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Kanzelamt - Die Predigthilfe am Puls der Zeit: 100 Bibeltexte im Dialog mit Heiden, Christen und Heidenchristen
 
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Kanzelamt - Die Predigthilfe am Puls der Zeit: 100 Bibeltexte im Dialog mit Heiden, Christen und Heidenchristen [Broschiert]

Jan-Henry Wanink
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Broschiert: 358 Seiten
  • Verlag: Agenda Verlag; Auflage: 1., Auflage (August 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3896884212
  • ISBN-13: 978-3896884213
  • Größe und/oder Gewicht: 29,6 x 20,8 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.244.050 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Dieses Buch macht Predigten garantiert interessanter. (Andreas Roß, Pfarrer und Trainer)
Dem Volk aufs Maul geschaut - und zugehört! (Diana Engel, Pastorin)
Es hat Spaß gemacht, das Material im Unterricht einzusetzen und zu besprechen. (Georg Pelzer, Religionslehrer)
Irgendwas passt immer, wenn manchmal auch zum Ärgern. (Kathrin Schröder, Pfarrerin)
Ein Trialog zwischen Gott, Welt und Kirche, über den alle drei sich freuen können. (
Dr. Gerrit Jan Beuker, Pastor und Kirchengeschichtler)
Wer endlich mal anders an Exegese und dramatische Bibelerklärungen ran will, sollte dieses Werk lesen, es gibt so viele wirklich neue Ideen! (Brigitta Henke-Theel, Religionslehrerin)

Kurzbeschreibung

Das Kanzelamt ist eine Denkanstoßfabrik für Pfarrer, Religionslehrer und alle Menschen, denen die sonntägliche Predigt am Herzen liegt. 100 Bibeltexte werden in unsere heutige Zeit katapultiert und mit Menschen ins Gespräch gebracht, die ansonsten wenig bis nichts mit Kirche und Glauben am Hut haben.
160 junge, zumeist kirchenferne Menschen hat das Kanzelamt zu diesen Predigttexten befragt. Ihre denk- und fragwürdigen Antworten, ihre Fragezeichen, die sie hinter die Bibeltexte setzen, können in der Predigtvorbereitung im besten Sinne des Wortes provozieren.
86 Interviews mit interessanten Persönlichkeiten konfrontieren die Bibeltexte mit den Fragen unserer Zeit. So äußern die Politiker Volker Beck, Gregor Gysi und Katrin Göring-Eckardt, die Kabarettisten Wilfried Schmickler und Jürgen Becker oder der Physiker Thomas Görnitz ihre Gedanken, Fragen und Leseerfahrungen.
Das Buch unternimmt zahllose Ausflüge in die so unterschiedliche Wirkungsgeschichte der 100 Bibeltexte - vom Verständnis der Kirchenväter über die Rezeption im 1. Weltkrieg oder im Dritten Reich bis in Philosophie und Wissenschaft sowie Theologie auch außerhalb Deutschlands. Dieses Buch macht Predigten garantiert interessanter.

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5.0 von 5 Sternen Bibeltexte in Dialog mit den unterschiedlichsten Menschen, 14. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Kanzelamt - Die Predigthilfe am Puls der Zeit: 100 Bibeltexte im Dialog mit Heiden, Christen und Heidenchristen (Broschiert)
Bunte, vielfältige Lebenserfahrungen spiegelt die Bibel. So bunt und vielfältig wie Lebenserfahrungen heute sind, geht die Predigthilfe der ganz anderen Art des jungen evangelischen Theologen Wanink an die Bibel heran. Er lässt die Bibeltexte in Dialog mit den unterschiedlichsten Menschen treten, kirchenfremde und kirchengebundene Menschen unserer Zeit, Menschen der Vergangenheit und anderer Kontinente, aber beispielsweise auch Fachleute für Gefängnisse, Gehörlose, Gasthäuser und andere Themen aus der Bibel.
Vieles davon ist bewusste Verfremdung oder Provokation, aber nicht alles. Manche Texte zeigen auch einfach nur, wie anders biblische Texte in unserer Gesellschaft verstanden werden (können), wenn sie außerhalb der Kirchenmauern gelesen werden. Vielfach ist der erzwungene Blick von außen auf die Texte hilfreich, nicht nur, um mögliche und absehbare Verständnisse und Missverständnisse einzuschätzen, sondern auch, um mancher Intention Jesu oder der biblischen Verfasserinnen und Verfasser auf die Spur zu kommen, die ansonsten unter einer zweitausendjährigen Wirkungsgeschichte verborgen bleiben könnten.
Wanink hat die Perikopen der evangelischen Leseordnung wildfremden Menschen vorgelegt (oft im Zug) und sie gebeten, kurz ihre Meinung dazu zu sagen. Nach seiner Auskunft waren die meisten gerne dazu bereit und gaben ' oft distanziert, manchmal respektlos, meist aber ernsthaft ' eine kurze Stellungnahme dazu ab. Manche Perikopen wurden auch Schülerinnen und Schülern vorgelegt. Fast zu jeder Bibelstelle führte Wanink ein längeres Interview mit einem Experten oder einer Expertin, die aus nicht-theologischer Perspektive etwas zum Thema des Bibeltextes zu sagen hatten. Auf diese Weise kamen auch Politikerinnen und Politiker, Kabarettisten und andere Prominente in den Band. Auch YouTube und die Bildzeitung fehlen nicht. Zahlreiche Texte nichteuropäischer Autorinnen und Autoren öffnen den Blick für die Weite der Welt, der dem Prediger und der Predigerin durchaus nicht schaden wird.
Darüber hinaus kommen auch (teils skurrile) Kommentare aus der Geschichte der Kirche nicht zu kurz. Neben immer wieder eingestreuten Calvinschen ('Senf aus Genf') und Lutherschen ('Futter von Luther') Texten finden sich Auszüge aus Predigten zahlreicher Epochen. Manche erhellen den Text nachhaltig; andere (beispielsweise 'deutsche' Predigten von 1933-45) lassen die Haare zu Berge stehen und erinnern daran, dass jede Predigt an ihre eigene Zeit gebunden ist.
Waninks Sprache und sein Umgang mit dem Bibeltext und seiner Wirkungsgeschichte sind häufig von einer Respektlosigkeit geprägt, die selbst wieder eine wohltuende Verfremdung der 'heiligen Texte' bewirkt. Diese Sprache macht auch darauf aufmerksam, wie weltfern oftmals die gewohnte und scheinbar 'normale' Predigtsprache ist. Vieles reizt zum Widerspruch, und soll es wohl auch. Auch das dient der Predigtvorbereitung.
Die einzelnen Predigthilfen sind nach der Reihenfolge der biblischen Bücher angeordnet; ein gut gegliedertes Inhaltsverzeichnis hilft, die entsprechenden Sonntagstexte zu finden. Wenn katholischen Nutzerinnen und Nutzern manches sehr schräg lutherisch, reformiert oder evangelikal vorkommen sollte, hilft es vielleicht, das eigene katholische Textverständnis zu hinterfragen. Insgesamt kann das Kanzelamt als eine Predigthilfe neben anderen helfen, bei der Predigtvorbereitung über den engen Raum des binnenkirchlichen Milieus hinauszuschauen. Auch wer keine Predigten vorzubereiten hat (oder es nicht darf), kann sich von der Textsammlung zu der Frage inspirieren lassen, was denn die Menschen außerhalb der Kirchenmauern zum Sonntagsevangelium oder allgemein zu Glaube und Kirche zu sagen haben. Deswegen ist das Buch (trotz zahlreicher leicht zu vermeidender Lektoratsfehler) allen zu empfehlen, die mit Humor und Offenheit an manchmal etwas eigenwillige Rezeptionen des biblischen Textes herangehen wollen.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Überirdisch, unruhig, kühn, 10. Dezember 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: Kanzelamt - Die Predigthilfe am Puls der Zeit: 100 Bibeltexte im Dialog mit Heiden, Christen und Heidenchristen (Broschiert)
Das Kanzelamt versteht sich als eine Behörde zur Sicherung von Predigtqualität. Autor
und 'Predigtkanzeler' Jan-Henry Wanink operiert mit echten Stempeln. Was einer erfreulich schönen
Verkündigung dient, wird abgesegnet!, was dagegen blockiert, wird unerbittlich abgekanzelt! Wie aber
kann ausgerechnet eine Behörde zu einer erfrischenden Auslegung des Evangeliums beitragen? Beim
Kanzelamt handelt sich um einen Geck, der freilich nicht nur geckig ist: Der Gestus der Behörde ist Spiel
und Ernst zugleich. Wanink arbeitet mit Akribie und Präzision, nur dienen diese Eigenschaften anders als
bei einem Amt dem Aufdecken des Unerwarteten.

Ausgangspunkt ist das, was so gut wie alle Verkündiger wissen, aber gern verdrängen: Die Mehrheit
der Menschen und auch der Predigthörer sind hilflos gegenüber einem theologisch-kirchlichen Slang,
der mit banalen Besserungsappellen und Allerweltsweisheiten deprimiert. Das Kanzelamt ist ein
Antidepressivum, es sediert indessen nicht, sondern wirkt wie eine Zündschnur, die auf jeder der 358
Seiten ein gewitztes theologisches Feuerwerk auslösen kann. Das großformatige Buch liest sich wie
ein Comic ' und sieht dank vieler Zitate, Interviews, Fotos und Karikaturen auch so aus. So ist diese
Predigthilfe schon längst kein Geheimtipp mehr: Viele Pfarrerinnen, Pastoren, Lektoren, Lehrer und
Prädikantinnen schwören auf diese Annäherung an den Predigttext, anfangs war sie als Abonnement in
elektronischer Form erhältlich, nun hat Wanink das Material neu redigiert und gebündelt.

Jeder der 100 Bibeltexte wird zu einem Kaleidoskop, das immer neue Formen und Farben schauen lässt.
Da kommt Reinhard Mey zu Wort, dort hat wird Volker Beck vom Kanzelamt interviewt, ein paar Seiten
weiter lässt sich eine Lesefrucht von Kirchenvater Augustinus pflücken und wieder an anderer Stelle wird
passend zum Bibeltext erwähnt, dass Täuferanführer Menno Simons schließlich pazifistisch wurde. War
Ezechiel Epileptiker? Das hätte vermutlich auch Goethe interessiert, der sich selbst die Gretchenfrage
stellt, während es an anderer Stelle unter dem Stichwort 'Skandal im Elternabendland' nüchtern heißt:
Jesus war bestimmt kein Freund gemütlichen Familienlebens. Wissenschaftler aus vielen Fachrichtungen
und mehreren Kontinenten steuern Gedanken bei, dazu flößen dem heutigen Leser sorgsam ausgewählte
Predigtausschnitte aus zuweilen uralten Zeiten angenehm andersartige Gedanken ein. Das vielleicht
schillerndste Leitmotiv sind die köstlich knappen, erschütternd unverstellten Einschätzungen von
Jugendlichen.

Jan-Henry Wanink scheut den Grenzgang nicht, er studierte evangelische Theologie in Münster und im
niederländischen Kampen, heute arbeitet er in einer deutsch-niederländischen Unternehmensberatung.
Wahrlich nicht die schlechteste Vorraussetzung, um sich dem Buch der Bücher zu nähern, das seine
literarische Kraft einer Vielzahl an Autoren zu verdanken hat, die mit Migrationshintergrund gesegnet
sind. Wanink jedenfalls spekuliert erst gar nicht auf eine irgendwie cleane, in sich geschlossene oder
harmonisch zu nennende Botschaft des Glaubens. Das vermeintliche Defizit eines fragmentarischen
Charakters von Bibel und Leben sind für ihn notwendiger Gewinn. Diese Anstiftungen zum Glauben
verknüpfen theologisches Niveau mit einer provokativen Einfachheit. Eine Unzahl an Stimmen hat er zu
einem immer neu aufblühenden wild-schöner Strauß collagiert.

Dieses Buch hilft Predigern, die mit ihrem Suchen und Fragen um Gottes Willen an kein Ende
kommen wollen. Aber es ist noch mehr: Es handelt sich nicht nur um eine Collage, sondern es ist eine
Komposition, die an Walter Kempowskis Echolot erinnert. Kempowski wie auch Wanink haben Stimmen
gesammelt, dann ausgewählt und zu einem sich reibenden, rumorenden Zusammenklang verknüpft. Das
Entscheidende ist der Übergang von der einen zur anderen Stimme, weil er auf das unsagbar Große
verweist, angesichts dessen jeder ehrliche Prediger letztlich vielleicht nur schweigen kann. So folgt
Wanink dem, was Matthias Claudius laut Vorspruch des Buches einmal eine 'kühne überirdische Unruhe' genannt hat.

-- Georg Magirius
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