Egal, ob man das Buch im englischen Original liest oder in der deutschen Übersetzung, die zusätzlich einen Abschnitt über den bundesdeutschen Kapitalismus enthält, es bietet einen hohen Erkenntnisgewinn für einen kleinen Preis.
Die sechs Fragen, die Fulcher kurz und präsize beantwortet, sind: 1. Was ist Kapitalismus? 2. Woher kommt der K.? 3. Wie entwickelt sich der K.? 4. Ist K. überall gleich? 5. Gibt es einen globalisierten K.? 6. Krisen? Welche Krisen?
Verständlich, dass die Sicht eines englischen Soziologen in hohem Maße den britischen Kapitalismus berücksichtigt. Gerechtfertigt auch, denn in England bildete sich der Kapitalismus in modellhafter Klarheit heraus. Auch die neoliberale (Konter-)Revolution innerhalb des Kapitalimus nahm mit dem Thatcherismus von UK aus ihren Anfang. Im Kapitel 4 werden daneben der US-Kapitalismus, der schwedische und der japanische Kapitalismus verglichen, vor allem hinsichtlich der Wohlfahrtsstaats-Komponente.
Literaturverzeichnis (kommentiertes und nicht-kommentiertes), Abbildungsverzeichnis für die wenigen, aber instruktiven Abbildungen, Register - all das erhöht den Gebrauchswert der (auch in der Übersetzung) gut lesbaren Schrift.
Die Schwäche des Buches ist in den letzten beiden Sätzen erkennbar. Ja, nur der Kapitalismus hat sich als effektiv erwiesen. Es ist aber unlogisch und unhistorisch, anzunehmen ohne seine radikale Ablehnung hätte es jemals ausreichend Schub für seine Reformierung gegeben. Erst, wenn man mit Auszug droht, mag sich mancher Vermieter zur Renovierung entschließen. Mit braven Bitten alleine wird er es jedenfalls selten tun.