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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Liberalismus - eines von zwei Extremen, 24. Mai 2009
Nicht erst seit der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise streiten sich die ökonomischen Schulen über das richtige Wirtschaftssystem. Unter "richtig" ist hier gemeint, dass ein Maximum an gesellschaftlicher Wohlfahrt und wirtschaftlicher Stabilität zu erreichen sei. Allein schon die Tatsache dass es zwei große "Lager" gibt, zeigt die Komplexität ökonomischer Sachverhalte.
Mit Milton Friedmanns "Kapitalismus und Freiheit" hält man eine Schrift aus dem liberalen "Lager" in Händen. Er hält die Macht des freien Marktes und der damit einhergehenden Zurückhaltung staatlicher Beschränkungen für den Königsweg zu Wachstum und Wohlstand einer Gesellschaft. Es ist Friedmann hoch anzurechnen, dass er in seinem Buch gerade nicht auf mathematische Erklärungsmodelle zurückgreift, was sein Werk überaus lesenswert macht. Zudem schreibt der Autor sachlich fundiert und rhetorisch verständlich. Der wirtschaftliche Laie kommt dabei ebenso auf seine Kosten wie der studierte Ökonom, der endlich mal ein Buch ohne mathematische Formeln in Händen hält.
Schlussendlich bleibt die Frage nach dem richtigen Wirtschaftssystem natürlich erhalten.
Gerade Friedmanns liberale Aussagen, Unternehmen hätten keine soziale Verantwortung zu tragen als viel mehr das unumstößliche Ziel, den Gewinn zu maximieren um den Wünschen ihrer Aktionäre gerecht zu werden, ist in Zeiten einer Wirtschafts- und Finanzkrise, die nicht zuletzt aus zu wenig Verantwortungsbewusstsein entstanden ist, fragwürdig.
Dabei ist anzumerken, dass der Liberalismus - laut Friedman - nicht das "Verteufeln" des Staates bedeutet. Vielmehr gilt der Staat als Schiedsrichter, der Regeln vorgibt und für seine Einhaltung sorgt.
Wir sollten uns überlegen, ob die Frage nach liberalem Kapitalismus oder Sozialismus richtig gestellt ist. Selbst in der Natur sind Extreme meistens nicht vorteilhaft und selten anzutreffen. Wieso sollte das in der Ökonomie anders sein, in welcher (natürliche) Menschen miteinander agieren. Unsere Wirtschaftsgeschichte zeigt uns, dass weder zu liberale noch zu reglementierte Ansätze längerfristig zielführend waren. In meinen Augen erledigt die Soziale Marktwirtschaft ihre Arbeit recht gut, lediglich an den richtigen Stellschrauben muss nun gedreht werden, um die momentanen Unebenheiten zu beseitigen und etwaige Löcher zu stopfen.
In Friedmans Buch finden sich Beispiele, in welchen der freie Markt ein Optimum erzeugen kann. Für den einen oder anderen Bereich kann dies durchaus gelten, doch scheint mir die Aussage zu kurz zu greifen, dass der freie Markt immer ein Optimum und damit eine Zunahme der Wohlfahrt garantiert. Wir sollten nicht aus den Augen verlieren, wie den der Wohlstand eines Landes gemessen wird: Ein steigendes Bruttosozialprodukt (BIP) wird gleichgesetzt mit einem Anstieg des gesellschaftlichen Wohlstands. Dabei misst das BIP lediglich die Wachstumsrate der Güterproduktion. Ob damit auch ein Anstieg der Wohlfahrt verbunden ist, bleibt anzuzweifeln, zumal das Menschenbild in einem ökonomischen System ein egoistisches ist und bewiesenermaßen individuelle und gesamtgesellschaftliche Rationalität auseinander driften. Ist der Mensch also wirklich nur ein Tier, bedacht auf sich selbst? Oder ist er doch ein verstandbewusstes Wesen und erkennt die Möglichkeit eines gemeinsamen Miteinanders?
Milton Friedmans "Kapitalismus und Freiheit" ist ein Klassiker liberaler Wirtschaftsordnung. Man liest bei ihm über die Bedeutung des Staates, die Kontrolle des Geldes, über Kapitalismus und Diskriminierung genau so wie über die Einkommensverteilung und viele Themen mehr. Nahe zu alle mit einem Versuch der Beweisführung für die Optimalität des freien Marktes. Doch welches nun schlussendlich der richtigen Weg zur "eierlegenden Wollmilchsau" ist, darüber wird weiterhin zu diskutieren sein.
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51 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Vom Gründungsvater des Monetarismus, 26. Juli 2002
Zu seinem 90. Geburtstag wird das Standardwerk des Gründungsvaters des Monetarismus neu aufgelegt: In »Kapitalismus und Freiheit« sind sind all jene Positionen vertreten, für die der streitbare US-Ökonom und Nobelpreisträger seit Jahrzehnten gefeiert oder verdammt wird.Milton Friedman kämpft unermüdlich für den unbeschränkten Liberalismus, überzeugt von der Einsicht, daß die Selbstheilungskräfte des freien Marktes die gerechteste Verteilung des Volksvermögens gewährleisten. Jeder Eingriff des Staates hingegen, und sei er aus noch so guten Absichten, behindert den Wettbewerb und führt daher zwangsläufig zu Fehlallokationen. Im Mittelpunkt seiner volkswirtschaftlichen Modelle steht die Geldpolitik. Staatliche Interventionen in gesamtwirtschaftliche Abläufe dürften allein über die Ausweitung oder Einschränkung der Geldmenge erfolgen, nicht einmal - wie heute üblich - über die Höhe des Zinssatzes. Diese Schule des reinen Monetarismus stellt bis heute den überzeugendsten Gegenpol der von John Maynard Keynes vertretenen Lehre der Nachfragebelebung dar. Möglicherweise wäre Friedman wie zahlreiche seiner Fachkollegen rasch in Vergessenheit geraten, wenn nicht zwei der bedeutendsten Weltpolitker seine Lehre in den 80er als Vorbild für ihre Wirtschafts- und Finanzpolitik genommen hätten: Ronald Reagan und Margaret Thatcher reformierten mit ihrem klaren Bekenntnis zum marktwirtschaftliche Liberalismus den kränkelnden Sozialstaat im jeweiligen Land. Doch Friedman beschränkt sich nicht allein auf ökonomische Fragen: Seine Denkanstöße zu gesellschaftlichen Themen werden bestimmt durch die prinzipielle Abneigung gegen jede Form staatlicher Restriktion. Neben der Abschaffung der Wehrpflicht und Schulpflicht tritt er beispielsweise auch für die Legalisierung von Drogen ein, was ihm außerhalb seiner Disziplin der Wirtschaftswissenschaften eine bunte Schar von Kritikern eingebracht hat.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Kapitalismus und Unfreiheit, 5. Februar 2010
Milton Friedman
Seine Gedankengänge sind oft von antikommunistischen Idealen und wirtschaftlichen Idealen geprägt, er möchte unter allen Umständen der Wirtschaft größtmögliche Freiheit einräumen und dazu die Einmischung des Staates so weit es geht zurückdrängen.
In seinen Ideen zählt nicht mehr der Mensch als Individuum, sondern wird nur noch für die Produktion verwertet. Schulen sollen seiner Ansicht nach zu Produktionsstätten für Arbeiter werden. Im Kapitel "Kapitalismus und Diskriminierung" stellt er eine angeblich gleichberechtigte Politik der Wirtschaftlichen Freiheit dar, zeigt aber auch auf, was passiert, wenn die Mehrheit der Menschen für eine Diskriminierung sind, quasi nach dem Motto "Pech gehabt, Schwarzer." - Sehr homophob...
Wenn man das Buch kritisch betrachtet und hinterfragt, ist es durchaus lesenswert, um zu erkennen und anzuerkennen, warum wir doch heute schon so viel weiter sind.
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