten Furfa an. Er wird nach Ausschwitz deportiert, wo zum Kapo ernannt wird. In dieser Funktion wird er gezwungen furchtbare Dinge zu tun, allerdings nützt er im Laufe der Zeit diese Stellung aus um sich weibliche Gefangene sexuell gefügig zu machen.
Nach dem Krieg nimmt er wieder seine ursprüngliche Identität an, lebt aber immer in Furcht entdeckt zu werden. Als er durch Zufall einen Hinweis auf eine von ihm gequälte Frau entdeckt, macht er sich auf die Suche nach ihr. Er glaubt nur sie könne ihm vergeben ....
Ein Buch, dessen Lektüre keine Freude bereitet, aber man lernt zu verstehen, wie das System Menschen "entmenschlicht" hat.
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Ein Kunde am 21. Dezember 2001
Format: Gebundene Ausgabe
Was Tisma in diesem Roman erzählt, lässt von der ersten bis zur letzten Seite nicht mehr los. Ein Roman über Schuld, Schulderkenntnis und die unausweibare Auseinandersetzung damit. Wie lange schafft der Protagonist vor sich selber davonzulaufen? Und wann holt ihn seine eigene Geschichte ein.
Ein Muß für Leser, die sich interessieren wozu ein Mensch fähig ist.
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2 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von D.G. am 1. April 2001
Format: Taschenbuch
Der Roman beleuchtet die Opfer und Täter des Holocaust's gleichermaßen, er geht sogar noch weiter mit der Betrachtung eines Opfers, das selbst zum Täter wurde. Es wird die Geschichte eines Schuldbekenntnisses erzählt, wobei hier ein Psychogramm des Helden erstellt wird. Die Ereignisse in Auschwitz von einer etwas anderen Seite zu betrachten ist sehr interessant, da es eine Ausnahme in der Literatur um den Holocaust darstellt. Nur bleibt hier am Ende zuviel offen. Man könnte meinen, den Autor hat am Schluß der Mut verlassen.
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