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Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 13.08.2003
Walter Benjamins These vom Kapitalismus als Religion hat noch immer Konjunktur, behauptet Rezensent Thomas Meyer; eine These, die er in dem von Dirk Baecker zusammengestelllten Sammelband bestätigt sieht. Der in Witten lehrende Soziologe hat Wissenschaftler verschiedener Disziplinen mit dem aus dem Jahr 1921 stammenden Textfragment Benjamins konfrontiert und die Ergebnisse in einem, wie Meyer findet, höchst spannenden Band versammelt: Nobert Bolz, Werner Hamacher, Birger P. Priddat, William Rasch haben unter anderem dazu beigetragen. So unterschiedlich die Auffassungen und Analysen der Wissenschaftler ausfallen, für Meyer dringt aus allen der "Ruf nach einer Ressourcenkontrolle". Dann aber, sinniert Meyer, könnte sich herausstellen, dass sowohl die Ressourcen des Kapitalismus wie der Religion gleichermaßen erschöpft sind. Eine Theorie der Moderne müsste es sich seiner Meinung nach dann zur Aufgabe machen zu eruieren, wo der Mensch in dieser neuen Konstellation seinen Platz findet, und sich dabei mit der Religion, "im Moment ihres Sturzes", solidarisch zeigen.
© Perlentaucher Medien GmbH
Walter Benjamins These vom Kapitalismus als Religion hat noch immer Konjunktur, behauptet Rezensent Thomas Meyer; eine These, die er in dem von Dirk Baecker zusammengestelllten Sammelband bestätigt sieht. Der in Witten lehrende Soziologe hat Wissenschaftler verschiedener Disziplinen mit dem aus dem Jahr 1921 stammenden Textfragment Benjamins konfrontiert und die Ergebnisse in einem, wie Meyer findet, höchst spannenden Band versammelt: Nobert Bolz, Werner Hamacher, Birger P. Priddat, William Rasch haben unter anderem dazu beigetragen. So unterschiedlich die Auffassungen und Analysen der Wissenschaftler ausfallen, für Meyer dringt aus allen der "Ruf nach einer Ressourcenkontrolle". Dann aber, sinniert Meyer, könnte sich herausstellen, dass sowohl die Ressourcen des Kapitalismus wie der Religion gleichermaßen erschöpft sind. Eine Theorie der Moderne müsste es sich seiner Meinung nach dann zur Aufgabe machen zu eruieren, wo der Mensch in dieser neuen Konstellation seinen Platz findet, und sich dabei mit der Religion, "im Moment ihres Sturzes", solidarisch zeigen.
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Pressestimmen
"Platz 2 der Sachbuchbestenliste von Süddeutscher Zeitung, NDR und Buchjournal! Ein gelungener Sammelband.(...). Dirk Baecker hat Vertreter verschiedener Disziplinen mit Benjamins Text konfrontiert und die Ergebnisse in einem spannenden Sammelband publiziert." (SDZ)
""Kapitalismus als Religion" ist also ein höchst aktueller Reader zu einem sehr alten Problem, das wohl nie endgültig gelöst wird." (die tageszeitung)
"Ein philosophisch angehauchtes Lesebuch für Manager: Quergedachte Reflexionen über Kapitalismus, Geldpolitik und Börse." (Format)
""Kapitalismus als Religion" ist also ein höchst aktueller Reader zu einem sehr alten Problem, das wohl nie endgültig gelöst wird." (die tageszeitung)
"Ein philosophisch angehauchtes Lesebuch für Manager: Quergedachte Reflexionen über Kapitalismus, Geldpolitik und Börse." (Format)
Kurzbeschreibung
Schlagzeile Platz 2 der Sachbuchbestenliste von Süddeutscher Zeitung, NDR und Buchjournal!
"Kapitalismus als Religion" heißt das um 1921 geschriebene und posthum publizierte Fragment Walter Benjamins, das diesem Buch vorangestellt ist. Genauso hat Dirk Baecker sein Buch genannt, in dem Aufsätze zu diesem Fragment versammelt sind. Aufsätze unter anderem von Norbert Bolz, Christoph Deutschmann, Werner Hamacher, Uwe Steiner und dem Herausgeber selbst.
Die Aufsätze nähern sich auf soziologische, theologische, kulturwissenschaftliche Art und Weise dem Text Benjamins. Beklagt wird jedoch nicht was nun auch so gar nicht neu wäre die Existenz des Kapitalismus; vielmehr geht es um dessen Grenzen und um den Kapitalismus als Form von Gewalt. Dabei unterscheiden sich die Analysen vor allem darin, inwieweit sie in der Interpretation der Thesen Benjamins verharren oder, losgelöst von dem einzelnen Fragment, die moderne Gesellschaft diskutieren und: die Funktionen und Visionen von Reli gion.
Über den Autor
Dirk Baecker wurde 1955 in Karlsruhe geboren. Nach seinem Studium der Soziologie in Köln und Paris promovierte und habilitierte er 1986-1992 im Fach Soziologie an der Universität Bielefeld. Er erhielt das Heisenberg Stipendium von der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Nach Forschungsaufenthalten an der Stanford University in Palo Alto (Kalifornien), der Johns Hopkins University in Baltimore und der 'London School of Economics and Political Sciences' wurde Baecker 1996 an die Universität Witten/Herdecke berufen, wo er den Lehrstuhl für Soziologie inne hatte. Seit 2007 ist Dirk Baecker Professor für Kulturtheorie und -analyse an der Zeppelin University in Friedrichshafen.Walter Benjamin, geb. 1892 in Berlin, studierte in Freiburg i. Breisgau Philosophie, Germanistik und Kunstgeschichte. Nach Beginn des ersten Weltkrieges setzt er sein Studium in München und dann in Bern fort. 1933 emigriert er nach Paris. Nach der Besetzung Frankreichs und kurzzeitiger Internierung entschließt er sich in die USA zu internieren. An der spanischen Grenze wartet er aber vergeblich auf ein Visum. Da seine Auslieferung an die Geheime Staatspolizei droht, nimmt sich Walter Benjamin im spanischen Küstenort Port Bou mit einer Überdosis Morphium das Leben.Norbert Bolz Professor für Medienwissenschaft an der TU Berlin.