Kap der Finsternis: Roman und über 1 Million weitere Bücher verfügbar für Amazon Kindle . Erfahren Sie mehr


oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
oder
Mit kostenloser Probeteilnahme bei Amazon Prime. Melden Sie sich während des Bestellvorgangs an. Erfahren Sie mehr
Alle Angebote
Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
oder
gegen einen Amazon.de Gutschein über EUR 0,25 eintauschen?
Kap der Finsternis
 
 
Beginnen Sie mit dem Lesen von Kap der Finsternis: Roman auf Ihrem Kindle in weniger als einer Minute.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Kap der Finsternis [Gebundene Ausgabe]

Roger Smith , Jürgen Bürger , Peter Torberg
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (59 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 21,95 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o
Auf Lager.
Verkauf und Versand durch Amazon.de. Geschenkverpackung verfügbar.
Nur noch 2 Stück auf Lager - jetzt bestellen.
Lieferung bis Freitag, 1. Juni: Wählen Sie an der Kasse Morning-Express. Siehe Details.
‹  Zurück zur Artikelübersicht

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Bester Krimi 2009 - KrimiWelt-Jury Deutscher Krimi Preis 2010 Auf Platz 1 der KrimiWelt-Bestenliste im Mai 2009 Aus den Begründungen (www.arte.tv): »Smith schreibt nüchtern, mit Hang zur Grotekse und zu bizarren, realistischen Details. Sein nackter filmischer Stil bannt eine Welt, in der nichts feststeht, am wenigsten die Regeln des Zusammenlebens. Stark.« Tobias Gohlis (Arte, 27.3.2009) »... ein Buch über Scheußlichkeiten. Begangen von scheußlichen Menschen, in einer scheußlichen, ungerechten und menschenfeindlichen Umgebung, die doch nur Menschenwerk ist. Ekel und Abscheu sind da sehr probate Kategorien. Beeindruckend!« Thomas Wörtche (Plärrer, 02/2009) »Das rabenschwarze Drama "Kap der Finsternis" ist nichts für zarte Gemüter. Roger Smith, bislang im Filmgeschäft tätig, zeigt in seinem ersten Krimi die dunklen Seiten seiner zweigeteilten Stadt. ... das alles sind beinahe modellhafte Figuren und dennoch kreiert Smith daraus ein beängstigendes Opus, inklusive blutigem Show-Down und überraschender Wendung.« Ingeborg Sperl (Der Standard, 03/2009) Weitere Pressestimmen »Roger Smith hat einen tiefschwarzen Roman geschrieben, der bisweilen schwer zu ertragen ist. Und trotzdem ist es ein Buch, das jeder Südafrikareisende lesen sollte, um zu begreifen, dass die Idylle am Tafelberg und den Stränden Kapstadts trügerisch ist. Denn das wahre Leben in Südafrika, das findet anderswo statt.« (NDR Info-Programm, 11.06.2009) »Es geht mithin um einen überaus empfehlenswerten literarischen Albtraum« (Literarische Welt, 30.05.2009) »Ein Buch so doppelgesichtig wie Kapstadt zwischen Zuckerbäckerhäuschen und brutalen Slums« David Signer (NZZ am Sonntag, 10.05.2009) »Roger Smith hat einen drastischen, furiosen Krimi geschrieben. ... Roger Smith' neuer Roman ist wie ein Schlag in die Magengrube. Die Wucht von "Kap der Finsternis" spürte man in der aktuellen Krimiszene schon lange nicht mehr. ... Roger Smith inszeniert ein gnadenloses Jagen und Gejagtwerden rund um den Tafelberg. Die grellen Bilder, ihre Wucht und Härte, suchen in der derzeitigen internationalen Krimiszene zweifellos ihresgleichen. Es sind Bilder, in denen sich die Stimme jener zum Untergang Verurteilten artikuliert, die mit dem Ende der Apartheid auf ein besseres, sinnvolleres Leben gehofft hatten.« (Zeit-online, 11.05.2009) »Roger Smith, der als Regisseur und Drehbuchautor in Kapstadt lebt, hat mit "Kap der Finsternis" einen ebenfalls hochtourigen, harten, nüchtern erzählenden Thriller geschrieben.« (Frankfurter Rundschau, 05.05.2009, www.fr-online.de) »Vor dem realen Hintergrund des Verbrechens und der Korruption in seinem Land entfaltet der Südafrikaner sein Drama in bester Noir-Tradition. Politische Korrektheit ... wären an diesem Kap fehl am Platz gewesen. Und wir hoffen darauf, bald mehr von Roger Smith zu lesen. « (Focus online (focus.de), 07.04.09) »... Smith ... zeigt schonungslos, wie wenig von den Visionen einer Nach-Apartheidsgesellschaft übrig geblieben ist.« (Stuttgarter Zeitung, 25.03.09) »Es ist unmöglich dieses Buch nicht zu Ende zu lesen!« (Starnews, 01.05.2009) »Ein hoch spannender, tiefschwarzer Thriller, der die Gegensätze und Widersprüche des schönen, schrecklichen Landes am Kap auf den Punkt bringt. Arm und reich. Schwarz und Weiß, die Schönheit der Natur und die entsetzlichen Zustände in den Elendsvierteln. Roger Smith stellt das "beautiful life" dem Elend, der Gewalt und der Korruption entgegen. Eine explosive Mischung, ein ebenso herausragender wie desillusionierender Krimi, ein niederschmetternd klarsichtiges Buch über den Zustand Südafrikas heute: an den sozialen Ungerechtigkeiten, dem Erbe der Apartheid, hat sich wenig geändert. Dafür blüht die Korruption bis in höchste Regierungskreise. Schlecht in der Realität, aber gut für den Kriminalroman. Dieser hier ist jedenfalls brillant. Obwohl man von Anfang an weiß, dass die Geschichte nur übel ausgehen kann, ist es unmöglich, dieses Buch nicht zu Ende zu lesen.« (WDR 2 Bücher, 09.03.2009, www.wdr.de) »Roger Smith erzählt in hohem Tempo, aus wechselnden Perspektiven und mit harten Dialogen. sein Roman ist nicht nur plausible, sondern auch konsequent: Hier ist kein Platz für ein Happy End, nur für Gewalt.« Sven Boedecker, Sonntagszeitung, 24.05.2009 Leserstimmen aus vorablesen.de  »Hervorragend aufgebaut entführt der Autor seine Leser in die Geschichte und lässt sie nicht mehr los .« Adhara » Wer Krimis mag wird "Kap der Finsternis" lieben .« Jamie » Nichts für schwache Nerven!« Christoph » Super Buch, Lust auf mehr!« Wibbchen1 » Ein Buch, das schlaflose Nächte verspricht.« Levia » Rasant und spannend geschrieben - unbedingt lesen !« buecherliebe » In der außerordentlich spannenden Leseprobe des Romans "Kap der Finsternis" ist nichts nur schwarz und weiß. Die Guten sind nicht nur gut, und die Bösen nicht nur Böse .« oli2807 » Dieses überaus spannende Buch lässt den Leser nicht mehr los. Keine langen Einführungen und Beschreibungen, er ist sofort mitten im Geschehen .« Hoffmanns » Sehr brillant gemacht, wie die verschiedenen Perspektiven der Protagonisten ineinander fließen. « Tiramisu » Es ist wohl kein Buch, das man kurz vor dem Einschlafen lesen sollte, sondern vielleicht lieber bei gut geschlossenen Haustüren vor dem Kamin .« alandatorb » Roger Smith gelingt es sehr gut, Kapstadt - die Stadt mit der höchsten Kriminalitätsrate der Welt - und seine Figuren zum Leben zu erwecken .« annajo » Jedes Wort sitzt, wenn es darum geht, die Protagonisten vorzustellen, knapp geschieht das, sachlich, nüchtern, emotionslos und erzeugt dennoch beim Leser Mitleid, Ablehnung, Ekel.« Christoph » Geradezu unglaublich, wie es dem Autor gelingt, den Spannungsbogen immer wieder aufs Neue von einem Höhepunkt zum anderen zu schlagen; die Entspannung währt nur kurz, bevor unerwartete Details und Wendungen den Leser kalt erwischen .« Christoph » Ein Cover, das polarisiert - ein Debüt, das Aufsehen erregt !« AdAbsurda » Etwas Familiendrama, ein geschundener schwarzer Wachmann mit treuem Hund, ein korrupter Polizist, diverse Prostituierte und das alles in Afrikas Drogenhochburg können nur Spannung aufwerfen .« kassandra10 » Dies ist kein Buch, welches bei mir Gänsehaut sondern lautes Herzklopfen verursacht .« Suse9 » Durch den klaren Schreibstil, die Beschreibung der Protagonisten und die gewählte, teils brutale Ausdrucksweise muss ich meine Phantasie nicht bemühen, sondern habe das Geschehen und den Handlungsort sehr real vor Augen .« Palpita » Möchte am liebsten sofort das Buch in einem Rutsch durchlesen. Habe selten einen Thriller gelesen, der schon auf den ersten Seiten dermaßen gefesselt hat .« Bluemahjongg » "Kap der Finsternis" ist zweifellos erschreckend fesselnd, direkt und atemberaubend. « Wirbelwind » Die Geschichte ist schonungslos brutal und gnadenlos spannend, keine Lesestoff für zart Besaitete, aber Suchtstoff für alle Fans von kernigen Thrillern !« Lakai » Smith gelingt auf eine wunderbare Weise, den Leser in die Gegenwart einer unfairen Welt zu entführen, ohne moralisierend zu sein .« Mia M. » Prädikat: Empfehlenswert!« Draky » Ein echter Weltklasse-Thriller.« Sumpfmeise » Bisher kannte ich den Autor dieses Buches nicht. Das wird sich zukünftig ganz sicher ändern .« Idgie » Ein realistischer und spannender Thriller, dessen häufige Perspektivenwechsel die Spannung aufrechterhalten und noch erhöhen.« Albel » Die Leseprobe liest sich spannend wie das Drehbuch zu einem rasanten Film .« Sassenach » "Kap der Finsternis" verspricht jedenfalls einige Stunden atemraubender Spannung; ein Buch, in dem nichts so ist, wie es scheint und in dem sogar der Hauptcharakter etwas verbirgt .« Sabine008 Roger Smith wählt für diesen Thriller eine brutale deutliche, aber für den Spielort echte Sprache, die einem eine Gänsehaut über den Körper fließen lässt .« JAppelt » Die Handlung fesselt, der Schreibstil ist klar und sehr direkt - auf jeden Fall lesenswert. Bücherwurm86 » Für Schwarzweißmalerei ist hierbei mit Sicherheit kein Platz und das verspricht eine wohltuende Abwechslung zu sonstigen Büchern zu werden, in denen der Kriminelle ausschließlich kriminell und das Opfer tugendhaft und gut ist .« Cyan Kali » Selten hat mich der Anfang eines Buches bereits so gefesselt und war gleichzeitig schon so komplex und von Handlungssträngen "durchwoben" .« Njolbrauting Noch mehr Stimmen von Leserinnen und Lesern finden Sie unter: www.vorablesen.de

Focus online (focus.de), 07.04.09

»Vor dem realen Hintergrund des Verbrechens und der Korruption in seinem Land entfaltet der Südafrikaner sein Drama in bester Noir-Tradition. Politische Korrektheit ... wären an diesem Kap fehl am Platz gewesen. Und wir hoffen darauf, bald mehr von Roger Smith zu lesen.«

Rezension

»Es ist unmöglich dieses Buch nicht zu Ende zu lesen!«

Rezension

»Ein Buch so doppelgesichtig wie Kapstadt zwischen Zuckerbäckerhäuschen und brutalen Slums«

»Ein hoch spannender, tiefschwarzer Thriller, der die Gegensätze und Widersprüche des schönen, schrecklichen Landes am Kap auf den Punkt bringt. Arm und reich. Schwarz und Weiß, die Schönheit der Natur und die entsetzlichen Zustände in den Elendsvierteln. Roger Smith stellt das "beautiful life" dem Elend, der Gewalt und der Korruption entgegen. Eine explosive Mischung, ein ebenso herausragender wie desillusionierender Krimi, ein niederschmetternd klarsichtiges Buch über den Zustand Südafrikas heute: an den sozialen Ungerechtigkeiten, dem Erbe der Apartheid, hat sich wenig geändert. Dafür blüht die Korruption bis in höchste Regierungskreise. Schlecht in der Realität, aber gut für den Kriminalroman. Dieser hier ist jedenfalls brillant. Obwohl man von Anfang an weiß, dass die Geschichte nur übel ausgehen kann, ist es unmöglich, dieses Buch nicht zu Ende zu lesen.«

Werbetext

»Roger Smith inszeniert ein gnadenloses Jagen und Gejagtwerden rund um den Tafelberg. Die grellen Bilder, ihre Wucht und Härte, suchen in der derzeitigen internationalen Krimiszene zweifellos ihresgleichen. Es sind Bilder, in denen sich die Stimme jener zum Untergang Verurteilten artikuliert, die mit dem Ende der Apartheid auf ein besseres, sinnvolleres Leben gehofft hatten.«

Kurzbeschreibung

Kapstadt ist ein Paradies. Für manche aber auch die Hölle.

Ein dummer Zufall, ein brutales Verbrechen, ein korrupter Polizist und eine schonungslose Tour de force, die in immer tiefere Abgründe führt. »Kap der Finsternis« ist ein hochtouriger literarischer Thriller, der ein ungeschöntes Panorama des heutigen Südafrika zeichnet - ein spektakuläres Debüt!

Klappentext

Jack Burn, gestrauchelter amerikanischer Glücksspieler, ist mit seiner hochschwangeren Frau und seinem Sohn in Kapstadt untergetaucht. Dort wird die Familie Opfer eines willkürlichen Gewaltverbrechens, verübt von Mitgliedern einer Gang. Benny Mongrel, gerade aus dem Gefängnis entlassen und als Wachmann tätig, schöpft Verdacht, als er beobachtet, wie die Gangster in Burns luxuriöses Haus einsteigen, Schüsse fallen und beide nicht wieder auftauchen.

Burns Inkognito droht aufzufliegen, und es beginnt ein aufreibendes Katz-und-Maus-Spiel mit Gatsby, einem bigotten, rassistischen Polizisten, der seinerseits die staatliche Antikorruptionseinheit im Nacken hat. Ein atemloser Showdown führt mitten ins Gangland, in die Cape Flats, die riesigen, labyrinthischen Vorstadtslums ...

Über den Autor

Roger Smith, 1960 in Johannesburg geboren, ist Drehbuchautor, Regisseur und Produzent. Während der südafrikanischen Apartheidjahre hat er das erste hautfarbenübergreifende Filmkollektiv gegründet. Daraus ist eine Reihe von wichtigen, international erfolgreichen Protestfilmen hervorgegangen. Smith lebt in Kapstadt.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

KAPITEL 1 Jack Burn stand auf der Terrasse des Hauses hoch über Kapstadt und schaute zu, wie die Sonne sich im Meer ertränkte. Der Wind, dieser Südostwind, der Burn an die Santa Anas zuhause erinnerte, wehte wieder stärker. Ein Wind, der die Nacht in ein Treibhaus verwandelte, der die Menschen angespannt und gereizt werden ließ, der Cops und Notärzte in falsche Entscheidungen verwickelte. Burn hörte das Röhren des Autos ohne Schalldämpfer, das langsam ausrollte und schließlich stehen blieb. Das Wummern von Bassboxen, die Gangsta-Rap hinauspulsten. Nicht gerade der übliche Soundtrack in diesem vornehmen weißen Viertel an den Hängen des Signal Hill. Der Wagen setzte in hohem Tempo zurück und hielt ganz in der Nähe wieder an. Der Motor wurde ausgemacht, der Rap verstummte mitten in einem muthafuckah . Burn schaute zur Straße hinunter, konnte aus seiner Position den Wagen aber nicht sehen. Susan beobachtete ihn aus dem Haus. Die Verandatüren standen offen. »Komm essen .« Sie drehte sich um und verschwand im Halbdunkel. Burn ging hinein und schaltete das Licht an. Das moderne Haus hatte klare, harte Linien. Ganz ähnlich dem reichen, jungen Deutschen, der es ihnen für sechs Monate vermietet hatte, während er nach Hause zurückkehrte, um in Stuttgart am Sterbebett seines Vater zu sitzen. Susan brachte das Filet aus der Küche, bewegte sich in diesem für Hochschwangere typischen, nach hinten gebeugten Watschelgang mit nach außen gestellten Füßen. Sie war wunderschön. Klein, blond, mit einem Gesicht, das sich hartnäckig weigerte zuzugeben, bereits achtundzwanzig zu sein. Abgesehen von dem riesigen Bauch sah sie immer noch exakt so aus wie vor sieben Jahren. Burn erinnerte sich noch genau an diesen Augenblick, als er sie das erste Mal gesehen hatte, an dieses Gefühl, wie ihm die Luft aus den Lungen gepresst wurde, wie ihm ganz schwindlig geworden war bei dem plötzlichen Wissen, dass er diese Frau heiraten würde. Und so kam es dann auch, keine sechs Monate später, und er tat ihren Altersunterschied mit einem Lachen ab. Susan sah zwar immer noch genauso aus, war aber nicht mehr dieselbe. Ihre Leichtigkeit war verschwunden, ihr unbefangenes Lachen nur noch eine Erinnerung. In letzter Zeit schien sie in ständiger Zwiesprache mit ihrem ungeborenen Kind zu stehen. So sprach sie davon, von ihrem Kind. Ihrer Tochter. Als gehörten Burn und Matt einer anderen Spezies an, als stünden sie außerhalb dieses exklusiven Zweierklubs. Burn schnitt das Filet mit einem Tranchiermesser auf, Blut sammelte sich auf dem Holzbrett. Perfekt. Englisch, so wie sie es alle am liebsten mochten. Matt lag auf dem Bauch vor dem Plasma-Fernseher und sah eine Sendung im Cartoon Network . Genau wie zuhause. »Hey, komm rüber und iss mit uns«, sagte Burn. Matt, nur mit ausgebeulten Shorts bekleidet, wollte schon protestieren, überlegte es sich dann jedoch anders und kam zum Tisch. Er war vier, blond wie seine Mutter, wobei allerdings die Statur seines Vaters bereits zu erahnen war. Susan hatte sich schon hingesetzt und verteilte Salat auf ihren Tellern. Sie schaute Matt nicht an. »Geh die Hände waschen .« »Die sind doch gar nicht schmutzig«, meinte er, während er auf einen Stuhl kletterte. Er streckte ihr die Hände zur Kontrolle hin. Sie beachtete ihn nicht. Das war keine bewusste Handlung, es war vielmehr, als sei sie nicht mehr auf seine Frequenz eingestellt. Als erinnerte ihr Sohn sie zu sehr an seinen Vater. Burn versuchte, Susans Aufmerksamkeit zu gewinnen, sie irgendwie zu ihnen zurückzuholen. Doch sie starrte nur auf ihren Teller. »Hör auf deine Mutter«, sagte er sanft, und Matt verschwand auf nackten Füßen schlitternd Richtung Bad. Burn schnitt gerade das Fleisch, als die zwei braunhäutigen Männer von der Terrasse hereinkamen. Beide trugen Waffen, die sie wie in einem Actionfilm im rechten Winkel vor sich hielten. Aus ihrem Lachen schloss er, dass beide bis zum Anschlag voll mit Speed waren. An dem Abend, als der Ärger begann, beobachtete Benny Mongrel sie, die amerikanische Familie, auf der Terrasse des Hauses nebenan. Der Mann trank Wein, immer wieder mal tauchte kurz die blonde Frau auf, der Junge rannte zwischen Haus und Terrasse hin und her, die Schiebetür stand offen an diesem heißen Sommerabend. Die Momentaufnahme einer Welt, die Benny Mongrel nie kennengelernt hatte. Seit seinem vierzehnten Lebensjahr hatte er immer mal wieder im Gefängnis gesessen. Sicher war er nicht, schätzte aber, dass er demnächst vierzig wurde. So stand es jedenfalls in seinem Ausweis. Als er im Jahr zuvor nach einer sechzehnjährigen Haftstrafe auf Bewährung aus dem Pollsmoor Prison entlassen worden war, hatte er sich geschworen, nie wieder zurückzugehen. Unter gar keinen Umständen. Und deshalb schob er jetzt Nachtschicht als Baustellenwächter. Die Bezahlung war ein Witz, aber mit seinem Gesicht und den primitiven in seinen ausgezehrten braunen Körper geschnittenen Knast-Tätowierungen konnte er froh sein, überhaupt einen Job gefunden zu haben. Sie drückten ihm einen Gummiknüppel in die Hand und steckten ihn in eine viel zu große schwarze Uniform. Und sie gaben ihm einen Hund. Bessie. Halb Rottweiler, halb Schäferhund, ein Mischling wie er selbst. Sie war schon alt, sie stank, ihre Hüfte war hinüber und sie schlief die meiste Zeit, aber sie war das Einzige, was Benny Mongrel je geliebt hatte. Benny Mongrel und Bessie befanden sich auf der obersten Etage des Neubaus, das Dach noch offen zu den Sternen, als er das Auto hörte. Es war auf laut frisiert, so wie es draußen auf den Cape Flats gern gemacht wurde. Mongrel ging an den Rand des Balkons und schaute nach unten. Ein roter 3er BMW kam viel zu schnell die Straße herunter auf ihn zugerast. Der Fahrer trat genau unterhalb der Stelle auf die Bremse, an der Benny Mongrel stand. Die fetten, breiten Reifen gerieten auf Baustellensand, und das Heck des Wagens brach seitlich aus, bevor er zum Stehen kam. Der BMW setzte zurück, bis er sich auf einer Höhe mit der Baustellenzufahrt befand. Der Fahrer machte den Motor aus, und der Hiphop erstarb. Alles wurde völlig still. Benny Mongrel hörte das keuchende Atmen der schlafenden Bessie. Er hörte das leise Knacken des abkühlenden Motors. Er war angespannt. Er war sich dieses alten Gefühls bewusst, das er nur zu gut kannte. Unsichtbar stand Benny Mongrel da und schaute zu, wie die beiden Männer aus dem Wagen stiegen. Im Licht der Straßenbeleuchtung sah er genug, Baseballmützen mit nach hinten gedrehtem Schirm, weite, ausgebeulte Klamotten, die Stars and Stripes hinten auf der Jacke des großen Mannes, um sie als Mitglieder der Americans zu identifizieren , der größten Gang auf den Cape Flats . Seine natürlichen Feinde. Er war bereit für sie. Er legte den Gummiknüppel zur Seite und zog das wartende Messer aus der Tasche. Behutsam öffnete er die Klinge. Falls sie hier heraufkamen, würden sie ihren Müttern begegnen. Aber sie gingen zum Haus nebenan. Benny Mongrel beobachtete, wie der Größere seinen Kumpel hochwuchtete und der Kleine sich wie ein Affe auf die Terrasse hinaufzog. Von dort beugte er sich vor und streckte dem anderen Burschen die Hand hin. Von seinem momentanen Standort aus konnte Benny Mongrel die amerikanische Familie nicht sehen, aber er wusste, dass sie jetzt bei geöffneter Schiebetür beim Abendbrot am Tisch saßen. Er klappte das Messer zu und ließ es zurück in die Tasche gleiten. Willkommen in Kapstadt. Susan saß mit dem Rücken zu den Männern. Sie sah den Ausdruck auf Burns Gesicht und drehte sich um. Sie hatte nicht die Zeit zu schreien. Der ihr am nächsten war, der Kleinere, legte ihr eine Hand über den Mund und hielt ihr eine Kanone an den Kopf. »Ach, Scheiße, Schlampe, halt's Maul, oder ich knall dich ab .« Ein harter, kehliger Akzent. Die mageren Arme des Mannes waren mit Gang-Tätowierungen überzogen. Der große Mann war um den Tisch getreten und wedelte mit seiner Kanone vor Burns Nase. Burn legte das Tranchiermesser hin und hob deutlich sichtbar die Hände vom Tisch. Er...

Prolog. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

KAPITEL 1

Jack Burn stand auf der Terrasse des Hauses hoch über Kapstadt und schaute zu, wie die Sonne sich im Meer ertränkte. Der Wind, dieser Südostwind, der Burn an die Santa Anas zuhause erinnerte, wehte wieder stärker. Ein Wind, der die Nacht in ein Treibhaus verwandelte, der die Menschen angespannt und gereizt werden ließ, der Cops und Notärzte in falsche Entscheidungen verwickelte.

Burn hörte das Röhren des Autos ohne Schalldämpfer, das langsam ausrollte und schließlich stehen blieb. Das Wummern von Bassboxen, die Gangsta-Rap hinauspulsten. Nicht gerade der übliche Soundtrack in diesem vornehmen weißen Viertel an den Hängen des Signal Hill. Der Wagen setzte in hohem Tempo zurück und hielt ganz in der Nähe wieder an. Der Motor wurde ausgemacht, der Rap verstummte mitten in einem muthafuckah . Burn schaute zur Straße hinunter, konnte aus seiner Position den Wagen aber nicht sehen.

Susan beobachtete ihn aus dem Haus. Die Verandatüren standen offen. »Komm essen .« Sie drehte sich um und verschwand im Halbdunkel.

Burn ging hinein und schaltete das Licht an. Das moderne Haus hatte klare, harte Linien. Ganz ähnlich dem reichen, jungen Deutschen, der es ihnen für sechs Monate vermietet hatte,

während er nach Hause zurückkehrte, um in Stuttgart am Sterbebett seines Vater zu sitzen.

Susan brachte das Filet aus der Küche, bewegte sich in diesem für Hochschwangere typischen, nach hinten gebeugten Watschelgang mit nach außen gestellten Füßen. Sie war wunderschön. Klein, blond, mit einem Gesicht, das sich hartnäckig weigerte zuzugeben, bereits achtundzwanzig zu sein. Abgesehen von dem riesigen Bauch sah sie immer noch exakt so aus wie vor sieben Jahren. Burn erinnerte sich noch genau an diesen Augenblick, als er sie das erste Mal gesehen hatte, an dieses Gefühl, wie ihm die Luft aus den Lungen gepresst wurde, wie ihm ganz schwindlig geworden war bei dem plötzlichen Wissen, dass er diese Frau heiraten würde. Und so kam es dann auch, keine sechs Monate später, und er tat ihren Altersunterschied mit einem Lachen ab.

Susan sah zwar immer noch genauso aus, war aber nicht mehr dieselbe. Ihre Leichtigkeit war verschwunden, ihr unbefangenes Lachen nur noch eine Erinnerung. In letzter Zeit schien sie in ständiger Zwiesprache mit ihrem ungeborenen Kind zu stehen. So sprach sie davon, von ihrem Kind. Ihrer Tochter. Als gehörten Burn und Matt einer anderen Spezies an, als stünden sie außerhalb dieses exklusiven Zweierklubs.

Burn schnitt das Filet mit einem Tranchiermesser auf, Blut sammelte sich auf dem Holzbrett. Perfekt. Englisch, so wie sie es alle am liebsten mochten. Matt lag auf dem Bauch vor dem Plasma-Fernseher und sah eine Sendung im Cartoon Network . Genau wie zuhause.

»Hey, komm rüber und iss mit uns«, sagte Burn.

Matt, nur mit ausgebeulten Shorts bekleidet, wollte schon protestieren, überlegte es sich dann jedoch anders und kam zum Tisch. Er war vier, blond wie seine Mutter, wobei allerdings die Statur seines Vaters bereits zu erahnen war.

Susan hatte sich schon hingesetzt und verteilte Salat auf ihren Tellern. Sie schaute Matt nicht an. »Geh die Hände waschen .«

»Die sind doch gar nicht schmutzig«, meinte er, während er auf einen Stuhl kletterte. Er streckte ihr die Hände zur Kontrolle hin. Sie beachtete ihn nicht. Das war keine bewusste Handlung, es war vielmehr, als sei sie nicht mehr auf seine Frequenz eingestellt. Als erinnerte ihr Sohn sie zu sehr an seinen Vater.

Burn versuchte, Susans Aufmerksamkeit zu gewinnen, sie irgendwie zu ihnen zurückzuholen. Doch sie starrte nur auf ihren Teller.

»Hör auf deine Mutter«, sagte er sanft, und Matt verschwand auf nackten Füßen schlitternd Richtung Bad.

Burn schnitt gerade das Fleisch, als die zwei braunhäutigen Männer von der Terrasse hereinkamen. Beide trugen Waffen, die sie wie in einem Actionfilm im rechten Winkel vor sich hielten. Aus ihrem Lachen schloss er, dass beide bis zum Anschlag voll mit Speed waren.

An dem Abend, als der Ärger begann, beobachtete Benny Mongrel sie, die amerikanische Familie, auf der Terrasse des Hauses nebenan. Der Mann trank Wein, immer wieder mal tauchte kurz die blonde Frau auf, der Junge rannte zwischen Haus und Terrasse hin und her, die Schiebetür stand offen an diesem heißen Sommerabend. Die Momentaufnahme einer Welt, die Benny Mongrel nie kennengelernt hatte.

Seit seinem vierzehnten Lebensjahr hatte er immer mal wieder im Gefängnis gesessen. Sicher war er nicht, schätzte aber, dass er demnächst vierzig wurde. So stand es jedenfalls in seinem Ausweis. Als er im Jahr zuvor nach einer sechzehnjährigen Haftstrafe auf Bewährung aus dem Pollsmoor Prison entlassen worden war, hatte er sich geschworen, nie wieder zurückzugehen. Unter gar keinen Umständen.

Und deshalb schob er jetzt Nachtschicht als Baustellenwächter. Die Bezahlung war ein Witz, aber mit seinem Gesicht und den primitiven in seinen ausgezehrten braunen Körper geschnittenen Knast-Tätowierungen konnte er froh sein, überhaupt einen Job gefunden zu haben. Sie drückten ihm einen Gummiknüppel in die Hand und steckten ihn in eine viel zu große schwarze Uniform. Und sie gaben ihm einen Hund. Bessie. Halb Rottweiler, halb Schäferhund, ein Mischling wie er selbst. Sie war schon alt, sie stank, ihre Hüfte war hinüber und sie schlief die meiste Zeit, aber sie war das Einzige, was Benny Mongrel je geliebt hatte.

Benny Mongrel und Bessie befanden sich auf der obersten Etage des Neubaus, das Dach noch offen zu den Sternen, als er das Auto hörte. Es war auf laut frisiert, so wie es draußen auf den Cape Flats gern gemacht wurde. Mongrel ging an den Rand des Balkons und schaute nach unten. Ein roter 3er BMW kam viel zu schnell die Straße herunter auf ihn zugerast. Der Fahrer trat genau unterhalb der Stelle auf die Bremse, an der Benny Mongrel stand. Die fetten, breiten Reifen gerieten auf Baustellensand, und das Heck des Wagens brach seitlich aus, bevor er zum Stehen kam. Der BMW setzte zurück, bis er sich auf einer Höhe mit der Baustellenzufahrt befand. Der Fahrer machte den Motor aus, und der Hiphop erstarb.

Alles wurde völlig still. Benny Mongrel hörte das keuchende Atmen der schlafenden Bessie. Er hörte das leise Knacken des abkühlenden Motors. Er war angespannt. Er war sich dieses alten Gefühls bewusst, das er nur zu gut kannte.

Unsichtbar stand Benny Mongrel da und schaute zu, wie die beiden Männer aus dem Wagen stiegen. Im Licht der Straßenbeleuchtung sah er genug, Baseballmützen mit nach hinten gedrehtem Schirm, weite, ausgebeulte Klamotten, die Stars and Stripes hinten auf der Jacke des großen Mannes, um sie als Mitglieder der Americans zu identifizieren , der größten Gang auf den Cape Flats .

Seine natürlichen Feinde.

Er war bereit für sie. Er legte den Gummiknüppel zur Seite und zog das wartende Messer aus der Tasche. Behutsam öffnete er die Klinge. Falls sie hier heraufkamen, würden sie ihren Müttern begegnen.

Aber sie gingen zum Haus nebenan. Benny Mongrel beobachtete, wie der Größere seinen Kumpel hochwuchtete und der Kleine sich wie ein Affe auf die Terrasse hinaufzog. Von dort beugte er sich vor und streckte dem anderen Burschen die Hand hin. Von seinem momentanen Standort aus konnte Benny Mongrel die amerikanische Familie nicht sehen, aber er wusste, dass sie jetzt bei geöffneter Schiebetür beim Abendbrot am Tisch saßen.

Er klappte das Messer zu und ließ es zurück in die Tasche gleiten. Willkommen in Kapstadt.

Susan saß mit dem Rücken zu den Männern. Sie sah den Ausdruck auf Burns Gesicht und drehte sich um. Sie hatte nicht die Zeit zu schreien. Der ihr am nächsten war, der Kleinere, legte ihr eine Hand über den Mund und hielt ihr eine Kanone an den Kopf. [...]

‹  Zurück zur Artikelübersicht

Datenschutzerklärung von Amazon.de Versandbedingungen von Amazon.de Umtausch- & Rücknahme bei Amazon.de