Mit großer Freude verfolge ich als aktiver "Bach-Pilgrim" aus 2000 die stetig anwachsende Sammlung der SDG Serie von Sir John Eliot Gardiner. Allgemein muß man sagen, was dieser Mann für Bach tut, ist mit Geld garnicht zu bezahlen. Für mich ist er der Erste, der Bach an den Platz stellt, den dieser verdient: in den Olymp der Musik.
Wer Gardiner bei der Bach Cantata Pilgrimage live erleben durfte, der weiß, daß er Bach "lebt". Eine derartig mitreißende Stimmung, die sich in allen Konzerten widerspiegelte und Gott sei Dank auch auf die CDs der Serie übertragen wurde. Gerade die hier zu besprechende Folge führt das sehr bildlich vor. Besonders verweisen möchte ich in diesem Zusammenhang auf den geradezu umwerfenden Schlußchor der Kantate 34 "O ewiges Feuer". Ein Feuerwerk, ja fast ein Tornado entwickelt sich hier und reißt alle mit, die die Freude haben, zuzuhören. Der Chor besticht durch rhythmische Brillianz und das Orchester spielt, als seien die Partien ein Kinderspiel. Voll überwältigender Kraft geht dieses erste Juwel zuende. Wer hier von Infanteriebatallionen, bolzen o.Ä. spricht, oder sich sogar auf das süßliche Geseier Philippe Herreweghes beruft, hat entweder von Musik keine Ahnung oder, und die Vermutung liegt näher, hat Bach schlicht nicht verstanden und will dieses auch nicht!
Auf CD 2 ist für mich der Eingangschor von der Kantate 68 "Also hat Gott die Welt geliebt" zum absoluten Highlight geworden. Mit welcher Feinheit und Zartheit der Chor hier arbeitet, kann garnicht in Worte gefaßt werden. Sir John Eliot Gardiner zeigt erneut, zu welch anrührendem Musizieren er mit seinen Ensembles fähig ist. Daher stimme ich durchaus zu, das CD Label in "Soli Gardiner Gloria" umzubenennen. Er hat es mit seinen Leistungen verdient.