„Kap der Angst" (Cape Fear) ist die Neuverfilmung eines Kriminalfilms aus den 60er Jahren, der im deutschsprachigen Raum unter dem Namen „Ein Köder für die Bestie" herauskam. Das Orginal hatte seinen Kern im tiefen Hass der einen Hauptperson, gegenüber der anderen und stellte so seine Spannung her. Martin Scorseses „Cape Fear" versucht diese frühen Ansätze des Orginals wiederzuverwerten, allerdings auch durch übermäßige Brutalität und/oder Action (hochwertig zwar, aber ein Actionfilm bleibt immer ein Actionfilm) eine Spannungsatmosphäre zu schaffen. So sieht der einzige wirklich schwere Kritikpunkt aus, ansonsten zeichnet sich dieser Thriller vor allem durch das durchdringend widerwertige Spiel des Robert De Niro aus. Nicht umsonst gilt dies als seine widerwertigste Rolle. Ansonsten stellt ein jenseits seiner Grenzen spielender Nick Nolte, eine ansich gute Jessica Lange und die damalige Neuentdeckung Juliette Lewis das sonstige, führende Schauspielerensemble dar.
Scorsese zeichnet sich durch eine wunderschöne Kamera, perfekt platzierte Schnitte und die sehr durchdachten Farbspiele (jegliche Aufnahmen aus der Sicht Noltes im Privathaus sind Negative) aus. In Punkto Musik greift Scorsese auf den in den 70er Jahren versorbenen, ausgezeichneten Bernhard Herrman (Taxi Driver) zurück.
Der Gewaltverbrecher Max Cody (De Niro) hat seine jahrelange, demütigende Haftstrafe abgesessen. Er verlässt seine Zelle wortlos, ohne einen Blick auf die anderen Häftlinge zu verschwenden. Vor Jahren hat Cody ein Mädchen vergewaltigt, er wurde vor Gericht vom damals noch jungen Anwalt Sam Bowden (Nolte) vertreten. Bowden spielte aber sein eigenes Spiel, die Fotos des Mädchens schockierten ihn dermaßen, dass er wichtige Beweisstücke, welche Codys Haftstrafe verhindert hätten, unterschlug. Und Coy lernte im Gefängnis lesen, er studierte Jura in Form von Büchern , und er fand heraus was mit diesen Beweißstücken geschah. Und sein Hass auf Bowden ist grenzenlos......
Scorsese schuf einen beklemmenden Thriller, welcher mit eindrucksvollen Szenen aufwartet („Anwalt, wo bist du ? Anwalt!!"), allerdings an der übermäßigen Gewltdarstellung scheitert.
Die Collector`s Edition des Film beinhaltet die neue abgemischte englische 5.1 Tonspur, eine Vielzahl an hochwertigen Extras (darunter ein 75 Minütiges „Making Of") und ist in allen Bereichen sehr empfehlenswert.